Seite 2: Kindgerecht: HiFive Inventor Coding Kit

Es muss aber nicht immer gleich ein Entwicklungs-Board sein, um mit dem Thema RISC-V in Kontakt zu kommen. HiFive bietet auch ein Inventor Coding Kit an, welches in Zusammenarbeit mit BCC und Tynker entstanden ist. Dieses soll es Kindern ermöglichen, nicht nur mit dem Thema der Programmierung in Kontakt zu kommen, sondern stellt zugleich auch einen guten Einstieg in die RISC-V-Welt dar.

Verpackt ist die Hardware recht spielerisch in einem Gehäuse, welches eine Hand darstellt. Im Gehäuse verbaut sind einige Knöpfe, die im Rahmen der Programmierung verwendet werden können. Auf der Innenseite der Hand befindet sich eine LED-Matrix, die ebenfalls im Rahmen der Programmierung verwendet wird und die primäre Ausgabequelle darstellt.

Die Stromversorgung erfolgt entweder per USB-Anschluss oder über eine externe Batteriebox, sodass das Coding Kit auch entfernt vom PC seine Programmierung vorführen kann. Ein externer Lautsprecher kann mittels Krokodilklemmen an das Board angeschlossen werden und ermöglicht somit auch eine Audio-Ausgabe.

Das Board basiert auf dem SiFive FE310 RISC-V Microcontroller und zudem ist ein ESP32 verbaut, der sich für WiFi 4 und Bluetooth verantwortlich zeichnet. Der FE310 (RV32IMAFC) ist ein 32-Bit-Prozessor auf Basis eines RISC-V-Designs, der mit 150 MHz arbeitet und über 64 kB an SRAM verfügt. Auf dem Board gibt es zudem 512 kB an Flashspeicher. Neben einigen Tastern gibt es auch noch ein 8×6 Array an RGB LEDs, über die eine Ausgabe erfolgen kann.

Um den Einstieg so leicht wie möglich zu machen, gibt es zum HiFive Inventor Coding Kit eine Webplattform, in der erste Schritte gemacht werden können (Tutorials) und Projekte verwaltet werden können. Die neue Firmware für das Board fällt am Ende als Hex-Datei (tynker.hex) heraus und kann per USB-Verbindung auf das Coding Kit kopiert werden. Um an die Programmierung herangeführt zu werden, beginnen Kinder und Jugendliche am besten mit einer visuellen Programmierung.

Die Programme auf dem HiFive Inventor Coding Kit reichen von einfachen LED-Lichtsignalen, über kleine Spiele wie einen Reaktionstest, bei dem die Tasten, die auf dem LED-Display angezeigt werden schnellstmöglich gedrückt werden müssen, bis hin zu einem Radio, welches Audiostreams aus dem Netz streamen kann – dank WLAN-Modul auf dem HiFive Inventor Coding Kit und dem externen Lautsprecher. 

In einem weiteren Schritt (nach der visuellen Programmierung) ist es auf dem Board und mittels der Entwicklungsumgebung auch möglich MicroPython auszuführen bzw. sich daran zu versuchen. Der Gedanke ist auch hier einen weiterführenden Kontakt in die Welt der Informatik zu machen. Man kann hier durchaus argumentieren, dass Kinder bereits im Grundschulalter zumindest mit der visuellen Programmierung beginnen sollten – zumindest wenn die Kinder auch ein entsprechendes Interesse zeigen. Das HiFive Inventor Coding Kit ist allerdings nicht direkt in Deutschland erhältlich, kostet bei Bestellung in Großbritannien umgerechnet 85 Euro.