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Bundesregierung verfehlt Gigabit-Ziel, will aber daran festhalten

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bundesregierungDie Bundesregierung wird abermals ein sich selbst gestecktes Ziel haushoch verfehlen. Dabei handelt es sich um den flächendeckenden Ausbau von Gigabit-Netzen bis zum Jahre 2025. Laut David Zimmer, Präsident des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) und Geschäftsführer der Deutsche Glasfaser läge noch ein "ganz weiter Weg vor uns". So bemängelt er vor allem den besonders schleppenden Ausbau in ländlichen Gebieten, welche ohnehin am meisten unter langsamen Internet zu leiden haben. Es sei vollkommen unrealistisch, sämtliche Glasfaseranschlüsse, die für einen flächendeckenden Zugang zu schnellem Internet notwendig seien, innerhalb der nächsten vier Jahre zu bauen.

Stefan Sauer (CDU), Mitglied des Bundestags-Ausschusses Digitale Agenda versuchte hingegen am 23. März auf der Veranstaltung VATM Virtuell das Verfehlen des Ziels mit beschwichtigenden Worten zu relativieren. So möchte er trotz aller Widerstände am Ziel zum flächendeckenden Ausbau von Gigabit-Netzen bis zum Jahr 2025 festhalten. Neue Ziele würden ihm zufolge nur noch mehr Verwirrung stiften.

Laut Sauer käme Deutschland einer Gigabit-Gesellschaft immer näher. Wenn man den ländlichen Raum ausblende, könnte man ihm zufolge das Ziel durch die Einbindung von oberirdischem Ausbau, Trenching und Satelliteninternet doch noch erreichen. Wobei bei einem solchen Vorgehen wohl kaum noch von flächendeckendem Ausbau die Rede sein kann.

Der Sprecher der Geschäftsführung Ewe TEL Norbert Westfal äußerte sich kritisch zu den Äußerungen von Sauer. So räumt er ein, dass bis zum Jahr 2025 "nicht alles fertig sein wird." Weiterhin sagt er, dass auch das Koax-Netz lediglich aus Kupfer bestehe und dass man für echte Gigabitfähigkeit Glasfaser bis in alle Gebäude verlegen müsse.