Seite 2: Die OCZ Vertex 460 im Detail

Der Lieferumfang der OCZ Vertex 460 fällt klassisch aus: Ein Einbaurahmen, um das 2,5 Zoll Laufwerk auch in herkömmlichen Festplattenkäfigen mit 3,5 Zoll unterbringen zu können, ein Satz Schrauben, ein Aufkleber und eine Lizenz für Acronis True Image HD, um ein vorhandenes Betriebssystem auf die OCZ SSD zu klonen.

Ein Aufkleber gehört zum Lieferumfang

Beim Controller handelt es sich weiterhin um das Barefoot-3-Modell, das wir bereits von früheren SSDs kennen. Links auf der Platine befindet sich einer der beiden Cache-Bausteine in Form von schnellem DDR3-1333-Speicher von Micron. Die Gesamtkapazität des Caches beträgt 64 MB. Der 2-Bit MLC Flashspeicher stammt von Toshiba und wird in 19 nm gefertigt, was derzeit eine der aktuellsten Technologien ist. Im Vergleich zum Vorgänger wurde das Over Provisioning erhöht: Statt 7% werden nun gut 12% für Organisationszwecke reserviert und sind dem Nutzer daher nicht zugänglich. Verbaut werden bei einer mit 240-256 GB beworbenen SSD stets 256 GiB Flash-Speicher, zur Verfügung stehen dem Nutzer mind. 7% weniger, was dem Over Provisioning geschuldet ist, zufällig aber auch dem Umrechnungsfaktor von GB (10er Basis) in GiB (2er Basis) entspricht.

Der Barefoot 3 Controller umgeben von Flash-Speicher

Als nächstes schauen wir uns die Performance der OCZ Vertex 460 nach starker Belastung an. Hierzu testen wir das Laufwerk zuerst im fabrikneuen Zustand, danach schreiben wir zwei Stunden mit Iometer auf das Laufwerk (4K, Random, QD 64). Einen interessanten Effekt können wir bereits beim ersten Durchlauf beobachten, denn ab einem gewissen Punkt nimmt die Schreibleistung des Laufwerks schlagartig ab.

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Hierbei handelt es sich um einen „Trick", den nicht nur OCZ anwendet: Im fabrikneuen Zustand (bzw. nach einem Secure Erase) werden die Speicherzellen als 1-Bit-Zellen angesprochen, entsprechend schneller läuft das Programmieren der Zellen ab. Dieser Modus wird „Performance-Modus" oder „Pseudo-SLC-Modus" genannt. Nachdem jede Zelle einmal beschrieben wurde, muss das Laufwerk anfangen die Zellen mit zwei Bits zu programmieren, damit die volle Kapazität des Laufwerks genutzt werden kann. Das Programmieren von zwei Bits ist bereits intrinsisch langsamer, zusätzlich erfolgt noch eine Umorganisierung der Daten, was die Leistung zusätzlich drückt und der Grund dafür ist, warum das Laufwerk in der zweiten Hälfte nur noch mit 200 MB/s statt gut 450 MB/s schreibt. Nachdem die Umorganisierung abgeschlossen ist, schreibt das Laufwerk wieder mit (nahezu konstanten) 370 MB/s – knapp 18% langsamer als im fabrikneuen Zustand. Dieser Modus wird dann schließlich „Storage Mode" genannt.

[Update: Wie uns OCZ mitgeteilt hat, arbeitet der Pseudo-SLC-Modus adaptiv. Wird die Hälfte des Laufwerks gefüllt und befindet sich das Laufwerk danach kurze Zeit im Leerlauf, steht für die Hälfte des noch freien Speichers wieder der Performance-Modus zur Verfügung. So erhält man auch bei einem Füllstand von mehr als 50% zumindest für einen Teil der (freien) Kapazität stets die volle Geschwindigkeit. Um dies zu überprüfen haben wir das Laufwerk mit einer 175 GB großen Datei gefüllt (was einem Füllstand von 78% entspricht). Das Ergebnis eines anschließenden HDTach-Durchlaufs ist auf dem folgenden Screenshot zu sehen. Tatsächlich steht am Anfang wieder die volle Schreibgeschwindigkeit des Performance-Modus zur Verfügung, danach müssen die Zellen wieder umorganisiert werden. Nur wenn das Laufwerk komplett gefüllt wird, kann die volle Leistung nicht mehr erreicht werden, wie auf dem übernächsten Screenshot zu sehen ist. Da keine Zellen für den Pseudo-SLC-Modus zur Verfügung stehen, müssen alle Zellen direkt mit 2 Bit - und damit langsamer - programmiert werden.]

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Relativ beeindruckend ist die Leistung der OCZ Vertex 460 nach unserem Belastungstest. Die Kurve sieht zwar ungefähr so aus wie bei jedem anderen Laufwerk, das wir bisher getestet haben, auf der y-Achse sinkt der Wert für die Schreibgeschwindigkeit allerdings nur etwas unter 100 MB/s. Im Durchschnitt schreibt die Vertex 460 noch mit 168 MB/s, was deutlich mehr ist als bei vielen anderen SSDs. Abgesehen vom ursprünglichen Leistungsabfall beim Umschalten vom Performance- in den Storage-Modus sollte die Performance der Vertex 460 also recht konstant sein.

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