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Klettern mit Tiefgang

Cairn angespielt

Portrait des Authors


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Das Studio The Game Bakers hat sich der Entwicklung von Indie-Spielen mit besonderem Look und Fokus auf Story verschrieben. So konnte man in der Vergangenheit vor allem mit Furi und Haven durchaus gute Kritiken erhalten. Furi beispielsweise steht auf Steam bei einer durchschnittlichen Wertung von Sehr Positiv bei über 10.000 Reviews. Auf metacritic erreicht der Titel einen Metascore von 77 und einen User Score von 7,8. Nun hat das Team mit Cairn sein neuestes Werk vorgestellt.

Am 29. Januar 2026 wurde Cairn für PC und Playstation 5 veröffentlicht. Das Spiel versteht sich selbst als Survival-Climber. Wie der Name bereits vermuten lässt, verbringen wir die meiste Zeit des Spiels damit, einen Berg zu erklimmen. Dabei gilt es, nicht nur unsere Ausdauer im Blick zu halten, sondern auch geschicktes Ressourcenmanagement zu betreiben. Protagonistin Ava muss nämlich auch auf ihre Ernährung achten und eventuelle Verletzungen verarzten. Wir haben den Aufstieg gewagt und Cairn angespielt.

Einstieg & Story– Ein Berg als Gegner

Schon im Hauptmenü zeigt Cairn, wo die Reise hingehen soll. Uns erwartet ein idyllischer Blick auf den Berg, den wir im Verlauf des Spiels erklimmen sollen. Nach dem Start lernen wir Protagonistin Aava kennen. Sie ist eine erfahrene und international bekannte Profi-Kletterin, deren Körper von unzähligen Narben gezeichnet und aus unbekannten Gründen dauerhaft zu 50 Prozent bandagiert ist. Los geht es für uns in einer Kletterhalle. Mit dabei ist auch ihr kleiner Begleiter Climbot, der früh als stiller Beobachter eingeführt wird. In einem kurzen Telefonat mit Aavas Manager erfahren wir, dass sie als erster Mensch überhaupt den Berg Kami bezwingen soll.

Bevor wir uns jedoch an den eigentlichen Aufstieg wagen, steht ein ausführliches Tutorial an. Dieses ist geschickt in die Umgebung eingebettet und fühlt sich an wie ein natürlicher Teil der Vorbereitung. Cairn erklärt seine Mechaniken nicht über Texttafeln, sondern lässt uns sie Schritt für Schritt selbst erfahren. Nach dem Training verlassen wir die Kletterhalle auf einem eher ungewöhnlichen Weg. Die hintere Wand ist ein gigantischer Berghang, der ins Freie führt. Diesen müssen wir erklimmen, um das Training zu beenden.

Im weiteren Verlauf werden wir immer wieder mit Anrufen aus Aavas privatem Umfeld konfrontiert. Ihre Familie und Freunde versuchen, sie zu erreichen, doch Aava selbst reagiert nicht. Stattdessen zeichnet Climbot die Nachrichten auf, sodass wir sie abends im Biwak anhören können. Die Inhalte sind oft persönlich, teils besorgt, teils rührend und geben Einblicke in Aavas Leben jenseits des Berges. Aava selbst antwortet allerdings niemals auf die Anrufe, wodurch wir alle Details hier eher von Dritten erfahren. 

Auf unserem Weg zum Gipfel entfaltet sich die Handlung weiter und wir treffen auch andere Personen. Mehr wollen wir hier aber nicht spoilern. Auch wenn die Geschichte in Cairn klar im Hintergrund bleibt, entwickelt sie gerade durch diese Zurückhaltung eine eigene Stärke. Sie drängt sich nicht auf, verleiht dem Aufstieg aber eine emotionale Tiefe.

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