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Fazit

Unterstellt man Microsoft, dass das Surface Laptop als Leuchtturm für Windows 10 S gedacht ist, bleibt zu hoffen, dass sich möglichst viele Partner nicht zu sehr an ihm orientieren. Denn trotz der unbestreitbar vorhandenen Erfahrung, die das Unternehmen inzwischen als Hersteller von PCs gesammelt hat, bietet das neue Modell überraschend viele Schwächen.

Die größte betrifft die Kommunikation mit der Außenwelt. Wer Zubehör nutzen will, muss mit einer einzigen USB-Schnittstelle auskommen, was selbst im schulischen Umfeld schnell zu Problem werden kann. Und warum man dann auch nur auf USB 3.1 Gen 1 und nicht Thunderbolt 3 setzt, ist ein weiteres Rätsel. Und weitere offenbaren sich, wenn man länger darüber nachdenkt: Warum gibt es keinen Kartenleser, obwohl das Gehäuse dafür mehr als genügend Platz bietet und der Anschluss von externen Medien ja grundsätzlich möglich ist? Warum schafft Microsoft es nicht, zumindest ein rudimentäres Dock beizulegen?

Antworten liefert man nicht, man kann aber Vermutungen anstellen. Eine wäre, dass das Budget schlicht nicht ausgereicht hat. Darauf deutet nicht nur das zu schwach konzipierte Netzteil hin, sondern auch die Tatsache, dass der Surface Pen nicht zum Lieferumfang gehört. Und dann gibt es da noch die Annahme von Microsoft-Experte Paul Thurrot. Ihm zufolge lagen die Pläne für das Surface Laptop schon lange in der Schublade, eine Realisierung war zunächst gar nicht mehr geplant. Das würde zumindest das Fehlen von Thunderbolt 3 erklären.

Doch abschreiben sollte man das Notebook nicht. Schließlich verfügt es auch über einige Stärken. Da wären zum Beispiel das insgesamt gute Display, dem man nur ein wenig mehr Helligkeit wünscht, aber auch die für ein derartiges Gerät klar überdurchschnittliche Leistung, die für Office und vergleichbares mehr als ausreicht; trotz der lahmen SSD. Freuen darf man sich aber auch über eine lange Zeit lautlose Kühlung, deren Lüfter auch bei vollen Touren nicht übermäßig stört sowie gute Laufzeiten, sofern man das System nicht zu sehr fordert. Verarbeitung, Tastatur und Touchpad sind ebenfalls punkte, die positiv auffallen.

Doch für eine klare Empfehlung ist das zu wenig. Lohnen könnte sich das Surface Laptop nur für diejenigen, die ein Notebook in Verbindung mit einem Stylus wie dem Surface Pen nutzen wollen. Dann bliebe aber zu klären, ob das Surface Book nicht die bessere Alternative wäre - oder ein Surface Pro respektive das Surface Pro 4.

Lautet die Zielvorgabe hingegen hochwertiges Business-Notebook ohne echte Touch-Ambitionen, kommen diverse Konkurrenten ins Spiel. Da wäre zum einen das Huawei MateBook X mit vergleichbarer Leistung und mehr Schnittstellen, zum anderen das Apple MacBook Pro, das mit vergleichbarer Ausstattung aber mit 1.749 Euro zu Buche schlägt. Deutlich kompakter fällt Dells XPS 13 aus, das es mit und ohne Touchscreen für etwa 1.300 und 1.500 Euro gibt.

Positive Aspekte des Microsoft Surface Laptop:

  • insgesamt gute Eingabegeräte
  • Display mit hohem Kontrast und guter Farbdarstellung
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • bei geringer Last lautlose Kühlung
  • gut Laufzeiten bei geringer Last

Negative Aspekte des Microsoft Surface Laptop:

  • kein USB Typ-C oder Thunderbolt 3
  • nur eine USB-Buchse
  • schwaches Netzteil
  • Prozessor drosselt unter Volllast
  • kein vollwertiges Windows 10
  • Surface Pen gehört nicht zum Lieferumfang
  • schlechte Laufzeiten bei hoher Last