Seite 1: Tutorial: Das MacBook Pro mit SSD und mehr RAM beschleunigen

macbook upgrade teaser kleinNeben den Standard-Konfigurationen bietet Apple bei seinen diversen MacBooks auch die Möglichkeit, Arbeits- und Massenspeicher auf die eigenen Vorlieben anzupassen - verlangt dafür aber oft eine Menge Geld. Gerade das macht das normale MacBook Pro 13" so interessant, denn dort können Arbeitsspeicher und SSD mit wenigen Handgriffen nachgerüstet werden. Wie dies problemlos gelingt, zeigt unser Tutorial. 

Apples MacBooks zählen seit Längerem zu den beliebtesten Notebooks. Doch auch wenn es nur drei Modellfamilien gibt: Wirklich übersichtlich ist das Angebot nicht. Durch zahlreiche verfügbare Optionen geht der Überblick schnell verloren, zumal es Kombinationen gibt, die sich stark ähneln. So buhlen gleich drei mobile Macs im13-Zoll-Bereich um die Gunst der Käufer. Das große MacBook Air sowie die kleinen Vertreter der Reihen MacBook Pro und MacBook Pro mit Retina Display.

Während ersteres eher auf lange Laufzeiten als auf hohe Leistung ausgerichtet ist, bieten die beiden letzteren deutlich mehr Reserven. Dabei gibt es zwischen diesen einige klare Unterschiede: Das gewöhnliche MacBook Pro ist mit aktuell rund 1150 Euro deutlich preiswerter als das Retina-Pendant, bietet aber das schlechtere Display. Zudem lockt das Retina-Modell ab Werk mit SSD und acht Gigabyte Arbeitsspeicher, das günstigere Pro kommt hingegen nur mit vergleichsweise langsamer HDD und vier Gigabyte RAM daher, bietet dafür aber ein optisches Laufwerk.

Wer keinen Wert auf das hochauflösende Display legt, im Gegenzug aber mit CDs und DVDs arbeiten und nicht auf SSD und mehr Arbeitsspeicher verzichten will, kann getrost zum preiswerteren MacBook Pro greifen. Denn hier kann mit wenigen Handgriffen das nachgerüstet werden, was Apple ab Werk nur gegen Aufpreis liefert. Aber auch diejenigen, die bereits ein MacBook Pro besitzen, können die Leistung ihres Altgeräts mit wenigen Handgriffen und für vergleichsweise wenig Geld steigern. Was ein solcher Umbau bringt, was er kostet und wie umfangreich die Arbeiten sind, zeigen wir exemplarisch anhand des Einsteigermodells.

Die Ausgangslage

Ab Werk ist das günstigste MacBook Pro mit einer 500 Gigabyte fassenden HDD sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher in Form von zwei Riegeln zu je zwei Gigabyte ausgestattet. Während der vorhandene RAM für die meisten alltäglichen Aufgaben ausreichend groß ausfällt, gerät man beim Bearbeiten von Fotos, umfangreichen Excel-Tabellen oder Ähnlichem schnell an Grenzen. Etwas anders sieht es beim Massenspeicher aus. Ein Wechsel von HDD auf SSD ist nicht nur bei nicht alltäglichen Arbeiten von Vorteil, schon bei trivialen Dingen wie dem Starten des Systems oder dem Laden von Browser, Mail-Client oder iTunes macht sich die deutlich höhere Geschwindigkeit bemerkbar.

Arbeitsmaterial
Arbeitsmaterial: MacBook Pro, SSD & RAM

Wie träge die verbaute Festplatte ist, zeigt der Benchmark: Während die HDD in der Spitze gut 84 Megabyte pro Sekunde lesen kann, sind es beim Schreiben nur noch knapp 67 Megabyte pro Sekunde. Dabei gilt: Zwischen dem Spitzenwert und dem Durchschnitt können deutliche Unterschiede liegen. So sinken die Übertragungsraten beispielsweise, wenn viele kleinere Dateien genutzt werden. Kopiervorgänge ziehen sich dann in die Länge, das Hochfahren des Systems dauert in der Regel deutlich länger als eine Minute. Wer sich bereits vor dem Kauf im Klaren darüber ist, dass die Grundkonfiguration nicht die gewünschte Leistung bereitstellen kann, hat zwei Möglichkeiten: Entweder das MacBook Pro bereits ab Werk mit SSD und mehr RAM bestellen oder die Umrüstung in Eigenregie vornehmen. Ein Blick auf die Preise dürfte die Entscheidung dabei erleichtern.

Denn während Apple für die Verdoppelung des Arbeitsspeichers von vier auf acht Gigabyte 100 Euro verlangt, müssen für eine 256 Gigabyte fassende SSD gleich 400 Euro eingeplant werden. Zum Vergleich: Die von uns verwendete XPG SX900 aus dem Hause ADATA mit 256 Gigabyte schlägt mit gut 200 Euro zu Buche, zwei 4-Gigabyte-Riegel vom Typ PC3-10600 (DDR3 1333, CL9) vom gleichen Hersteller zusammen mit etwa 70 bis 80 Euro. Die Differenz zwischen beiden Optionen liegt dementsprechend bei circa 200 Euro. Wer bereits ein MacBook Pro sein Eigen nennt, steht nicht vor dieser Entscheidung. Hier gibt es nur die Frage: Für weniger als 300 Euro die Performance noch einmal spürbar steigern oder einen vierstelligen Betrag in ein Neugerät investieren?

Umbau und Wiederinbetriebnahme

Für den Umbau selbst wird nur wenig Werkzeug benötigt: Für die Unterseite einen Schraubendreher des Typs PH00 sowie für die Festplatte das Modell Torx T6. Ebenso übersichtlich fallen die notwendigen Arbeitsschritte aus. Zunächst müssen die zehn Schrauben an der Unterseite sowie diese selbst entfernt werden, im nächsten Schritt dann die beiden Haltebügel der HDD. Der vermutlich kritischste Schritt folgt dann direkt: Ohne großen Krafteinsatz muss das Anschlusskabel abgezogen werden. Ist dies erfolgt, können die vier Torx-Schrauben entfernt werden. Der Einbau erfolgt  dann in der verkehrten Reihenfolge: Schrauben seitlich befestigen, SATA- und Stromkabel vorsichtig anbringen, SSD in die Halterung einsetzen und diese dann erneut verschrauben. Einfacher ist das Erweitern des Arbeitsspeichers. Hier müssen lediglich die vorhandenen Riegel vorsichtig durch die Entriegelung der beiden Halterungen entnommen sowie die beiden neuen Riegel eingesetzt werden. Im letzten Schritt wird dann lediglich die Unterseite wieder verschraubt, hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Schrauben an ihre bisherigen Stellen gesetzt werden; insgesamt gibt es hier drei verschiedene Längen.

Offenes MacBook Pro
Arbeitsmaterial: Innenleben vor dem Umbau

Bereits im Vorfeld des Umbaus muss eine Entscheidung bezüglich der Wiederinbetriebnahme getroffen werden. Denn klar ist: Mit dem Tausch der HDD gegen eine SSD sind auch die dort gesicherten Daten nicht mehr vorhanden. Gewählt werden kann hier zwischen zwei Optionen. Erstere sieht vor, unmittelbar vor dem Umbau den Inhalt der HDD per Software, hier bieten sich Carbon Clone Copy, SuperDuper und ähnliche Tools an, auf die SSD zu übertragen. Neben einem entsprechenden Programm wird dafür lediglich ein externes Gehäuse mit USB-Anschluss benötigt, in das die SSD kurzzeitig verbaut wird. Die Alternative besteht im Erstellen eines Boot-fähigen USB-Sticks, von dem aus OS X nach dem Umbau neu installiert wird. Benötigt werden hierfür die notwendigen Installationsdaten sowie ein mindestens 8 GB fassender USB-Stick.

Offenes MacBbok Pro
Arbeitsmaterial: Kritischster Punkt: Das Laufwerkskabel

Vor- und Nachteile haben beide Vorgehensweisen: Während erstere zwar den Komfort der Beibehaltung aller Daten bietet, kann man mit letzterer mit einem frischen System starten, was gerade bei seit längerer Zeit laufenden Installationen den ein oder anderen Vorteil bietet. Zudem kann ein Backup nach der Neuinstallation problemlos eingespielt werden, weshalb wir uns für Option 2 entschieden haben. Der USB-Stick wird wie folgt vorbereitet: Im Festplattendienstprogramm wird der Stick unter dem Reiter „Löschen“ mit dem Dateiformat „Mac OS Extended (Journaled)“ formatiert. Anschließend wird im Reiter „Wiederherstellen“ als Quelle das Installations-Image ausgewählt. Dieses findet man im „OS X Mountain Lion Installer" (Paketinhalt anzeigen -> Contents -> ShardSupport -> InstallESD.dmg), per Doppelklick wird es wie gewohnt gemounted.

Je nach Geschwindigkeit des USB-Sticks kann der Kopiervorgang einige Minuten dauern, nach der Beendigung steht dann ein Installationsmedium zur Verfügung. Zum Aufspielen muss das Einschalten des Notebooks mit gedrückter Alt-Taste erfolgen, im dann erscheinenden Boot-Menü kann der präparierte USB-Stick gewählt und die Installation gestartet werden.

Offenes MacBook Pro
Arbeitsmaterial: Innenleben nach dem Umbau