Seite 4: X79-Überblick

Während Intel beim Umstieg von "Ivy Bridge" auf "Haswell" einen neuen Sockel einführte, bleibt beim Umstieg in der High-End-Klasse alles beim Alten - nicht einmal einen neuen Chipsatz gibt es. So muss auch beim Intel Core i7-4960X und seinen zwei Mitgesellen der X79-Chipsatz (Codename "Waimea Bay") eingesetzt werden. Damit bringt Intel leider keinen frischen Wind in das Getümmel der X79-Mainboards. Dieser wäre eigentlich nötig gewesen, denn die "Patsburg"-Familie bringt lediglich nur eine geringe Anzahl von SATA-III-Schnittstellen mit sich und verzichtet ganz auf moderne USB-3.0-Schnittstellen.

Die Vorgängerplattform in Form des Sockels LGA1366 setzte zur Kommunikationen mit der CPU auf ein QPI (QuickPath Interconnect). Beim X79-Chipsatz greift man auf ein DMI-Interface wie bei den normalen Desktop-Modellen zurück. Dieses fand bereits früher zur Verbindung zwischen North- und Southbridge Verwendung. Intel hat den DMI auf 20 GB/s angesetzt, um den Bedürfnissen einer schnellen Verbindung gerecht zu werden. Der Prozessor selbst stellt insgesamt 40 PCI-Express-Lanes zur Verfügung, die theoretisch bis zu 8 GT/s leisten können und somit die PCI-Express-3.0-Spezifikation vollends unterstützen.

Damit können wahlweise zwei Grafikkarten über die vollen 16 Lanes und ein dritter 3D-Beschleuniger über acht Lanes angesteuert werden. Alternativ lassen sich drei Modelle über acht Lanes anbinden und eine vierte Grafikkarte über die vollen 16 Lanes. Auch fünf PCI-Express-Karten sind denkbar. Dann wird der erste Slot über 16 Lanes angesprochen, die jeweils nächsten zwei nächsten Pixelschubser über acht und vier Lanes.

haswell z78
Der X79-Chipsatz entspricht im Großen und Ganzen leider noch dem P67-Chipsatz und bringt somit keinerlei USB-3.0-Schnittstellen mit sich. 

Der Chipsatz stellt maximal sechs SATA-Ports zur Verfügung, von denen vier mit SATA 3 Gbit/s und lediglich zwei mit der aktuellen 6-Gbit/s-Version unterstützt werden. Will ein Boardpartner mehr SATA-III-Ports verbauen, muss er eigene Zusatzchips anbringen. Gleiches gilt für USB 3.0. Hier gibt es aber Werk keinen einzigen Port der dritten Generation. Einzig 14 Schnittstellen der zweiten Generation sind ohne Zusatzchips mit Intels X79-Chipsatz möglich.

Weiterhin kommen über den Chipsatz acht PCI-Express-2.0-Lanes, ein Gigabit-Ethernet-Port, HD-Audio und Intels Rapid-Storage-Technology (RST). Vergleicht man damit den X79-Chipsatz mit dem P67/Z68, so fallen die Ähnlichkeiten bei den Spezifikationen – Differenzen gibt es praktisch keine. Schade, dass hier Intel die größten Mankos nicht aus der Welt schaffen wollte.