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Kryptomining: Kasachstan will zurück zur Atomkraft

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bitcoin

Auch Ende 2021 ist der Kryptoboom keinesfalls verpufft und Bitcoin und Co. jagen von einem Kursrekord zum anderen. Auch das Verbot in China konnte dem Siegeskurs bislang nicht viel anhaben. Mit El Salvador gibt es nun ein Land, dass Bitcoins als offizielle Währung anerkannt hat. Hier kann man jetzt mit den digitalen Coins zum Beispiel im Supermarkt bezahlen. Ob sich Kryptowährungen auch in Zukunft durchsetzen werden, bleibt zwar zunächst abzuwarten, kurzfristig lässt sich hiermit allerdings Geld verdienen. Voraussetzung hierfür sind aber sicherlich günstige Energiekosten. 

Somit sind für Minenbetreiber Länder mit billigem Strom ausschlaggebend bei der Standortwahl. Aus diesem Grund sammeln sich rund 18 % der weltweiten Hashrate in Kasachstan. Mit Strompreisen von 0,03 Euro pro Kilowattstunde lohnt sich der Betrieb hier besonders. In Deutschland liegt die Kilowattstunde bei über 0,30 Euro.

Mit den neuen Minern nimmt erwartungsgemäß auch der Strombedarf des Landes zu. Dieser stieg um rund 8 %. Was nun jedoch Folgen hat. Durch die kalten Witterungsbedingungen benötigt die Bevölkerung mehr Energie und es kommt zu Ausfällen bei den Kraftwerken. 

Allerdings fordert die Regierung nun kein hartes Vorgehen gegen die Miner, sondern baut die eigenen Kapazitäten weiter aus. Aus diesem Grund will der kasachische Präsident Qassym-Schomart Toqajew nun ein neues Atomkraftwerk errichten. Seit dem Jahr 1999 hat man sich in Kasachstan bereits von der Atomkraft verabschiedet. Somit sorgen Bitcoin und Co. für einen Rückschritt in der Umweltpolitik des Landes, was alles andere als zu begrüßen ist. Das zentralasiatische Land und ehemalige Sowjetrepublik hofft allein durch den Abbau von Kryptowährungen auf Steuereinnahmen von rund 300 Millionen US-Dollar. Solange das Kraftwerk noch nicht errichtet wurde, haben sich die Minen-Betrieber mit den Netzbetreibern auf ein Limit beim Stromverbrauch geeignet.