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Samsung wirft Nvidia Patentverletzungen und falsche Benchmark-Resultate vor

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samsung 2013Die seit vergangenem September laufende Auseinandersetzung zwischen Nvidia und Samsung hat sich verschärft. Denn auf die Klageeinreichung der GPU- und SoC-Schmiede hat das südkoreanische Unternehmen mit einer Gegenklage reagiert.

Im Kern dreht sich der Streit um verschiedene Patente. Nach Ansicht Nvidias hatten diverse Hersteller von Grafiklösungen mehrere, teils Jahrzehnte alte Patente verletzt, darunter ARM, Qualcomm und Imagination - die Klage richtet sich aber auch gegen Abnehmer der GPUs, darunter Samsung. Der Konzern wirft Nvidia nun ebenfalls die Missachtung von Patenten vor, insgesamt soll es dabei um sechs gehen, die sich aber nicht nur rund um Grafiklösungen drehen.

Was für die Kalifornier aber weitaus schwerwiegender sein dürfte: Samsung geht auch gegen die Werbeaussage vor, dass der im Shield-Tablet verbaute Tegra K1 der schnellste SoC für mobile Geräte sei. Dabei verweist man auf nach eigenen Angaben unabhängige Tests, die dem Exynos 5433, der unter anderem in einer Version des Galaxy Note 4 zum Einsatz kommt, eine höhere Leistung attestieren.

Unter Experten gilt es als sicher, dass Samsungs Vorstoß vor allem auf Verhandlungen mit Nvidia zielt und nicht auf ein Gerichtsurteil. Denn ein gegenseitiges Lizenzieren der betroffenen Patente - und möglicherweise weiterer - würde beiden Parteien hohe Zahlungen ersparen und gleichzeitig den Zugriff auf die benötigten Patente ermöglichen.

Für Irritationen sorgt jedoch ein Eintrag im Nvidia-Blog. Dort erklärt das Unternehmen, dass man mit der Gegenklage gerechnet habe, man aber das Vorgehen gegenüber Velocity Micro - Samsung wirft dem Unternehmen das Verletzen von zwei Patenten vor - nicht verstehen könne, da es sich nur um einen „kleinen Kunden“ handelt, der nach Ansicht von Branchenkennern jedoch als einer der wichtigsten Partner gilt. Gleichzeitig sollen diverse Benchmarks belegen, dass der Tegra K1 durchaus schneller ist - überprüfbar ist dies nicht. Sollte eine Einigung am Verhandlungstisch nicht erfolgen, dürfte sich der Gerichtsstreit über Jahre ziehen. Laut Nvidia könnte aber genau dies das Vorgehen gegen Velocity Micro erklären. Denn im Blog heißt es, dass Verfahren im Bundesstaat Virginia - der Heimat des Unternehmens - meist schneller abgeschlossen würden als im restlichen Land.