> > > > Verbraucherzentrale kündigt Klage gegen Vodafones stationäre LTE-Tarife an (Update)

Verbraucherzentrale kündigt Klage gegen Vodafones stationäre LTE-Tarife an (Update)

Veröffentlicht am: von

vodafoneAm vergangenen Freitag konnte die Verbraucherzentrale einen größeren Erfolg verbuchen. Denn nach einer Abmahnung sowie mehreren Gesprächen lenkte die Deutsche Telekom ein und kündigte eine Überarbeitung ihrer stationären LTE-Tarife an, die unter der Bezeichnung „Call & Surf Comfort via Funk“ angeboten werden. Aus Sicht der Verbraucherschützer war nicht nur das Bewerben als „Internet Flat“, sondern auch das deutliche Drosseln der Übertragungsrate unzulässig.

Zumindest letzteres wirft man auch dem Konkurrenten Vodafone mit seinen „LTE Zuhause“-Tarifen vor. Bereits im Dezember hatte Katja Henschler, zuständig für den Bereich Telekommunikation der Verbraucherzentrale Sachsen, erklärt, dass man die Wettbewerber beobachte, am vergangenen Freitag deutete sie gegenüber Hardwareluxx neue Informationen für den heutigen Montag an. Und diese zeigen, dass der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter weitaus weniger kooperationswillig ist als der Marktführer aus Bonn. Denn: „Die Unterlassungserklärung, die wir in Sachen LTE-Tarife gefordert haben, hat Vodafone nicht abgegeben“, so Henschler, „Nun werden sich die Gerichte mit den Tarifen befassen müssen.

Konkret geht es dabei um die Tarife „LTE Zuhause S“, „M“ und „L“. Deren Bedingungen sehen vor, dass nach einem monatlichen Datenübertragungsvolumen von 10, 15 und 30 GB die Übertragungsraten im Down- und Upstream auf 384 Kb/s gesenkt werden; ungedrosselt bietet Vodafone 7,2, 21,6 und 80 Mb/s an. Ähnlich wie bei der Deutschen Telekom kann die Geschwindigkeit gegen Extragebühr wieder erhöht werden, die Preise liegen dabei zwischen 1,49 Euro für 200 MB 14,99 Euro für 10 GB. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale wird die Drosselung aber nicht eindeutig genug erwähnt, „so dass die Verbraucherinnen und Verbraucher vielmehr im Sinne einer Flatrate von einer unbegrenzten Internetnutzung zu der versprochenen Geschwindigkeit ausgehen dürfen.“ Da Vodafone sich uneinsichtig gezeigt habe, werde man nun eine Klage vorbereiten, in der es aber nicht nur um die Intransparenz gehen soll: „Dabei wird sie [die Verbraucherzentrale, Anm. d. Red.] in dem einzuleitenden Gerichtsverfahren auch die Frage auf den Prüfstand stellen, inwieweit bei einer solchen Tarifgestaltung eine Drosselung der Surfgeschwindigkeit auf nicht mal ein Zehntel der ursprünglich vereinbarten Geschwindigkeit zulässig ist.

Sollte das zuständig Gericht über die Klage in diesem Umfang verhandeln, dürfte nicht nur Vodafone den Ausgang mit großem Interesse verfolgen. Denn auch die Deutsche Telekom senkt die Geschwindigkeit in diesem Rahmen. Eine Stellungnahme seitens Vodafone liegt derzeit nicht vor.

Update: Auf Nachfrage hat Vodafone lediglich auf eine allgemeine Stellungnahme verwiesen. Laut dieser sehe man keinen Grund für die Beanstandungen und habe „daher die von der Verbraucherzentrale geforderte Unterlassungsverpflichtungserklärung nicht abgegeben.“ Man würde „sehr deutlich“ darauf hinweisen, „dass der Kunde ein bestimmtes Highspeed-Volumen kauft.“ Dabei vergleicht Vodafone die eigenen stationären LTE-Tarife mit gewöhnlichen Mobilfunktarifen, die vor allem im Zusammenspiel mit Smartphones verwendet werden. Denn im Gegensatz zu klassischen Festnetzanschlüssen und -tarifen „ist beim Mobilfunk die Qualität maßgeblich von der Auslastung der jeweiligen Funkzelle abhängig“, eine Drosselung nach einem bestimmten Volumen sei deshalb „im Interesse aller anderen Kunden.

Ob das Gericht im Falle einer Klage der Position Vodafones zustimmt, bleibt abzuwarten. Zwar weist das Unternehmen seit kurzem klar darauf hin, dass die Übertragungsraten gedrosselt werden, die maximalen Geschwindigkeiten werden nach wie vor aber deutlich prominenter beworben.

Social Links

Kommentare (2)

#1
customavatars/avatar151917_1.gif
Registriert seit: 18.03.2011

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1381
Schön, und könnten die Verbraucherschützer auch
die UMTS-Tarife angehen, die sogar auf 64KBits
gedrosselt werden, nach sage und schreibe 10GB.
Diese sind eben auch von Vodafone für Kunden
angeboten worden, wo kein DSL verfügbar ist:
#2
Registriert seit: 29.02.2012

Kapitänleutnant
Beiträge: 2010
Bei Base habe ich es sogar mal geschafft meine 500MB "Flat" nur durch Edge(anderes gibt es hier auf dem Lande nicht) aufzubrauchen mit der Folge das mir eine sMS zukam, das mein High Speed Volumen nun aufgebraucht sei und man mich drosseln wird.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

AMD-Grafikkarten-Hersteller VTX3D verschwindet vom Markt

Logo von VTX3D

Vor allem für AMD-Partner sind schwere Zeiten angebrochen: Während der gesamte PC-Markt mit einer weltweit schwächelnden Nachfrage zu kämpfen hat, haben es die ersten Polaris-Grafikkarten gegen NVIDIAs Pascal-Modelle nicht leicht. Zwar kann die Radeon RX 480 leistungsmäßig durchaus mit der... [mehr]

Lohnt das Mining für den Privatanwender noch?

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bestimmte Grafikkartenmodelle sind schlecht verfügbar und einige Hersteller präsentieren sogar spezielle Mining-Modelle – bestes Anzeichen dafür, dass eine neue Mining-Welle anrollt. Ethereum basiert wie Bitcoins auf einer Blockchain-Technologie. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung,... [mehr]

Bitcoin droht der Hard Fork – Ethereum weiter auf niedrigem Kurs

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bereits in der vergangenen Woche deuteten sich einige Änderungen bei den Kryptowährungen an. Nach einem wochenlangen Hoch brach der Kurs des Ether auf weit unter 200 US-Dollar ein. Die Gründe dafür sind nicht immer ersichtlich. Oftmals gibt es auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen... [mehr]

AMD mit guten Quartalszahlen – Vega und Naples für Q2 bestätigt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD

AMD hat die ersten Quartalszahlen veröffentlicht, die nach dem Verkaufsstart der RYZEN-Prozessoren zusammengestellt wurden. Darin zeichnet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz aus, muss bisher aber noch auf Gewinne verzichten. Weitaus wichtiger aber ist, dass AMD in seinen... [mehr]

O2: Wer bei der Hotline nicht anruft, wird mit Datenvolumen belohnt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/O2_LOGO

O2 war in den letzten Monaten aufgrund seiner schlecht erreichbaren Hotline immer wieder in der Kritik. Kunden mussten teilweise stundenlang in der Warteschleife warten, bis sich am anderen Ende der Leitung ein Mitarbeiter meldete. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die Kapazitäten... [mehr]

Amazon Drive mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 70 Euro im Jahr

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/AMAZON

Amazon bietet ab sofort seinen Speicherdienst Drive mit unbegrenztem Speicherplatz für 70 Euro im Jahr an. Dabei kann der Kunde unbegrenzt viele Daten auf den Cloud-Service hochladen und muss auf keine Begrenzung achten. Das Angebot kann laut Amazon für drei Monate kostenlos getestet werden –... [mehr]