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Vodafone Kabel drosselt ab 10 GB am Tag (Update: Vodafone rudert zurück)

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vodafoneFür alle Kunden von Vodafone Kabel könnte es nun eng werden. Ab sofort will das Unternehmen Internetzugänge ab einem genutzten Datenvolumen von 10 GByte pro Tag zu drosseln. Zunächst berichtete www.werdrosselt.de darüber, in der Folge hat Thorsten Höpken, Sprecher von Vodafone, das Vorgehen gegenüber Golem.de bestätigt.

In den Verträgen von Vodafone Kabel ist bereits seit einiger Zeit eine Klausel vorhanden, die ab einem Datenvolumen von 10 GB eine Drosselung vorsieht. Bisher hat man aber auf eine Umsetzung verzichtet, vorausgesetzt man erreichte nicht 60 GB am Tag. Doch nun soll es auch ab 10 GB pro Tag schon so weit sein, wie Höpken bestätigt:

"Wir können bestätigen, dass wir mit der technischen Umsetzung in den ersten Regionen Anfang November begonnen haben und dass diese in einigen Wochen abgeschlossen sein wird."

Betroffen sein sollen aber nur bestimmte Dienste. Wie schon bei den 60 GB am Tag betrifft die Datendrossel in der Folge nur Filesharing-Dienste wie zum Beispiel Bittorrent. Vodafone versteht darunter aber auch Peer-to-Peer, One-Click-Hoster oder Net-News. Daher sieht Vodafone Kabel auch keinerlei Auswirkungen für einen Großteil der eigenen Kunden. Die Reduzierung erfolgt auf 100 kBit/s, aber auch hier nur bei Filesharing-Diensten. Der "reguläre" Datenverkehr soll nicht betroffen sein.

"Diese Maßnahme ist für die überwiegende Mehrheit unserer Kunden von Vorteil, da die zur Verfügung stehende Bandbreite im Netz im Sinne eines optimalen Surferlebnisses auf alle Kunden gerecht verteilt wird. Denn wir möchten verhindern, dass ein übermäßiger Datenverbrauch einiger weniger Nutzer zu Engpässen für die überwiegende Mehrheit der übrigen Kunden führt", so Höpken.

Um den Datenverkehr bzw. dessen Nutzung auf bestimmte Dienste einschränken zu können, bedarf es einer technischen Infrastruktur. Diese baut Vodafone Kabel nach eigenen Angaben derzeit flächendeckend auf und hat in einigen Regionen bereits damit begonnen. Damit könnte die Drossel bereits in Kürze scharfgeschaltet werden. Einige Nutzer berichten sogar bereits von einer deutlichen früheren Drosselung als die bereits erwähnten 60 GB am Tag.

Bereits im September hatte Vodafone damit begonnen die Volumengrenzen innerhalb seiner Tarife offensiver zu kommunizieren. Im Tarif Internet & Phone Kabel 200 V wird nicht nur über den Download mit 200 MBit/s und den Upload mit 12 MBit/s gesprochen, sondern im gleichen Zuge auch ein Datenlimit von 1.000 GB erwähnt. Nach Erreichen dieses Volumens werden der Download auf 10 MBit/s und der Upload auf 1 MBit/s gedrosselt. Bei einem Download von theoretisch maximalen 200 MBit/s wären diese 1.000 GB innerhalb von knapp 11 Stunden aufgebraucht.

Außerdem äußerte sich Vodafone bereits mehrfach kritisch gegenüber strengeren Regeln für die Netzneutralität. Der Begriff sei inzwischen negativ belegt, stattdessen wolle man nur noch über Qualitätsklassen sprechen, was den eigentlichen Hintergrund seitens Vodafone schnell entlarvt. Damals sagte Vodafone-Deutschland-Chef Schulte-Bockum:

"Deshalb brauchen wir richtig verstandene Netzqualität. Niemand darf in einer offenen Gesellschaft die freie Verfügbarkeit von Inhalten unterbinden, das ist meine feste Überzeugung. Aber wenn es um Qualitätsklassen geht, muss es möglich sein, besondere Dienste gegen Geld abzuwickeln." Man müsse aber vom "negativ belegten Wort Netzneutralität wegkommen", da dies "politisch verfänglich" sei."

Update:

Etwas überraschend hat Vodafone die Drossel von Filesharing-Diensten nun wieder zurückgezogen. Damit reagiert Vodafone Kabel offenbar auf die heftige Kritik, die in den vergangenen Tagen aufgrund der angedrohten Drosselung aufgekommen ist. Gegenüber Spiegel online äußert sich ein Sprecher des Unternehmens wie folgt:

"Es handelte sich hierbei um ein Pilotprojekt. Je nach Ergebnis war geplant, dieses im Kabelgebiet weiter auszurollen oder nicht. Die bisherigen Ergebnisse des Tests bewegen uns dazu, die Maßnahme nicht fortzuführen. Damit entfallen zugleich auch sämtliche Beschränkungen für Filesharing-Dienste - sowohl die ab einem Verbrauch von 10 Gigabyte als auch die bereits seit längerem bestehenden ab einem Verbrauch von 60 Gigabyte."

Nicht nur wird die neuerliche, verschärfte Regel abgeschafft, sondern auch die alte 60-GB-Grenze scheint offenbar Geschichte zu sein. Eine Änderung der AGB sieht Vodafone Kabel aber offenbar nicht vor. Vielmehr wolle man bei der technischen Umsetzung zukünftig andere Richtlinien gelten lassen. Genauer ausgeführt wird dies jedoch nicht.

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