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Funkanlagenrichtlinie: EU-Ausschuss beschließt einheitliche Ladekabel

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eu logoAm vergangenen Mittwoch hat der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) mit insgesamt 43 Ja-Stimmen der überarbeiteten Funkanlagenrichtlinie zugestimmt und diese somit angenommen. Der Ausschuss möchte mit der Richtlinie dafür sorgen, dass beim Kauf von neuen Geräten nicht zwingend ein weiteres Ladegerät, bzw. Kabel benötigt wird. Bereits in der Vergangenheit haben sich diverse Hersteller dazu entschieden, die Netzteile aus dem Lieferumfang zu entfernen.  

Die neue Richtlinie betrifft neben Mobiltelefonen auch Tablets sowie Digitalkameras beziehungsweise Kopfhörer und Headsets. Außerdem sind tragbare Videospielkonsolen und Lautsprecher, die mit Hilfe eines Kabels geladen werden, betroffen. Ausnahmen werden nur für Geräte gemacht, bei denen sich bauartbedingt kein USB-Typ-C-Anschluss unterbringen lässt. Hier nennt der Ausschuss explizit Smartwatches, Gesundheits-Tracker und einige Sportgeräte.

Die genannte Überarbeitung ist Teil der Bemühungen der EU, die Nachhaltigkeit von Produkten, insbesondere von Elektronikgeräten, auf dem EU-Markt weiter voran zu treiben. Die Abgeordneten fordern außerdem eine eindeutige Kennzeichnung, ob ein Ladegerät im Lieferumfang enthalten ist.

Des Weiteren fordern die Abgeordneten aufgrund der zunehmenden Nutzung des kabellosen Ladens, dass die Europäische Kommission bis Ende 2026 eine Strategie vorlegt, die ein Mindestmaß an Interoperabilität für alle neuen Ladelösungen vorsieht. Ziel ist es eine neue Fragmentierung des Marktes zu vermeiden. 

Alex Agius Saliba (MT, S&D) sagte: "Bei einer halben Milliarde Ladegeräte für tragbare Geräte, die jedes Jahr in Europa ausgeliefert werden und 11.000 bis 13.000 Tonnen Elektroschrott erzeugen, würde ein einheitliches Ladegerät für Mobiltelefone und andere kleine und mittlere elektronische Geräte allen zugute kommen. Es würde der Umwelt helfen, die Wiederverwendung von alten elektronischen Geräten fördern, Geld sparen und unnötige Kosten und Unannehmlichkeiten für Unternehmen und Verbraucher reduzieren. Wir schlagen eine wirklich umfassende politische Maßnahme vor, die auf dem Vorschlag der Kommission aufbaut, indem sie die Interoperabilität von drahtlosen Ladetechnologien bis 2026 und eine bessere Information der Verbraucher durch spezielle Etiketten fordert. Außerdem erweitern wir den Anwendungsbereich des Vorschlags, indem wir weitere Produkte wie Laptops hinzufügen, die den neuen Vorschriften entsprechen müssen.