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GVU ertappt Abfilmerin in Mannheimer Kino

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rechtsstreitDie Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sorgte in der letzten Woche mit der Schließung der beiden illegalen Download-Portale „1load.net“ und „gameload.org“ bereits für Schlagzeilen. Wie man nun via Pressemitteilung bekanntgab, ist am vergangenen Mittwoch auch eine Frau verhaftet worden, die aktuelle Kinofilme mit einer Kamera illegal aufzeichnete und anschließend ins Netz stellte.

Die Täterin wurde dabei auf frischer Tat bei der Abfilmung des Films „Wolverine – Weg des Kriegers“ in einem Mannheimer Kino ertappt und beobachtet und kurz vor Ende der Vorstellung durch die Polizei festgenommen. Den Angaben der Beobachter zufolge, habe die Täterin ihre HD-Kamera ruhig und konzentriert eingerichtet und bereits im Vorfeld reflektierende Teile der Kamera abgeklebt, übermalt oder gar weggeschliffen, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Die Frau wurde zur Vernehmung auf die Dienststelle gebracht und sei erst wieder gegen Mitternacht auf freien Fuß gesetzt worden.

Mit dieser HD-Kamera soll die Täterin den aktuellen Kinofilm abgefilmt haben.

Laut der GVU sei man dem Täterkreis bereits seit Anfang des Jahres auf der Spur gewesen. In vier bisher illegal ins Netz gestellten Kinofilmen hatten es die Täter offenbar versäumt, die versteckten Wasserzeichen unkenntlich zu machen. Die Ermittler konnten an den forensischen Markierungen in Bild und Ton so Rückschlüsse ziehen, aus welchen Kinos die Aufnahmen stammten. Weiterführende Analysen und Ermittlungen sollen den Anfangsverdacht gegen die Tätergruppe bestätigt haben.

Allein in diesem Jahr soll die Gruppe schon vier Kinotitel online verbreitet haben. Nach GVU-Erkenntnissen soll der Täterkreis zu einer sogenannten „Release-Gruppe“ zählen, die aus solchen illegalen Bild- oder/und Tonmitschnitten die frühesten Raubkopien aktueller Kinofilme auf szene-eigene Downloadserver hochladen, wo sie von professionellen Uploadern gegen Entlohnung auf verschiedene Filhoster geladen werden. Die Download-Links werden dann in einschlägigen Portalen verbreitet oder landen direkt auf Streaming-Plattformen wie ehemals kino.to, das im Juni 2011 geschlossen wurde. Erst dann können sie im Internet von jedermann gefunden werden.

Laut GVU-Informationen habe die Szene im letzten Jahr aufgrund des hohen Verfolgungsdrucks lediglich eine einzige Kinofilmraubkopie deren Bildmaterial von einem deutschen Lichtspieltheater stammte, ins Netz gestellt. In diesem Jahr sollen es allerdings schon elf Kopien ins Internet geschafft haben.