Seite 2: Die Toshiba Q im Detail

Am Namen merkt man recht schnell, ob eine SSD für den OEM- oder Endkundenmarkt gedacht ist. So kennen Systembauer die Toshiba Q SSD unter ihrem alternativen und nicht auszusprechenden Namen THNSNH – beim Betriebssystem meldet sich die SSD auch tatsächlich unter dieser Bezeichnung. Unabhängig vom Namen sind auch bei einer SSD die inneren Werte natürlich von besonderem Interesse: Hier punktet die Toshiba Q mit aktueller Technologie in Form von 19 nm NAND. Es handelt sich dabei um die 2-Bit-Variante (MLC), auf die Kompromisse, die man in Zusammenhang mit 3-Bit-Speicher (TLC) eingehen muss, möchte man offenbar noch verzichten, auch wenn man so ebenfalls einer möglichen Kostenersparnis aus dem Weg geht.

Die Toshiba Q SSD besitzt ein stabiles Metallgehäuse

Ebenfalls interessant ist der Controller, auf dem zwar prominent der Toshiba-Schriftzug zu sehen ist, direkt darunter findet man jedoch auch einen Marvell-Schriftzug. Die komplette Bezeichnung lautet TC58NC5HA9GST, ein Rückschluss auf einen der bekannten Marvell-Controller (9174 etc.) ist also nicht möglich. Wie genau die Arbeitsteilung beim Entwickeln des Controllers ausgesehen hat, ist uns nicht bekannt. Meistens läuft es darauf hinaus, dass die Hardware von Marvell kommt und der jeweilige Hersteller für die Firmware zuständig ist. Das ist auch in diesem Fall das wahrscheinlichste Szenario.

Controller und Flash-Speicher - aber kein DRAM-Cache

Sowohl der Controller als auch die Flash-Chips sind über relativ dicke Wärmeleitpads mit dem Metallgehäuse verbunden. Beim genauen Betrachten der Platine gibt es eine kleine Überraschung, denn der sonst übliche externe DRAM-Cache fehlt. Den Verzicht auf einen externen Cache haben wir bisher nur bei SandForce-Controllern gesehen. Auf der Platine existieren links Lötpunkte, die offensichtlich für einen DRAM-Chip gedacht sind. Offenbar war nicht von Anfang an klar, ob auf einen zusätzlichen Cache verzichtet werden soll, die finale Version kommt nun ohne.

Eine weitere Überraschung gibt es bei unserem Belastungstest. Die Schreibleistung der Toshiba Q SSD knickt ab der Hälfte der Kapazität stark ab. Dieses Verhalten ist uns nicht vollkommen unbekannt, gesehen haben wir es bisher jedoch nur bei einigen Laufwerken von OCZ. Dort unterscheidet man zwischen „Performance Mode" und „Storage Mode": Ist die SSD zu weniger als 50% gefüllt, werden die Blöcke im Flash-Speicher in einer Art SLC-Modus beschrieben. Erreicht der Füllstand die kritische Marke, müssen die Blöcke umorganisiert werden, was dazu führt, dass die Schreibleistung sehr stark absinkt, bis diese Umorganisation abgeschlossen ist. Da eine SSD wohl selten nur bis zur Hälfte gefüllt wird, ist es fraglich, ob ein derartiger Aufwand gerechtfertigt ist, nur um kurzzeitig eine bessere Performance zu erreichen. Der zweite Teil des Belastungstest sieht ein Schreiben auf das Laufwerk mittels Iometer (4k random, QD 64) vor. Danach wird ein weiterer HDTach-Benchmark gestartet. Die Toshiba Q SSD erreicht hier durchschnittlich noch 53 MB/s beim Schreiben, womit sich das Laufwerk im unteren Mittelfeld bewegt. Die Samsung SSD 840 EVO schneidet mit 33 MB/s deutlich schlechter ab, wohingegen die SanDisk Extreme II gut 150 MB/s erreicht.

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