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Was für ein Affentheater: Planet Zoo angespielt

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Mit Planet Zoo präsentiert die britische Spieleschmiede Frontier Developments ein Aufbaustrategiespiel, das an den Erfolg der von Blue Fang Games entwickelten Wirtschaftssimulation Zoo Tycoon aus dem Jahr 2001 anknüpfen möchte. Aus diesem Grund hat sich Hardwareluxx in die Welt der Zoologie begeben und sich den Nachfolger von Planet Coaster mal etwas genauer angeschaut.  

In Planet Zoo schlüpft der Spieler in die Rolle des Zoodirektors und hat dabei unter anderem die Möglichkeit, 73 verschiedene Tierarten im eigenen Zoo ein neues Zuhause zu geben. Außerdem erwarten die Gamer sechs unterschiedliche Biome, neun verschiedene Wettertypen sowie sieben Kontinente und ein Tag-/Nacht-Zyklus. 

Des Weiteren lassen sich insgesamt vier verschiedene Spielmodi auswählen. Neben dem Karriere- und dem Sandbox-Modus können bei der Simulation zudem die Modi Franchise und Herausforderung gewählt werden (bei Letzterem handelt es sich um einen Offline-Franchise-Modus). Außerdem stehen den Spielern über 2.000 unterschiedliche Items zur Verfügung, mit denen sich der eigene Zoo ganz Individuell gestalten lässt. Ob Aussichtsplattform oder Zäune aus Glas, der Spieler entscheidet selbst, wie er die Gehege der einzelnen Tiere gestalten möchte.

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Da es sich um eine Simulation handelt, hat jedes Tier seine ganz individuellen Anforderungen an die eigene Behausung. Diese reichen von Bodenbelägen wie zum Beispiel "hohem Gras" oder "Felsen” bis zu den im Gehege installierten Bepflanzungen. Passen diese nicht zum natürlichen Lebensraum des Zoobewohners, wirkt sich dies auf das Wohlbefinden des Tieres aus. Somit muss der Spieler immer ein Auge auf die sogenannten Biome der Tiere haben, um die eigenen Zoobewohner nicht zu verärgern. Auch die vielen neugierigen Blicke der Besucher können sich negativ auf das Befinden des Tieres auswirken. Abhilfe schaffen hier einseitige Spiegel. 

Des Weiteren spielt die Temperatur im Gehege eine Rolle. So benötigt ein Schneeleopard eine kältere Umgebung als zum Beispiel eine Giraffe. Für die richtige Gradzahl muss eine entsprechende Klimaanlage installiert werden, damit sich auch der Schneeleopard im Zoo wohlfühlt.

Tierarten wie Spinnen, Käfer, Frösche oder Schlangen benötigen die sogenannten Vivarien. Dabei handelt es sich um Glaskästen wie Terrarien oder Paludarien. Insgesamt 24 Arten benötigen die genannten Behausungen und können nicht in einem Gehege untergebracht werden. Außerdem lassen sich Vivarien im Vergleich zu den Außengehegen kaum individualisieren. 

Damit sich die Zoobewohner nicht wie verrückt vermehren kommt ein entsprechendes Verhütungsmittel zum Einsatz, das man allerdings auch per Schiebeschalter deaktivieren kann. Mit entsprechendem Nachwuchs lässt sich jedoch beim Tierhandel ordentlich Kohle scheffeln beziehungsweise "Arterhaltungspunkte" ergattern. Je nach Tierart ist der Verkaufspreis höher oder niedriger. Aus diesem Grund sollten sich die Hobby-Zoodirektoren genau überlegen, welche Tiere sich fortpflanzen sollen und welche nicht. Alternativ können die Tiere auch ausgewildert werden. Neben der Tierart selbst spielen beim Verkaufspreis allerdings auch Faktoren wie das Alter eine Rolle. Zudem lassen sich im weiteren Spielverlauf durch Investitionen im Bereich Forschung unter anderem Verbesserungen beim Futter erzielen. Mit dem verbesserten Futtern steigen jedoch auch die Ausgaben.

Neben der Standard-Variante von Planet Zoo lässt sich ebenfalls die Deluxe-Edition erwerben. Hierbei erhalten die Spieler Zugriff auf drei weitere Tierarten. Dazu zählen die Komodowarane sowie die Zwergnilpferde und die Thomson Gazellen.

Gameplay

Der eigene Zoo lässt sich mit der Tastatur und Maus steuern. Dabei erinnert uns das Gameplay stark an den Vorgänger Planet Coaster oder an Titel wie Cities: Skylines. Mit WASD lässt sich der Bildschirm in alle vier Himmelsrichtungen verschieben und mit dem Scrollrad der Maus kann rein- beziehungsweise herausgezoomt werden. Alternativ kann sich der Spieler mit gedrückter rechter Maustaste im Park bewegen.

Zudem lässt sich durch das zeitgleiche Betätigen der linken und rechten Maustaste die Kamera frei bewegen. Somit ist der Spieler in der Lage, schnell von einer Vogelperspektive in eine First-Person-Ansicht zu wechseln und so hautnah mitzuerleben, was gerade im eigenen Zoo vor sich geht. Außerdem kann durch einen Doppelklick auf ein Tier oder einen Besucher der Follower-Modus aktiviert werden. Dabei folgt die Kamera automatisch dem ausgewählten Ziel.

Zudem lässt sich das Spiel jederzeit pausieren um ungestört neue Gehege zu bauen oder um sich über das Wohlbefinden der Zoobewohner zu informieren. Sämtliche Items, die für den Bau oder den Tierhandel benötigt werden, befinden sich in einer Art Taskleiste am unteren Rand des Bildschirms. Dort ist auf der linken Seite auch die sogenannte Heat Map. Diese kann mit einem Klick aktiviert beziehungsweise wieder deaktiviert werden. Neben der Wärmebildkamera lassen sich mit der genannten Map aber auch noch andere Dinge überprüfen, wie zum Beispiel die Stromversorgung der einzelnen Gebäude. Dadurch ist es möglich auch bei umfangreichen Zoos schnell Missstände zu erkennen, um diese anschließend zu beheben. Auch die diversen Filter sorgen bei der Vielzahl an Items dafür, dass es zu keiner Reizüberflutung kommt und man beim Gehegebau schnell die passenden Gegenstände für die entsprechende Tierart findet. 

Am linken Rand des Bildschirms ist unter anderem der Button um das “Zoopedia” zu öffnen. Hier findet sich jede Menge Hintergrundwissen zu den einzelnen Tierarten, die in Planet Zoo vertreten sind. Außerdem werden am linken Rand auch die "Tierwarnungen" eingeblendet, sollte es mal zu Problemen mit den Zoobewohnern kommen.

Karriere

Im Spielmodus Karriere wird der Spieler nicht direkt ins kalte Wasser geworfen, sondern durchläuft zunächst ein Tutorial. Wir erfahren von Bernie Goodwin, dass unser Vorgänger aufgrund einer Fellallergie leider kündigen musste und wir jetzt seinen Job übernehmen müssen. Unsere Aufgabe besteht darin, die große Renovierung von Bernies erstem Zoo zu übernehmen. Dabei sind wir jedoch nicht auf uns allein gestellt, sondern bekommen Hilfe von Nancy Jones, die im Zoo den Posten der leitenden Tierpflegerin bekleidet. Nancy macht uns direkt zu Anfang deutlich, dass man sich im Goodwin-House-Zoo auf das praktische Können verlässt und nicht auf eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung. Somit sollen wir unser Diplom lieber zu Hause lassen.

Unsere erste Aufgabe besteht darin, den Grizzlybären einen Besuch abzustatten. Dort angekommen erklärt uns Nancy, wie wir das Wohlbefinden unserer Tiere überprüfen und den Follower-Modus aktiveren. Nachdem wir dies erfolgreich gemeistert haben geht es zum westafrikanischen Löwengehege. Jedoch gibt es hier nicht viel zu tun, also weiter zu den Warzenschweinen. Sobald wir das Gehege erreicht haben macht uns Nancy darauf aufmerksam, dass der Bau zwar abgeschlossen ist, die Tiere aber noch fehlen. Mit einem Klick rufen wir also den Tierhandel auf und schauen uns auf dem Tiermarkt nach einem passenden Warzenschweinpaar um, schließlich darf die soziale Komponente der Tiere nicht außer Acht gelassen werden.

Sobald dies erledigt ist, können wir auch schon die ersten neuen Bewohner in unserem Zoo begrüßen. Nachdem die Warzenschweine in ihrem Gehege eingezogen sind, benötigen sie noch einen Futtertrog und eine Wasserschüssel sowie ein Schlammbad, damit die Neuankömmlinge so richtig die Sau raus lassen können. Im nächsten Schritt erwartet uns das Straußengehege. Hier wird das Ganze dann etwas anspruchsvoller, da sich besagtes Gehege noch im Rohbau befindet. Wir bauen also Zäune, einen Zugang für die Tierpfleger, Spendenboxen und vieles mehr. Anschließend müssen wir unser zuvor erlerntes Wissen über den Tiermarkt anwenden und auf Einkaufstour gehen. Anschließend erweitern wir die Infrastruktur des Zoos, bauen weitere Gehege und kümmern uns um das Wohlbefinden der vorhandenen Tiere.

In der zweiten Tutorialmission verschlägt es uns nach Madagaskar. Hier treffen wir wieder Bernie, der uns mitteilt, dass wir in einer Auffangstation für Affen arbeiten werden. Zunächst werfen wir einen ausführlichen Blick auf das ganze Affentheater und verschaffen uns einen Überblick über den Tierpark. Anschließend setzen wir unsere neu erlernten Fähigkeiten ein und verbessern die Gehege beziehungsweise das Wohlbefinden der Tiere. Zudem entwischt uns ein Tier und wir müssen einen Tierarzt einstellen, der den entflohenen Affen wieder einfängt. Des Weiteren werfen wir einen Blick auf die Forschung und verbessern dadurch das Futter der Affen. Außerdem bauen wir erstmals ein Vivarium und bestücken dieses mit einem Reptil. 

Die Missionen im Karriere-Modus bestehen aus insgesamt 12 unterschiedlichen Leveln, die sich in eine den Globus umspannende Kampagne aufteilen.

Sandbox

Bei der Sandbox handelt es sich - wie der Name schon erahnen lässt - um einen großen Sandkasten, in dem der Spieler sich nach Herzenslust austoben kann. Hier lassen sich komplett eigenständige Zoos bauen. Dabei muss weder auf das Geld noch auf andere Ressourcen geachtet werden. Somit lässt sich aus dem Vollen schöpfen.

Die britische Spieleschmiede hat bei dem besagten Modus bewusst auf die meisten Wirtschaftssektoren verzichtet und somit den Fokus auf den Bau des Zoos gelegt. Wer also lieber nur seinen Wunschzoo bauen möchte ist hier genau richtig.

Franchise

Im Franchise geht es raus in die große weite Welt. Es lassen sich Zoos rund um den Globus erstellen und anschließend verbinden. Außerdem ist man in der Lage, an Community-Herausforderungen teilzunehmen. Frontier Developments gab bereits zum Release von Planet Zoo bekannt, dass die Entwickler beabsichtigen, wöchentliche und monatliche Community-Herausforderungen zu veröffentlichen.

Zudem spielt das Thema Forschung im Franchise eine große Rolle sowie das Züchten von Tieren. Diese lassen sich anschließend gewinnbringend auf dem Tiermarkt veräußern. Zudem ist es möglich, die Tiere in die freie Wildbahn zu entlassen. 

Herausforderung

Der Spielmodus Herausforderung soll in erster Linie Offline-Spieler ansprechen. Hier fängt man bei Null an und baut seinen Zoo so wie man es für richtig hält. Im Gegensatz zur Sandbox spielen bei der Herausforderung allerdings wirtschaftliche Belange eine Rolle. Somit liegt dem Zoodirektor nicht nur das Wohlbefinden der Tiere am Herzen, sondern auch die finanzielle Gesundheit des Zoos.

Fazit

Planet Zoo wirkt auf den ersten Blick komplex und kann Anfänger je nach Spielmodus sicherlich etwas überfordern. Allerdings ist das Tutorial im Karriere-Modus perfekt für den Einstieg. Dort lernt man nicht nur die vielen Funktionen und den richtigen Umgang mit diesen kennen, sondern das Tutorial macht aufgrund der überragenden deutschen Sprecher auch noch sehr viel Spaß. Dadurch vergisst man recht schnell, dass es sich tatsächlich um ein Tutorial handelt und taucht voll und ganz in die Welt von Planet Zoo ab. 

Auch die Steuerung mit der schwenkbaren Kamera ist einfach und geht leicht von der Hand. Leider ist es je nach Standort im Zoo manchmal etwas umständlich, sich ein Vivarium anzuschauen, wenn man nicht gerade einem Besucher folgt. Allerdings ist dies zu verschmerzen, da dort meistens eh nicht viel los ist. 

Im Großen und Ganzen macht Planet Zoo sehr viel Spaß und der Lernfaktor ist riesig - aus zoologischer Sicht gesehen. Man lernt unzählige Tierarten und deren Lebensraum kennen und erfährt, welche Bedürfnisse diese haben. Zudem können in der Zoopedia weitere Informationen über die Zoobewohner nachgelesen werden. Wer schon immer mal seinen eigenen Zoo eröffnen wollte und mit Zoo Tycoon viel Spaß hatte, ist bei Planet Zoo bestens aufgehoben.

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