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Deutsche Telekom plant weiteren Angriff auf Netzneutralität und Flatrates

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telekom2In den letzten Tagen sind einige Provider mit verbraucherunfreundlichen Methoden wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. So fing der Düsseldorfer Provider und Netzbetreiber Vodafone an, bei seinen via Coax-Kabel angeschlossenen Kunden eine Drosselklausel durchzusetzen, welche schon länger in den AGB des Unternehmens steht.

Doch auch die Deutsche Telekom machte sich unbeliebt mit ihren Plänen, Start-Ups eine Datenüberholspur in Gegenleistung von Anteilen am Umsatz zu bieten. Dies geschah direkt nachdem die Europäische Union unter Führung von EU-Kommissar Günther Oettinger die Netzneutralität mit Anlauf gegen die Wand fuhr.

Nun sucht die Deutsche Telekom nach weiteren Möglichkeiten, Geld in die Kassen zu spülen. So wird geplant, Providern, die einen Bitstream-Zugang zu einem VDSL-Anschluss bei der Telekom beantragen, eine Datendrossel quasi aufzuzwingen. Zusätzlich zu den um fast das doppelte gestiegenen monatlichen Kosten für den Bitstreamzugang möchte die Telekom bei einem 50-Mbit/s-Anschluss lediglich ein Datenvolumen von 88 GB im Monat als Inklusivleistung pro Monat anbieten. Die Grundkosten steigen dabei laut Provider Easybell von 10,19 für die TAL-Miete auf 19,20 für den Bitstreamzugang im Monat.

Durch dieses Vorhaben kann das Unternehmen die Konkurrenz zu Volumentarifen zwingen, und selbst dann mit lediglich abgeschwächten „Shitstorm“ ebenfalls die bereits für 2013 geplante Drossel einführen.

Bisher setzen bereits Vodafone Deutschland und Telefónica Deutschland als große Anbieter die Datendrossel bei ihren Nutzern aktiv durch. Sollte die Bundesnetzagentur nicht dazwischen grätschen, stehen zumindest in Deutschland schwierige Zeiten für ein freies Internet mit Netzneutralität an.