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Microsoft Surface Book im Test

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Seite 3: Akku, Fazit

Beim Akku macht Microsoft nicht alles richtig

Die Gewichtung der beiden Nutzungskonzepte wird an keiner Stelle so deutlich wie beim Akku. Mit insgesamt 68,9 Wh bietet das Surface Book eine überraschend hohe Kapazität für ein Gerät dieser Größenordnung, die Aufteilung des Energiespeichers kann aber zu gravierenden Einschränkungen führen. Denn nur etwa ein Viertel steckt in der Tablet-Einheit, der Rest unterhalb der Tastatur. Wer das Surface Book häufiger als Tablet nutzen will, muss sich entweder kurzfassen oder aber das Display andersrum mit dem Scharnier verbinden – was aber den Gewichtsvorteil zunichtemacht. Eine weitere Einschränkung: Das Netzteil kann nur mit der Tastatur-Einheit verbunden werden, ein separates Laden des Tablets ist nicht möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass letzteres aber auch nicht auf einfachem Wege durch das Aufstecken auf die Tastatur geladen werden kann. Wirklich durchdacht wirkt das nicht

Mehr Gedanken hat man sich dafür beim Akkuhandling im Betrieb gemacht. Im gekoppelten Zustand wird zunächst der sekundäre Akku in der Tastatur-Einheit genutzt, ab einem Füllungsgrad von etwa 40 % wird dann der primäre Akku im Display hinzugeschaltet. In der Regel dürfte das die beste Lösung sein, mitunter dürfte es aber wünschenswert sein, wenn die primäre Energiequelle erst im äußersten Fall genutzt würde.

Das Surface Book bietet gute Laufzeiten, aber ein nicht ganz durchdachtes Akkukonzept
Das Surface Book bietet gute Laufzeiten, aber ein nicht ganz durchdachtes Akkukonzept

Wichtiger ist aber, wie lange das Surface Book überhaupt ohne Verbindung zur Steckdose aushält. Bei geringer Last (Battery Eater Reader’s Test) konnten im Test knapp 13,5 Stunden gemessen werden, im Tablet-Modus blieben davon knapp 4,5 übrig. Im PCMark 8 wurde der Akku im gekoppelten Zustand ebenfalls innerhalb von rund 4,5 Stunden geleert, das Tablet alleine schaffte eine Stunde. Zu guter Letzt: Bei hoher Last (Battery Eater Classic) musste nach rund vier Stunden respektive rund einer Stunde zum Ladegerät gegriffen werden.

Im Vergleich landet das Surface Book als Einheit klar im oberen Drittel, im Tablet-Modus enttäuscht es hingegen. Der Blick auf den Energiebedarf zeigt, dass Microsoft insgesamt aber gute Arbeit geleistet hat. Im Leerlauf bei einer Display-Helligkeit von 120 cd/m² begnügt sich das Notebook mit gut 7 W, unter Volllast sind es knapp 52 W, davon dürften etwa 30 bis 35 auf die GeForce 940M entfallen.

Etwas mehr hätte es aber beim Netzteil sein dürfen. Dies gefällt zunächst aufgrund des zusätzlichen USB-Ports, liefert aber maximal nur 65 W. Das bedeutet: Bei hoher Last und Display-Helligkeit wird der Akku nur sehr langsam geladen.

Fazit

Wo andere Hersteller sich bei der Differenzierung zwischen Tablet mit Tastatur-Dock und Notebook mit abnehmbarem Display schwertun, hat Microsoft eine klare Grenze gezogen. Vergleich man Surface Book und Surface Pro 4 direkt miteinander, sind die Unterschiede unübersehbar. Für die Positionierung beider Produkte ist das wichtig, schließlich können Kannibalisierungseffekte somit minimiert werden. Ob man deshalb viele Käufer für sich gewinnen kann, bleibt aber abzuwarten.

In weiten Teilen überzeugt das Surface Book, vor allem Display und Laufzeiten gefallen
In weiten Teilen überzeugt das Surface Book, vor allem Display und Laufzeiten gefallen

Denn vom „ultimativen Laptop“ – so Microsoft – ist man ein gutes Stück entfernt. Zwar bietet man vergleichsweise viel Leistung, gute Laufzeiten, ein überzeugendes Display sowie eine tadellose Verarbeitung, das insgesamt unausgegorene Akkukonzept und die Drosselung der dedizierten GPU trotz des separaten Kühlsystems sprechen aber gegen eine uneingeschränkte Empfehlung. Hinzu kommen im aktuellen Zustand mehrere Software-Fehler, die vor allem das korrekte Erkennen des Betriebszustandes (gekoppelt/ungekoppelt), das Umschalten zwischen den Akkus sowie die Leistung der SSD betreffen. Dass bei einem so teuren Notebook USB Typ-C oder Thunderbolt 3 mit an Bord sein sollte, ist ein ganz anderer Punkt.

Und auch wenn es keinen direkten Konkurrenten gibt, fallen die Mitglieder des erweiterten Kandidatenumfelds weitaus günstiger aus. Kann auf die dedizierte GPU verzichtet werden, ist das Surface Pro 4 vermutlich die bessere Wahl, die mit gleicher Speicherbestückung und Tastatur rund 400 Euro unterhalb des Surface Book landet. Und für den beruflichen Einsatz dürfte sich das neue Lenovo ThinkPad X1 Tablet empfehlen.

Fehlende Schnittstellen, das Akkukonzept, Treiber-Probleme und der hohe Preis sind hingegen ernüchternd
Fehlende Schnittstellen, das Akkukonzept, Treiber-Probleme und der hohe Preis sind hingegen ernüchternd

Ein schlechtes Notebook ist das Surface Book am Ende nicht. In weiten Teilen gehört es zu den besten Vertretern seiner Art, ähnlich wie beim ersten Surface Pro leidet es aber unter zu vielen Schwächen, die teils auf mangelnde Erfahrung, teils aber auch auf eine gewisse Schlampigkeit seitens Microsoft zurückzuführen sind.

Positive Aspekte des Microsoft Surface Book:

  • solider Kopplungsmechanismus
  • hoher Verarbeitungsqualität
  • Tastatur und Touchpad überzeugen
  • Surface Pen
  • helles Display mit gutem Kontrast und guter Farbdarstellung
  • vergleichsweise hohe Leistung
  • gute Laufzeiten

Negative Aspekte des Microsoft Surface Book:

  • dem Preis unangemesse Schnittstellenbestückung
  • gewöhnungsbedürftiges Display-Format
  • Treiber-Probleme
  • dedizierte GPU wird unter hoher Last gedrosselt
  • insgesamt undurchdachtes Akkukonzept

 

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Kommentare (34)

#25
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Registriert seit: 10.02.2013
Za'ha'dum
Korvettenkapitän
Beiträge: 2155
Zitat pescA;24381195
Klar, ich kann das Display quasi abziehen, habe dann aber nur ~2h Akkulaufzeit und muss anschließend an die Steckdose!


Mal schnell was herzeigen mit einem 750g leichtem 13.5" IPS ist schon cool...
Abgesehen davon kannst du's auch andersherum draufstecken und zuklappen, dann hast du den ziemlich perfekten digitalen Notizblock mit 8-12h Akkulaufzeit.
#26
Registriert seit: 09.12.2006
NRW
Flottillenadmiral
Beiträge: 5130
Zitat Luxx42;24379478
Das Displayformat als Nachteil zu nennen... mal deutlich: wer hat euch ins Hirn geschissen?


Und wer hat dir ins Hirn geschissen, dass du so ein Kommentar ablässt?

Für mich ist das Displayformat auch ein Nachteil, ich möchte ein Multimediagerät oder wer braucht ein Office-Notebook für 3000 € ??

Ach stimmt die Nerds
#27
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 10056
Zitat FB07;24382597
Und wer hat dir ins Hirn geschissen, dass du so ein Kommentar ablässt?

Für mich ist das Displayformat auch ein Nachteil, ich möchte ein Multimediagerät oder wer braucht ein Office-Notebook für 3000 € ??

Ach stimmt die Nerds

Wer braucht ein Multimedia Gerät für 3000€?
Nein ernsthaft, zum Videos schauen + Surfen u.ä. würde ich niemals so viel ausgeben :stupid:
Da kriegt man doch ein völlig ausreichendes Notebook + 4K Fernseher für.

Das Teil ist ein Arbeitsgerät!

Die Sprachwahl hier könnte man aber durchaus auf einem angenehmeren Niveau halten...
#28
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Registriert seit: 06.02.2012
München/Schwabing
Kapitänleutnant
Beiträge: 1606
Warum 3000€ für ein Multimedia Gerät angebrachter sind als für ein Office Gerät musst du mir auch mal erklären...
#29
Registriert seit: 09.12.2006
NRW
Flottillenadmiral
Beiträge: 5130
Hab mich falsch ausgedrückt, natürlich brauche ich auch kein Multimedia Gerät für 3000 €

Wenn ich soviel Kohle reinstecke (wobei ich das nie machen würde), dann möchte ich auch ein 16:10 Display und keine krumme 3:2

Arbeitsgerät hin oder her, zu diesem Preis bekommt man min. 2 gute Arbeitsgeräte (convertible versteht sich)
#30
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 10056
Uhm.. 16 zu 10 zählt auch schon als Krumm...

Wobei ich selbst einen 16/10er Moni habe und nicht zurück zu 9/16 gehen würde.

Zitat FB07;24383125
Arbeitsgerät hin oder her, zu diesem Preis bekommt man min. 2 gute Arbeitsgeräte (convertible versteht sich)
Mit ded. Graka und Stiftsteuerung?
Das Book fängt ja auch deutlich unter 2000 an.
#31
Registriert seit: 22.11.2006
Giessen
Oberbootsmann
Beiträge: 963
Zitat homann5;24379675
Bei einem Gerät, auf dem in erster Linie Texte konsumiert werden, ist 3:2 eine sehr gute Wahl. Geht es um Videos oder den Produktiveinsatz, ist mehr Breite besser. Da das Surface Book aber klar als Arbeitsgerät vermarktet wird, muss es als Kritikpunkt genannt werden.


Zitat homann5;24379684
Der Vorteil von 16:9 und ähnlichen Formaten ist aber das Platzieren von zwei Fenstern nebeneinander, was gerade bei Office wichtig sein kann.


Du meinst das genaue Gegenteil oder? Ich kenne in der Tat niemanden der nicht, bei seinem Arbeitsgerät, freiwillig wieder zurück zu 4:3 gehen würde. Und 3:2 ist da schon mal ein großer Schritt hin zurück. Bei den Breitdisplays würde ich ansonsten noch 21:9 als voll arbeitstauglich ansehen, schlichtweg weil es zwei 10,5:9 Displays ersetzt. Diese Sehschlitze sind schlichtweg der Kostenoptimierung und dem Multimediawahn geschuldet und waren be ihrer Umstellung in Businessgeräten (und sind es auch heute noch) ein Kritikpunkt.

16:9 istn ichts halbes und nichts ganzes. Zu breit und nicht hoch genug um mit einer Seite zu arbeiten, aber zu schmal für zwei. Bei manchen bildbearbeitungen mag es sinnvoll funktionieren wenn man sich all seine Werkzeuge an der Seite platziert.
#32
customavatars/avatar169486_1.gif
Registriert seit: 06.02.2012
München/Schwabing
Kapitänleutnant
Beiträge: 1606
Welche Auflösung nutzt du denn das bei dir auf 16:9 keine zwei Seiten nebeneinander Platz ham? :hmm:
#33
Registriert seit: 05.04.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2948
Zitat MiracleMan;24385145
Welche Auflösung nutzt du denn das bei dir auf 16:9 keine zwei Seiten nebeneinander Platz ham? :hmm:


Es geht nicht um die Auflösung. Bei 13" zwei Seiten nebeneinander... ich weiß nicht, mir ist das zu klein. Bei Displays 21" und größer finde ich 16:9 super. Aber je kleiner es wird, desto sinnvoller finde ich die höheren Formate.
3:2 (Surface Book, Surface Pro) oder gar 4:3 (iPad) ist bei kleinen Displays für mich jedenfalls sehr viel angenehmer. Die Fläche ist sonst einfach viel zu klein.
#34
Registriert seit: 06.07.2015

Obergefreiter
Beiträge: 69
Wieso werden immer nur die Kosten der imho übterteuerten Maximalkonfiguration genannt?
Los geht es bei ~1500€ (1484€).

,,Nur Bildschirm´´ ist manchmal einfach angenehmer, durchaus schade, dass es nicht noch länger möglich ist, aber auch 2h sind imho praktisch gesehen noch gut. Vor allem sehe ich ebenfalls die umgedrehte Möglichkeit als Vorteil, wobei dann natürlich der Mechanismus tierisch overengineered ist, was ja kein Problem ist.

Vergleicht das Gerät innerhalb der Möglichkeiten die es bietet einfach mit anderen Geräten, am besten noch mit vergleichbaren ;)
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