Seite 2: Seagate IronWolf Pro 12TB

Die IronWolf Pro 12 TB arbeitet wie alle anderen Modelle der IronWolf-Serie mit einer Drehzahl von 7.200 U/min. Sie kann wie die 10TB-Modelle auch auf einen 256 MB großen DRAM Cache zurückgreifen und verwendet die übliche SATA-6GB/s-Schnittstelle. Als Aufzeichnungsverfahren kommt PMR (Perpendicular Magnetic Recording) zum Einsatz, d.h. es gibt keine Einschränkungen bei der Schreibleistung wie bei SMR. Ebenso kommt hier im Inneren Helium als Füllgas zum Einsatz, was im Vergleich zu klassischen luftgefüllten Festplatten niedrige Platter-Abstände und somit insgesamt mehr verbaute Platter ermöglicht. Ein weiterer Vorteil der Helium-Füllung ist die deutlich niedrigere Leistungsaufnahme insbesondere des Spindel-Antriebs, da aufgrund der geringeren Strömungsverluste in der Helium-Umgebung weniger Antriebsleistung benötigt wird.

Die Kapazität von 12 TB hat Seagate durch den Einbau von insgesamt acht Plattern erreicht. Im Vergleich zu den von uns bereits getesteten 10-TB-Modellen hat Seagate es geschafft, einen weiteren Platter unterzubringen, bzw. - zumindest rechnerisch - auch die Kapazität pro Platter geringfügig auf nun 1,5 TB pro Platter zu steigern. Die Leistungsaufnahme liegt laut Hersteller bei ca. 5 Watt im Idle und knapp unter 7,8 Watt bei Zugriffen, womit im Vergleich zu den 10-TB-Modellen im Idle nun 0,4 Watt und unter Last 1,0 Watt mehr verbrauchen soll, zumindest wenn wir uns auf die älteren Datenblätter zu den 10-TB-Modellen beziehen. 

Auf obigem Bild ist links die IronWolf Pro 12 TB und rechts eine SkyHawk 10 TB zu sehen, welche vom Gehäuse her identisch zu einer IronWolf (Pro) 10 TB ist. Auf der Oberseite ist zwischen 12- und 10-TB-Version kein großer Unterschied auszumachen.

Auf dem Vergleich der Unterseiten lassen sich hingegen einige Unterschiede ausmachen, welche auf den Platzbedarf des achten Platters schließen lassen. Die Aussparung, in der die Hauptplatine sitzt, ist bei der 12 TB noch etwas flacher ausgeführt. Auch die Gehäuseaussparung an der Rückseite, in welcher die Anschlüsse zu finden sind, ist in der Höhe reduziert.

Auch für die IronWolf Pro 12 TB gilt, dass sie im Vergleich zu den normalen IronWolf-Modellen, welche mit 180 TB/Jahr spezifiziert werden, aufgrund der engeren Spezifikationen bei der Qualitätskontrolle ein Workload-Rating von 300 TB pro Jahr vorweisen kann. Dieses Workload-Rating ist eine Angabe, bis zu der eine Nutzung laut Hersteller keinen Einfluss auf die Zuverlässigkeit und die Lebensdauer der Festplatte haben sollte. Die Herstellergarantie bei der IronWolf Pro 12 TB beträgt fünf Jahre und die MTBF beträgt 1,2 Mio. Stunden. Positiv an der ST12000NE0007 ist auch die angegebene Fehlerrate für nicht wiederherstellbare Bits von maximal 1 pro 10^15 gelesenen Bits, womit sie gleichauf mit Seagates IronWolf-Modellen ab 6-TB-Kapazität liegt und zumindest nominal um eine Größenordnung besser als die meisten anderen Festplatten im Consumer-Bereich ist.

Ebenso wie andere IronWolf-Modelle ist sie mit RV-Sensoren ausgestattet. Mit diesen "Rotational-Vibration"-Sensoren kann die Festplatte die vorhandenen Schwingungen analysieren, die z.B. durch andere direkt neben ihr befindlichen Laufwerke oder Lüfter auf sie übertragen werden. Die Steuerungselektronik der IronWolf nutzt dann diese Informationen der Sensoren, um die beiden Aktuatoren, welche den Schreib-Lese-Kopf an die gewünschte Position auf den Plattern bringen, entsprechend "korrigiert" anzusteuern, damit beispielsweise die gewünschten Spuren möglichst präzise angefahren werden können. Neben dem primären Aktuator, welcher die Positionierung des gesamten Arms übernimmt, ist noch ein Mikro-Aktuator an der Spitze des Arms verbaut, welcher eine Feinpositionierung des Schreib-Lese-Kopfes übernimmt. Diese Features zur Kompensation von Schwingungen sind Teil der Firmware namens "AgileArray", welche von Seagate speziell auf den Einsatz in NAS angepasst wurde.

Weiterhin ist als Feature noch das IronWolf Health-Management zu erwähnen. Darunter verbirgt sich eine interne Überwachung des Gesundheitszustandes der IronWolf-Festplatte, welche in Sachen Umfang und auch Transparenz über das bekannte S.M.A.R.T.-System hinausgehen soll. IronWolf Health-Management (IHM) soll dabei deutlich mehr interne Parameter überwachen, bis zu 200 anstelle der ca. 20 Parameter des S.M.A.R.T.-Systems. Dabei wird auch die Historie, also die Veränderung von Parametern über die Zeit ausgewertet sein. Und im Gegensatz zu S.M.A.R.T. übernimmt IHM auch die Interpretation der Daten, d.h. es kann per entsprechendem Code dem User eine Empfehlung zur Handlung gegeben werden, auch zur Prävention. Insbesondere kann vor zu hohen Temperaturen, mechanischen Schocks und Vibrationen gewarnt werden.

Synology als Kooperationspartner von Seagate hat die IHM-Unterstützung vor einigen Monaten in seinem NAS-Betriebssystem DiskStation Manager 6.1 übernommen. Aktuelle Bilder müssen wir leider schuldig bleiben, da das 12-TB-Modell noch nicht unterstützt wird bzw. die Unterstützung fehlerhaft ist (das obige Bild stammt von einer IronWolf 10 TB). Neben dem schicken IronWolf-Logo neben der Festplatte im Speichermanager bietet IHM in DSM 6.1 einen zusätzlichen Testmodus an, welcher aber nur ein unspektakuläres Ergebnis in Form eines Testcodes bzw. einer Fehlermeldung anzeigen kann. Als zweiter NAS-Hersteller bietet jetzt auch AsusStor bei einigen Modellen eine IHM-Unterstützung.

Ein weiteres Feature der IronWolf Pro und somit auch der 12-TB-Variante ist, dass bereits ab Kauf der "Seagate Rescue Plan" inklusive ist. Hinter Seagates Rescue Angebot verbirgt sich eine professionelle Datenrettung im Falle eines Defekts, bzw. genauer gesagt eines mechanischen Fehlers, versehentlichen Beschädigungen oder Naturkatastrophen. Dieser Schutz gilt für die ersten zwei Jahre ab Kauf bzw. muss dafür bis 90 Tage nach dem Kauf aktiviert werden. Für die IronWolf Pro ist in einer zeitlich begrenzten Aktion (Registrierung bis 31.12.2017) eine Verlängerung des Rescue Plans auf die vollen fünf Jahre der Herstellergarantie erhältlich. An sich ein schönes Feature, nur wird die Rescue-Option bei NAS-Festplatten wohl eher selten genutzt werden: NAS-Festplatten werden üblicherweise nicht allein sondern in RAIDs eingesetzt und dort macht die Datenwiederherstellung einer einzelnen (dann bereits längst aus dem RAID geflogenen) Festplatte nicht wirklich Sinn. Aber eine IronWolf Pro lässt sich ja auch uneingeschränkt als Einzellaufwerk einsetzen.