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eSIM: Vodafone geht auf Konfrontationskurs zu Apple und zur Deutschen Telekom

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vodafoneIn den USA sowie in Großbritannien hat Apple bereits das Zeitalter der sogenannten eSIM eingeläutet. Dort wird das iPad Air 2 bereits entsprechend ausgestattet, Nutzer können sich dadurch den Gang zum Provider ersparen und problemlos zwischen den Anbietern wechseln. In Deutschland ist die neuartige SIM noch kein Thema, erst im kommenden Jahr soll sie auch hierzulande in ersten Geräten anzutreffen sein.

Allerdings zeichnet sich ein Bruch innerhalb der Mobilfunkbranche ab. Denn nachdem die Deutsche Telekom erst Ende Februar bekannt gab, dass man sich auf den Einsatz vorbereite und sich bereits im November vergangenen Jahres sehr aufgeschlossen gegenüber der eSIM zeigte, hat Vodafone sich nun in knappen Worten sehr kritisch geäußert. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte Jan Geldmacher, verantwortlich für Großkunden beim Düsseldorfer Anbieter, dass man auf diesen Zug zumindest vorerst nicht aufspringen werde: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir dieses Konzept unterstützen werden.“ Als Grund hierfür führte Geldmacher sowohl den Nutzer als auch die Daten an: „Die Sim-Karte ist Kern unserer Beziehung zum Kunden. Darauf sind häufig extrem wichtige Informationen abgelegt. Also wollen wir an ihr festhalten.

In den USA wird die eSIM bereits genutzt, in Deutschland soll es im kommenden Jahr soweit sein
In den USA wird die eSIM bereits genutzt, in Deutschland soll es im kommenden Jahr soweit sein.

Ob dies zu Problemen mit den Geräteherstellern führen wird, bleibt abzuwarten. Zwar lässt sich das iPad Air 2 auch mit einer herkömmlichen SIM nutzen, mittel- und langfristig gilt es jedoch als sicher, dass der entsprechende Chip in vielen Geräten verbaut wird. Unterstützt ein Provider dies nicht, dürfte er auf dem entsprechenden Gerät nicht nutzbar sein.

Tatsächlich aber dürften die Beweggründe hinter Vodafones Entscheidung andere als behauptet sein. Denn durch die eSIM werden Smartphone- und Tablet-Hersteller in die Lage versetzt, eigene Verträge mit Netzbetreibern abzuschließen. So ist vorstellbar, dass Apple entweder als Großabnehmer Rabatte eingeräumt werden, aber auch der Auftritt als Provider ohne eigenes Netz ist denkbar. In einem solchen Szenario würde der Hersteller Daten- und Minutenkontingente einkaufen und diese in eigenen Tarifen seinen Kunden anbieten.