Seite 2: Vor- und Nachteile

IPS mit, Verarbeitung ohne kleinere Schwächen

Ein Nachteil muss das nicht sein. Denn weder in Sachen Verarbeitung noch in Hinblick auf die Stabilität merkt man diese Täuschung. Weder gibt es sichtbar unterschiedliche Spaltmaße, noch scharfe Kanten oder wackelig Bauteile - selbst das Display lässt sich nur minimal verdrehen. Wer Verformungen der Handballenablage oder der Tastatur provozieren will, muss viel Kraft aufwenden; im Alltag gibt das Notebook lediglich im üblichen, minimalen Rahmen nach. Ein Extralob verdient das Scharnier. Hier ist es ASUS gelungen, die beiden wichtigsten Anforderungen zu erfüllen: Das Gerät kann problemlos mit einer Hand geöffnet werden, gleichzeitig wird das Display im geöffneten Zustand auch bei gröberen Stössen sicher an Ort und Stelle gehalten.

Das Display ist ausreichend und gleichmäßig hell, es gibt aber hochwertigere IPS-Panel
Das Display ist ausreichend und gleichmäßig hell, es gibt aber hochwertigere IPS-Panel

Aber auch die Anzeige selbst gefällt, auch wenn es Punktabzug für die Kür gibt. Mit 1.920 x 1.080 Pixeln bei 13,3 Zoll ist die Schärfe ausreichend, mit 374 cd/m² in der Spitze gilt dies auch für die Helligkeit; mit und 87 Prozent überzeugt auch die Homogenität. Ebenfalls über dem Durchschnitt landet das ZenBook UX303 in Sachen Kontrast, wenn auch nur knapp - 1.053:1 sind von der Spitze deutlich entfernt. Die erwähnten Schwächen betreffen am Ende die Blickwinkel, die trotz IPS-Panels etwas eingeschränkt sind, sowie die Farbdarstellung. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von knapp 7.000 Kelvin bei weißen Flächen neigt das Display zu einem leichten Blaustich. Erwähnenswert ist noch, dass keine Konfiguration des UX303 über einen Touchscreen verfügt.

Viel Leistung

Womit man beim Thema Leistung landet. Denn auch die im Testmodell verbaute GeForce GT 840M steckt nicht in jeder Version des Notebooks. Gerade diese aber macht es so spannend. Denn wird Grafikleistung gefordert, stellt der Maxwell-Chip natürlich weitaus mehr zur Verfügung, als es Intels integrierte Lösungen schaffen. Es gibt aber auch noch einen anderen Vorteil. Denn gleichzeitig hat in Fällen, in denen CPU und GPU gefordert werden, der i5-5200U mehr Luft. Muss er sich in den meisten Ultrabooks die TDP mit der integrierten GPU teilen, kann er sie dann für sich allen beanspruchen. Dank mittlerweile ausgefeilter Treiber gelingt der Wechsel zwischen beiden Grafikeinheiten je nach Szenario mittlerweile zuverlässig.

CPU und GPU liefern viel Leistung, der Akku viele Reserven
CPU und GPU liefern viel Leistung, der Akku viele Reserven

In Zahlen ausgedrückt: Im Cinebench 11 reicht es mit 2,85 Punkten für die Spitzengruppe, gleiches gilt - trotz etwas enttäuschender SSD mit gerade einmal 438 MB pro Sekunde in der Spitze - für knapp 4.900 Punkte im PCMark 7 sowie den 3DMark. In letzterem gehört das ZenBook UX303 zu den schnellsten Vertretern seiner Art. Entsprechend kann das Notebook auch für das ein oder andere Spiel zwischendurch genutzt werden, aktuelle Grafikkracher können jedoch allenfalls bei reduzierter Auflösung oder deutlich verringerten Detaileinstellungen flüssig dargestellt werden - eine reinrassige Gaming-GPU ist die GeForce GT 840M am Ende eben nicht.

Luft für mehr

Beschränkt man sich dann doch auf Office und Co., kann das ZenBook UX303 eine weitere Stärke ausspielen. Denn der 50 Wh fassende Akku kann mit sehr guten Laufzeiten aufwarten. Bei geringer Last (Battery Eater Reader’s Test) waren im Test mehr als 14 Stunden mit einer Ladung zu überbrücken, bei hoher Last (Battery Eater Classic) immerhin mehr als 3; PCMark 8 spricht je nach Testeinstellung von rund 4 bis 4,5 Stunden. Damit gehört das ASUS-System in den Gruppe der Langläufer und muss sich nur von sehr wenigen Konkurrenten überholen lassen. Der wohl wichtigste Grund für diese guten Werte ist die Optimierung von Hard- und Software. Denn im Leerlauf begnügt sich das Notebook mit weniger als 5 W. Wer hingegen die vorhandene CPU- und GPU-Leistung abruft, kann den Akku in weniger als einer Stunde leeren. Dann fordert die NVDIA-GPU ihren Tribut, laut Messgerät werden dann annähernd 53 W benötigt.

Aber selbst so zeigt sich das Notebook von seiner leisen Seite, der Lüfter kommt bei vollen Touren mit 40,3 dB(A) aus. Dank tiefer Frequenzen erinnert das Geräusch eher an ein leichtes Rauschen, wirklich störend ist es nicht. Dennoch sieht bei geringer Last nochmals besser aus. Dann dann gönnt sich der Lüfter eine Pause und produziert keinerlei Arbeitsgeräusch. Allerdings erreicht die Technik vergleichsweise hohe Temperaturen. Nach langen Volllastphasen erwärmt sich die CPU auf 96, die GPU auf 87 Grad Celsius. Das Gehäuse erreicht dann punktuell bis zu knapp 48 Grad Celsius auf der Unterseite. Zwar sind all dies hohe, aber noch keine kritischen Werte. Eine Drosselung der CPU gibt es im Übrigen nicht, lediglich die NVIDIA-GPU wird in langen Volllastphasen auf rund 900 MHz gebremst.

Die Tastatur gefällt, das Touchpad weniger
Die Tastatur gefällt, das Touchpad weniger

Bleiben am Ende Tastatur und Touchpad. Erstere gefällt mit einem guten Hub und spürbaren Druckpunkt, der jedoch stellenweise durchaus etwas knackiger ausfallen könnte. Sieht man von den Pfeil-Tasten ab, sind alle Elemente ausreichend groß, zudem ist die Bedienung dank klarer Symbole eindeutig erkennbar. Bei Einsätzen in dunklen Umgebungen hilft die vierstufige Hintergrundbeleuchtung, die sehr gleichmäßig ausfällt. Weniger gut gefällt hingegen das Touchpad. Fingerbewegungen werden mitunter sehr sprunghaft ausgeführt, auch die Erkennung von Multi-Touch-Eingaben funktioniere im Test nicht immer zuverlässig. Ein weiteres Manko ist der Hub der integrierten Tasten, der deutlich zu lang ausfällt, darüber hinaus ist der Druckpunkt zu hart gewählt; die Bedienung per „Tap“ ist hier die bessere Wahl. Immerhin fällt das Touchpad angenehm groß aus.