Seite 3: Die Einsteiger- und Mittelklasse

Haben wir bisher ausschließlich NVMe-Vertreter mit Transferraten von mehreren Gigabyte pro Sekunde vorgestellt, widmen wir uns nun den Budget-Lösungen, die vor allem durch ein starkes Preisleistungsverhältnis auf sich aufmerksam machen. Hier sind keine Geschwindigkeitsrekorde zu erwarten, wobei die Alltagsleistung deshalb keineswegs geschmälert wird. Gerade für alltägliche Anwendungen, bei denen keine riesigen Datenmengen in kürzester Zeit geschrieben werden müssen, bieten sich diese SSDs an.

Ist das schon Mittelklasse? Die Toshiba RC500

Einsteiger- und Mittelklasse mit einem NVMe-Interface? Wir sagen angesichts einer UVP von 60 Euro für das Modell mit 500 GB eindeutig ja. Die Toshiba RC500 kann damit bei nur etwa 10 Euro Mehrkosten zu den beliebten SATA-SSDs mit gleicher Speicherkapazität deutlich mehr Performance bieten. Neben erstklassigen Messwerten speziell bei sehr kleinen Dateien hat uns letztlich vor allem die hohe Alltagsleistung überzeugt, die wir in unserem Review ermitteln konnten. Natürlich müssen angesichts des Preises auch kleine Abstriche gemacht werden. So besitzt die RC500 keinen separaten Cache, sondern behilft sich ausschließlich mit SLC-Caching ehe sie die TLC-Zellen direkt befüllen muss. Doch gerade letzteres hat uns bei den neuen BiCS4-Speichern durchaus beeindruckt, haben wir doch so immer noch gute 600 MB/s gemessen. Gerade Systeme, die mit eher geringem Speicherbedarf konzipiert sind, können mit der RC500 flott gemacht werden.

Preise und Verfügbarkeit
KIOXIA RC500 500GB, M.2
80,08 Euro Nicht verfügbar Ab 80,08 EUR


Kein Nachfolger in Sicht: Samsung SSD 860 EVO

Das Samsung-Trio unserer SSD-Rangliste wird wenig überraschend durch die 860 EVO vervollständigt. Auch wenn sie mit bald zwei Jahren die älteste unserer Zusammenstellung ist, gehört sie keineswegs zum alten Eisen, sondern zurecht zu den nach wie vor beliebtesten SATA-SSDs. Kein Wunder, hat sie doch in ihrer größten Ausführung mit 4 TB Gesamtspeicherplatz in unserem Review einen nachhaltig guten Eindruck hinterlassen. Mit LPDDR4-Cache und TurboWrite-Technologie (SLC-Cache) können gerade die größeren Modelle durchgängig mit hoher Schreibrate gefüllt werden. Nicht zuletzt deshalb ist die 860 EVO auch in unserem Belastungstest ein ständiger Vergleichswert, denn auch trotz theoretischen Vorteilen konnte selbst so manche NVMe-SSD keine besseren Werte aufbieten.

Auch wenn die Samsung 860 EVO nicht zu den günstigsten Vertretern ihrer Art gehört, wirkt der Preis von etwa 120 Euro für das Modell mit 1 TB daher angesichts der Leistung angemessen. Für Systeme, die gar keine Aufnahmemöglichkeit für NVMe-Laufwerke bieten, ist sie im Grunde in ihrer Leistung alternativlos.

Preise und Verfügbarkeit
Samsung SSD 860 EVO 1TB
108,90 Euro 137,84 Euro Ab 108,90 EUR


Masse statt (Ober-)Klasse: Intel SSD 660p

Neben einem guten Verhältnis aus Preis und Leistung ist für viele PC-Schrauber natürlich auch die Frage nach der bezahlbaren Kapazität sehr wichtig. Bemüht man dabei die gängigen Preisvergleichsseiten nach "Preis pro TB, findet man meist einen Treffer ganz oben: die Intel SSD 660p. Kein Wunder, denn dank QLC-Speicher bietet die 660p aktuell 2 TB Kapazität für etwa 200 Euro an. 

Dass dabei QLC durchaus Nachteile mit sich bringt, haben wir in unserem Review deutlich feststellen müssen. Neben vergleichsweise geringen TBW-Angaben betrifft das vor allem die Transferleistung, wenn der DDR3- und SLC-Cache gefüllt sind. Müssen dann die Daten direkt in die QLC-Zellen geschrieben werden, bricht die Übertragungsgeschwindigkeit bis auf Festplatten-Niveau ein. Was sich allerdings zunächst dramatisch anhört und in Diagrammen auch so aussieht, muss auf den eigenen Anwendungsfall reflektiert werden. Im leeren Idealzustand können zunächst 70 GB Daten geschrieben werden, ehe dieses Szenario eintritt. Werden also täglich nur Programmdaten von der SSD geladen, stößt die Intel 660p kaum an ihre QLC-Grenzen. Einzig der Einsatz als System-Laufwerk sollte gut bedacht werden. Zwar konnten wir geringe Latenzen messen, doch die Transferleistung in unserem Belastungstest lag letztlich weit unter dem, was wir beispielsweise von der Samsung 860 EVO mit SATA-Interface kennen.

Preise und Verfügbarkeit
Intel SSD 660p 2TB, M.2
217,41 Euro 262,22 Euro Ab 217,41 EUR