Seite 2: Die OCZ Vertex 450 im Detail

Im Markt für Consumer-SSDs ist OCZ quasi seit Anfang an tätig, mit der OCZ Vertex hat man im Jahr 2009 die erste SSD mit einem Indilinx-Controller auf den Markt gebracht. Damals gehörte Indilinx allerdings noch nicht zu OCZ und der Markt war insgesamt überschaubarer – als Hauptkonkurrent gab es Intel und Samsung, wobei letztere zu dieser Zeit ausschließlich im OEM-Geschäft tätig waren. Ein Jahr später hat ein weiterer (Controller-)Hersteller den Markt aufgemischt – die Rede ist von SandForce. Mit einer schlüsselfertigen Hardware-Lösung konnte SandForce enorm viele Hersteller für sich gewinnen – eigene Entwicklungsarbeit war aufgrund der von SandForce bereitgestellten Firmware nicht nötig (und auch nicht möglich). Auch OCZ ist mit der Vertex 2 auf diesen Zug aufgesprungen. Die darauffolgende Generation in Form der Vertex 3 wurde ebenfalls auf SandForce-Basis gebaut.

Flash-Speicher und DRAM stammen von Micron

Der SandForce-Controller hat sich, besonders in der Anfangszeit, leider als recht problematisch erwiesen: häufige Bluescreens, zahllose Firmware-Updates und trotzdem nur teilweise Besserung. Nicht ohne Grund dürfte Intel erst ein ganzes Jahr später als die anderen Hersteller mit einer SandForce-Lösung auf den Markt gekommen sein. Auch das Image von OCZ hat darunter gelitten, sodass man den Kurs abermals gewechselt hat: Die Firma Indilinx wurde gekauft und das zugehörige Team sollte nun für OCZ einen hauseigenen Controller entwickeln. Die Vertex 4 sollte das erste Laufwerk mit dieser Hardware sein – leider war man hier nicht ganz ehrlich, denn obwohl auf dem „Everest" genannten Controller das Indilinx-Logo prangt, handelt es sich um einen Controller von Marvell. Lediglich die Firmware stammt von Indilinx bzw. OCZ. Da Marvell im Gegensatz zu SandForce keine Firmware anbietet, ist hier ohnehin jeder Hersteller gefragt, eine eigene Lösung zu entwickeln.

Die OCZ Vector wurde dann schließlich das, was jeder erwartet hat – OCZs erste „eigene" SSD. Die nun vorgestellte Vertex 450 soll die Vector nicht ablösen, diese bleibt weiterhin das High-End-Modell. Die Vertex 450 ist eher als „kleine" Vector zu sehen, ebenfalls mit eigener Hardware, etwas günstiger, aber eben auch etwas langsamer. Die Vector 450 positioniert sich damit gegen Mainstream-Laufwerke wie die Samsung 840 Basic bzw. EVO.

Der Indilinx Barefoot Controller von OCZ

Die Performance von SSDs zu messen ist inzwischen keine einfache Aufgabe mehr, denn viele Hersteller haben sich Technologien einfallen lassen, die SSDs deutlich schneller machen – je nach Technik allerdings entweder nur für kurze Zeit oder nur bei einer bestimmten Art von Daten. Angefangen hat es bei SandForce mit einer transparenten Kompression. Schreibt man Daten auf das Laufwerk, muss der Controller je nach Kompressibilität viel weniger Daten tatsächlich in den Flash schreiben. Das hat zu Herstellerangaben für die Geschwindigkeit geführt, die nur erreichbar sind, wenn man ein sich ständig wiederholendes Muster auf das Laufwerk schreibt (bspw. nur Nullen oder Einsen). Auf die Herstellerangaben war daher kein Verlass mehr, je nach Art der Daten konnte man allerdings trotzdem im Alltag von dieser Technologie profitieren. Eine weitere Technik ist ein zusätzlicher Cache auf SLC-Basis, wie wir ihn zuletzt bei der Samsung SSD 840 EVO gesehen haben. Für einen kurzen Zeitraum, nämlich bis der Cache voll ist, erreicht das Laufwerk eine deutlich höhere Performance – unabhängig von der Art der Daten.

Einen weiteren „Trick" finden wir seit einiger Zeit bei OCZ: Der starke Einbruch der Schreibgeschwindigkeit im ersten Screenshot ist kein Messfehler, vielmehr schaltet das Laufwerk, wenn es zu mehr als 50 Prozent gefüllt ist, den Modus um, in welchem der Flash-Speicher beschrieben wird. Bei einem zweiten Durchlauf gibt es dieses Umschalten nicht mehr, jetzt erreicht das Laufwerk eine über die gesamte Kapazität konstante Performance – die allerdings nur noch bei 368 MB/s und nicht mehr, wie anfänglich, bei gut 450 MB/s liegt. Bei OCZ erhält man demzufolge einen Performance-Bonus, der ebenfalls unabhängig von der Art der Daten ist, der aber nur dann greift, wenn das Laufwerk nicht zu mehr als der Hälfte gefüllt ist. Nach starker Belastung (Iometer, QD 64, 4k random write) kommt die OCZ Vector 450 immer noch auf eine Schreibrate von 92 MB/s. Das ist zwar deutlich weniger als im Neuzustand, im Vergleich zu anderen SSDs allerdings ein sehr gutes Ergebnis.

new small

used small