> > > > Nicht erbrachte Leistung: Erste Klage gegen Crowdfunding-Projekt

Nicht erbrachte Leistung: Erste Klage gegen Crowdfunding-Projekt

Veröffentlicht am: von

kickstarterAuf den einschlägigen Crowdfunding-Plattformen sind immer wieder interessante Projekte zu finden, auf die auch wir gerne mal hinweisen. Zuletzt heute Vormittag mit der Vorstellung eines brillenlosen 3D-4K-Fernsehers für gerade einmal 899 Euro aus den Niederlanden. Wer solche Projekte unterstützt geht zunächst kein Risiko ein. In der Regel werden die Kreditkarten und Konten der Unterstützer erst dann belastet, wenn die gewünschte Finanzierungssumme am Ende einer Kampagne tatsächlich auch erreicht wird. Durchbricht ein Projekt jedoch nicht die Zielsumme, wird es eingestellt und die Unterstützer nicht zur Kasse gebeten.

Ist das Geld aber erst einmal eingezogen, muss man auf eine Umsetzung der Entwickler hoffen, die Plattformen selbst sind nicht haftbar und zahlen auch keine Beiträge zurück. In der Vergangenheit kam es dabei immer wieder zu Problemen. Mal wurde der in der Kampagne angesetzte Zeitplan nicht eingehalten und teils deutlich überschritten, mal wurden die Einfuhrbestimmungen mancher Länder nicht beachtet, sodass nicht alle Unterstützer bedient werden konnten. Prominentestes Beispiel ist hier die Android-Konsole Ouya, bei der aufgrund von Zoll-Problemen, fehlenden Controllern und einer verspäteten Auslieferung Unterstützer verärgert, dann aber zumindest entschädigt wurden, um die Gemüter wieder zu beruhigen.

Anderes beim Kartenspiel namens Asylum. Die Kampagne fand im Oktober 2012 insgesamt 810 Geldgeber, die mehr als 25.000 US-Dollar gaben und damit das von den Entwicklern erhoffte Ziel von 15.000 US-Dollar deutlich überboten. Den Unterstützern des Kartenspiels wurden Belohnungen wie einzelne Kartendecks, Zeichnungen und Artworks mit Autogrammen der Entwickler versprochen. Ausgeliefert werden sollte diese bereits im Dezember 2012. Geschehen ist bislang jedoch nichts – die Facebook- und Twitter-Kanäle sind längst verstummt, die Webseite der Entwickler nicht mehr erreichbar – das letzte Update gab es im Juli 2013. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft des US-Bundesstaates Washington Klage erhoben.

Gefordert wird laut heise online die Rückerstattung der geleisteten Beträge, Zivilstrafen von bis zu 2.000 US-Dollar für jede einzelne Rechtsverletzung sowie Kostenersatz. Laut der Staatsanwaltschaft ist es die erste Klage in den USA, die wegen nicht erfüllter Crowdfunding-Versprechen erhoben wird. Vertreten werden jedoch nur „ungefähr 31“ Unterstützer, die zum Zeitpunkt der Kickstarter-Kampagne im US-Bundestaat Washington ihren Wohnsitz hatten. „Diese Klage sendet eine klare Botschaft an die Leute, die an das Geld der Öffentlichkeit wollen: Der Staat Washington wird Crowdfunding-Diebstahl nicht tolerieren.“, teilt Generalstaatsanwalt Bob Ferguson mit.

Man werde jene zur Verantwortung ziehen, die sich nicht an die Regeln halten. Verbraucher sollten sich jedoch bewusst sein, dass Crowdfunding nicht ohne Risiko ist.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (2)

#1
Registriert seit: 02.07.2013

Banned
Beiträge: 888
Es ist schon schade, wie es immer wieder schwarze Schafe gibt, die Teils sehr kurzsichtig, etwas an sich gutes für alle anderen Kaputt machen müssen.

Also viel Glück bei der Klage, das da noch was zu holen ist. Meiner Meinung nach gehören auch ein paar andere (recht populäre) Projekte verklagt.
#2
customavatars/avatar96803_1.gif
Registriert seit: 13.08.2008
Bielefeld
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 413
und die wären ?

mein persönlicher Crowdfundingreinfall war jedenfalls Castle Story.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

US Navy wegen Software-Piraterie auf fast 600 Millionen US-Dollar...

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/US-NAVY

Die US Navy ist von dem deutschen 3D-Softwareentwickler Bitmanagement wegen Software-Piraterie verklagt worden. Wie The Register berichtet, hat Bitmanagement bei dem US Court of Federal Claims Klage eingereicht, und fordert nicht weniger als 596.308.103 US Dollar Schadensersatz. Laut Klageschrift... [mehr]

AMD-Grafikkarten-Hersteller VTX3D verschwindet vom Markt

Logo von VTX3D

Vor allem für AMD-Partner sind schwere Zeiten angebrochen: Während der gesamte PC-Markt mit einer weltweit schwächelnden Nachfrage zu kämpfen hat, haben es die ersten Polaris-Grafikkarten gegen NVIDIAs Pascal-Modelle nicht leicht. Zwar kann die Radeon RX 480 leistungsmäßig durchaus mit der... [mehr]

Amazon Prime Day: Um Mitternacht geht es los

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/AMAZON_PRIMEDAY

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr legt Amazon den Prime Day auch in Deutschland wieder neu auf. Ab Mitternacht soll es alle fünf Minuten neue Deals geben, ab 6:00 Uhr des morgigen Dienstags sollen stündlich 100 weitere Blitzangebote hinzukommen. Zugriff auf die Angebote aber werden nur... [mehr]

Amazon Prime Day: Interessante Technik-Deals im Überblick (Anzeige)

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/AMAZON_PRIMEDAY

Wie angekündigt hat der Online-Versandhändler Amazon um Mitternacht den zweiten deutschen Prime Day gestartet. Seitdem hagelt es bei Amazon ein Angebot nach dem anderen. Seit Mitternacht gibt es alle fünf Minuten neue Deals, seit 6:00 Uhr kommen stündlich 100 weitere Blitzangebote hinzu.... [mehr]

AMD mit guten Quartalszahlen – Vega und Naples für Q2 bestätigt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD

AMD hat die ersten Quartalszahlen veröffentlicht, die nach dem Verkaufsstart der RYZEN-Prozessoren zusammengestellt wurden. Darin zeichnet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz aus, muss bisher aber noch auf Gewinne verzichten. Weitaus wichtiger aber ist, dass AMD in seinen... [mehr]

Amazon Drive mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 70 Euro im Jahr

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/AMAZON

Amazon bietet ab sofort seinen Speicherdienst Drive mit unbegrenztem Speicherplatz für 70 Euro im Jahr an. Dabei kann der Kunde unbegrenzt viele Daten auf den Cloud-Service hochladen und muss auf keine Begrenzung achten. Das Angebot kann laut Amazon für drei Monate kostenlos getestet werden –... [mehr]