Seite 1: Toshiba Chromebook im Test

toshiba chromebook 08In den USA erfreuen sich Chromebooks immer größerer Beliebtheit, hierzulande sieht man die günstigen Notebooks mit Googles Chrome OS aber noch immer nur selten. Dies könnte sich aber in en kommenden Wochen und Monaten ändern, denn immer mehr Hersteller bieten ihre Interpretationen an - darunter neuerdings auch Toshiba.

Das Prinzip, dem auch das Chromebook der Japaner folgt, ist immer das gleiche: Prozessoren aus dem unteren Leistungssegment werden mit vergleichsweise wenig Arbeitsspeicher und einer kleinen SSD gepaart, hinzu kommen dann WLAN und nach Bedarf ein Mobilfunkmodem. Deshalb ist das CB30-102, so die genaue Herstellerbezeichnung, aus technischer Sicht auch keine große Überraschung.

Herzstück des Chromebooks ist Intels Celeron 2955U, der über zwei bis zu 1,4 GHz schnelle CPU-Kerne verfügt, die auf einen 2 MB großem Level-3-Cache zugreifen können. Gefertigt wird der Chip in 22 nm, was seine Verwandtschaft zur "Haswell"-Familie unterstreicht. Deutlich wird die Zugehörigkeit auch durch den integrierten Grafikkern, eine HD Graphics vom Typ GT1. In Sachen Architektur stimmt diese mit den GPUs der deutlich schnelleren i5- und i7-Prozessoren überein, allerdings hat Intel sie lediglich mit zehn Execution Units bedacht; üblich sind hier eigentlich 20 (GT2) oder 40 (GT3). Für den Einsatz in einem Chromebook ist dies aber beinahe egal, schließlich zeigt sich Chrome OS nicht nur äußerst genügsam, was die benötigte Leistung angeht, sondern glänzt auch durch die Abwesenheit von fordernden Programmen. Viel mehr als das Office-Gegenstück Google Docs und der eigene Browser Chrome soll auf den Geräten nicht genutzt werden. Dass das CB30-102 zu den schnellsten Vertretern seiner Art gehört, spielt somit in der Praxis keine große Rolle.

Die üblichen Schnittstellen: Audio, USB 3.0 und HDMI
Die üblichen Schnittstellen: Audio, USB 3.0 und HDMI

Gleiches gilt für die in den Augen von Windows-Nutzern knappen Kapazitäten von Arbeits- und Massenspeicher. Denn ersterer ist lediglich 2 GB groß, letzterer bietet in Form einer SSD 16 GB. Aber auch hier gilt: Chrome OS braucht für den flüssigen Betrieb nicht mehr. Mit zwei USB-3.0-Ports, einem HDMI-Ausgang sowie Dual-Band-WLAN nach n-Standard und Bluetooth 4.0 bietet das Toshiba Chromebook hinsichtlich der weiteren Ausstattung ein wenig Komfort. Webcam und Lautsprecher erfüllen hingegen gerade so eben ihren Zweck und enttäuschen mit schneller Artefaktbildung und fehlenden Tiefen.

Display

Angesichts der mit vielen weiteren Chromebooks vergleichbaren Ausstattung könnte Toshiba sich mit dem Display des eigenen Modells abheben, angesichts einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349 Euro darf man aber auch hier nicht zu viel erwarten. Zum einen verteilen sich auf 13,3 Zoll nur 1.366 x 768 Pixel, zum anderen setzt der Hersteller auf ein TN-Panel sowie eine spiegelnde Oberfläche. Mit 251 cd/m2 in der Spitze erreicht die Anzeige darüber hinaus keine rekordverdächtige Maximalhelligkeit, für den Einsatz in hellen Räumen reicht es meist aber dennoch aus; mit einer Homogenität von 85 Prozent fällt die Beleuchtung immerhin gleichmäßig aus.

bench display

Enttäuschend ist der Kontrast, hier wird ein Verhältnis von 330:1 geboten. Fest steht somit: Für Enthusiasten stellt die Anzeige eine Enttäuschung dar, in diesem Preisbereich und Einsatzgebiet darf man jedoch nicht viel mehr erwarten - das Display erfüllt seinen Zweck.

Tastatur & Touchpad

Gleiches gilt für Tastatur und Touchpad. OS-bedingt weicht die Belegung der Tasten - und auch deren Beschriftung - vom Standard ab. So gibt es in der obersten Reihe keine klassischen Funktionstasten, sondern Steuerelemente für Display-Helligkeit, Lautstärke, Vor, Zurück und anderes. Auf eine Windows-Taste muss man verständlicherweise ebenfalls verzichten. Alle weiteren Elemente entsprechen hingegen dem, was man von anderen Notebooks kennt. Die Tasten fallen mit 15 x 15 mm so groß wie üblich aus, einen einheitlichen Druckpunkt sucht man hingegen vergeblich. Während dieser bei den wichtigsten Tasten angenehme knackig ausfällt, fehlt er bei größeren Elementen wie der Leer- oder Steuerungstaste fast völlig; hier wird ein zu weiches Tippgefühl erzeugt. Ein Stück weit entschädigt hier der Hub, bei dem es keine erkennbaren Unterschiede gibt. Auf eine Tastaturbeleuchtung, die den Einsatz in dunklen Umgebungen erleichtern würde, muss man verzichten.

Tastatur mit uneinheitlichem Druckpunkt, Touchpad-Tasten mit zu hohem Hub
Tastatur mit uneinheitlichem Druckpunkt, Touchpad-Tasten mit zu hohem Hub

Keine Überraschungen offenbart das Touchpad. Dies ist nicht nur in puncto Form, sondern auch hinsichtlich der Qualität ein alter Bekannter - Toshiba setzt dies auch bei verschiedenen Windows-Notebooks ein. Mit etwa 100 x 70 mm fällt es ansprechend groß aus und bietet eine angenehme Oberfläche, wie gehabt fällt der Hub der beiden integrierten Tasten aber deutlich zu hoch aus; präzise bedient werden können sie dennoch. Ein- und Zweifingergesten wurden im Test souverän erkannt, mitunter gab es jedoch Probleme, wenn mehr Finger genutzt wurden.