> > > > Google News stellt in Spanien aufgrund von Gebühren den Dienst ein

Google News stellt in Spanien aufgrund von Gebühren den Dienst ein

Veröffentlicht am: von

ParagraphDas Leistungsschutzrecht begleitet uns schon eine Weile seit Inkrafttreten des dazugehörigen Gesetzes im Sommer. Inzwischen haben die unter der VG-Media vereinten Verlage eingesehen, dass selbst nach einem Jahr Säbelrasseln, der Bitte nach Aufschub der Umsetzung bei Google sowie der Erkenntnis, dass dieser Kampf wohl so nicht zu gewinnen ist, das System hinter dem Leistungsschutzrecht neu überdacht werden muss, da sonst ernsthafte Konsequenzen für die Online-Auftritte drohen. Doch dieser Kampf wird uns in Deutschland wohl noch etwas begleiten, denn anstatt ihre Fehler einzugestehen, sucht die VG-Media nach Umwegen, beispielsweise über das Kartellrecht, um die eigenen Interessen - seien sie auch noch zu absurd - durchzusetzen.

In Belgien mussten die Verlage dies bereits schmerzhaft erfahren, denn nach einer ähnlichen Umsetzung wie dem Leistungsschutzrecht schaltete Google seinen News-Dienst kurzerhand ab. Nach nur kurzer Zeit zogen die Verlage ihre Forderungen daraufhin zurück und Google führte alle Online-Auftritte wieder in der gewohnten Form. Auch der Springer-Verlag hat bereits Zahlen veröffentlicht, die auf einen deutlichen Einbruch bei den Suchanfragen hindeuten, wenn Google ernst macht. Daher auch der Ansatz über das Kartellamt durch die VG-Media. Doch das Kartellamt sieht derzeit keinen Handlungsgrund.

Auch in Spanien haben die Verlage ein Gesetz erwirkt, welches Betreibern von Suchmaschinen eine Gebühr abverlangt, die an die Verlage und Autoren gezahlt werden müssen. Ab dem 1. Januar 2015 sollte dieses in Kraft treten. Zum 16. Dezember hat Google nun angekündigt, den News-Dienst einzustellen - analog zum Vorgehen in Belgien. Die Regelung betrifft aber auch hier nicht die normale Suche, sondern ausschließlich den News-Aggregator Google-News. Der drastische Schritte Seitens Google erklärt sich dadurch, dass die Regelung der Vergütung bereits ab dem ersten Wort greift. In Deutschland gibt es eine Regelung, die zumindest Textausschnitte komplette Überschriften erlaubt, ohne dass das Leistungsschutzrecht greifen würde.

Google bietet den Verlagen Autoren in Spanien derzeit an, sie weiterhin in einen News-Index aufzunehmen. Viele nehmen das Angebot offenbar auch dankbar an, denn über die Suche und solche News-Indizes werden den News und Artikeln zahlreiche Leser zugespült, die sonst vielleicht nicht den Weg dorthin gefunden hätten. Die Durchsetzung des Gesetztes ist ähnlich der Methode zum Leistungsschutzrecht in Deutschland. Kleine Interessensgruppen wirken einen derartigen Druck auf die Politik aus, dass offenkundig wenig erfolgreiche und sinnvolle Gesetze dennoch den Weg durch die Instanzen finden, dann aber letztendlich an der Praxis scheitern. Keine Regierung wird Google vorschreiben können, seinen News-Dienst weiter zu betreiben, wenn Gebühren anfallen; egal ob damit eine Drohung der Zerschlagung oder Kartellrechtsfragen einher gehen.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (3)

#1
customavatars/avatar24904_1.gif
Registriert seit: 13.07.2005

Flottillenadmiral
Beiträge: 4258
tja....kleinere News Dienste und Suchmaschienen haben keine solche Macht durch ein paar Wochen abschalten kostenfreie Erlaubnisse zu bekommen.

Somit wird Google auch gestärkt daraus hervorgehen.

In Deutschland hat Google durch seinen Druck nämlich auch eine kostenlose Lizenz bekommen. Kleinere Dienste nicht.

Da hat die ganze Lobbyarbeit der Verlage wohl nichts gebracht.
#2
customavatars/avatar63_1.gif
Registriert seit: 29.05.2001
Dortmund
Flottillenadmiral
Beiträge: 4591
Zitat
In Deutschland gibt es eine Regelung, die zumindest Textausschnitte komplette Überschriften erlaubt, ohne dass das Leistungsschutzrecht greifen würde.

Google bietet den Verlagen Autoren in Spanien derzeit an, sie weiterhin in einen News-Index aufzunehmen.


Macht sprachlich so keinen Sinn... entweder fehlt da jeweils ein "und" oder ihr wolltest was ganz was anderes ausdrücken.
#3
Registriert seit: 21.02.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 927
Man kann Google nur dankbar sein, daß sie diese Sachen so handhaben, sonst würden die Politiker gar nicht mitbekommen, auf was für Leute sie da mit ihrer Gesetzgebung reingefallen sind.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Deutschen Bahn trainiert Mitarbeiter in der virtuellen Realität

Logo von IMAGES/STORIES/2017/DEUTSCHE_BAHN

Nicht nur das autonome Fahren auf der Straße spielt auf der GPU Technology Conference in München eine Rolle, auch die Deutsche Bahn hielt einen Vortrag, der sich mit dem Training von Mitarbeitern in einer virtuellen Umgebung befasste. Autonome Züge spielten jedenfalls keine Rolle, auch wenn in... [mehr]

TomsHardware.de muss seine Pforten schließen (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/THG

Eine der bekanntesten deutschen IT-Seiten TomsHardware.de wird abgeschaltet. Damit geht eine Ära zu Ende, denn die 1996 noch unter einem anderen Namen gestartete Webseite gehört sicherlich zu den Größen in diesem Bereich. Der genaue Termin für die Abschaltung der Server steht noch nicht... [mehr]

Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

Investoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den... [mehr]

NVIDIA intern: Begehrtestes Produkt ist ein Lineal

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Zwischen den Jahren einmal etwas Kurioses: Größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern oftmals in internen Shops bestimmte Produkte an. T-Shirt und Kaffeetasse sind hier nur die einfachsten Beispiele. NVIDIA verkauft alle eigenen Produkte natürlich auch an die eigenen Mitarbeiter. Dazu... [mehr]

Ermittler nehmen großes, illegales Usenet-Portal vom Netz

Logo von RECHTSSTREIT

Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Zusammenarbeit mit mehreren Ermittlungsstellen per Pressemitteilung bekannt gab, hat es am Mittwoch und Donnerstag eine bundesweite Groß-Razzia gegen das Portal „usnetrevoloution.info“ gegeben – wegen des Verdachts... [mehr]