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Huawei-Leak: Britischer Verteidigungsminister entlassen

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Der Fall Huawei scheint kein Ende zu nehmen. Nach dem Bekanntwerden von Backdoors in Huawei-Routern von Vodafone wurde jetzt durch die Premierministerin Theresa May der Verteidigungsminister Gavin Williamson seines Amtes enthoben. Grund hierfür ist die Weitergabe der Entscheidung des Nationalen Sicherheitsrates zum eingeschränkten Einsatz von Huawei-Komponenten an die Medien. So soll Huawei zukünftig nicht komplett vom Ausbau des 5G-Netzes ausgeschlossen werden, allerdings darf der chinesische Telekommunikationsausrüster mit Sitz in Shenzhen keine Kern-Komponenten zur Verfügung stellen.

Die besagte Entscheidung des Sicherheitsrates sorgte in Großbritannien für große Aufregung. Premierministerin May setzte sich einerseits mit ihrer Entscheidung über die Bedenken aus Sicherheitskreisen hinweg, zum anderen wollte sich die Premierministerin nicht dem Druck aus den Vereinigten Staaten beugen und komplett auf den chinesischen Anbieter Huawei verzichten. Außerdem musste sich die britische Regierung gefallen lassen, bei einem äußerst sicherheitspolitischen Thema nicht in der Lage gewesen zu sein, die Geheimhaltung zu wahren.

Gavin Williamson bestätigte zwar mit einem Reporter des Daily Telegraph gesprochen zu haben, allerdings dementierte der ehemalige Verteidigungsminister, für den Leak verantwortlich zu sein. Er behauptet jedoch weiterhin, dass weder er noch jemand von seinen Mitarbeitern die besagten Informationen weitergegeben hat. Die durchgeführte Untersuchung des nationalen Sicherheitsberaters Mark Sedwill betitelte der Ex-Minister derweilen als Scheingericht. Premierministerin May spricht hingegen von zwingenden Beweisen, die ihre angeordnete Untersuchung des Leaks ans Tageslicht gefördert hätten und den 42-Jährigen ehemaligen Verteidigungsminister Gavin Williamson eindeutig als Urheber des Leaks identifizieren.