Seite 1: Sony VAIO Pro 11 im Test

sony vaio pro teaserKleines Notebook für kleines Geld? Diese Rechnung geht beim Sony VAIO Pro 11 nicht auf. Denn mit dem 11-Zoll-Gerät zielen die Japaner ganz klar auf das Premiumsegment, in dem sich mittlerweile zahlreiche Modelle tummeln. Deshalb ist es nicht unwichtig, sich von der Konkurrenz abzugrenzen, sei es durch besondere Funktionen oder eine bemerkenswerte Leistung.

Zumindest auf den ersten Blick weiß Sony das besondere Etwas aber zu verstecken, nichts deutet äußerlich beim 1.199 Euro teuren Ultrabook darauf hin, dass dem Interessenten etwas geboten wird, das viele andere nicht haben. Überrascht wird man erst, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Denn mit gerade einmal rund 800 g ist das VAIO Pro 11 eines der leichtesten Notebooks. Damit unterbietet man selbst viele mit einem Tastatur-Dock ausgestattete Windows-Tablets, die meist 1 kg und mehr auf die Waage bringen.

Leichte und weiche Kohlefaser

Wer nun befürchtet, das geringe Gewicht ginge zu Lasten des Gehäuses, dürfte schon nach wenigen Momenten Bestätigung erfahren. Denn das aus Kohlefaser gefertigte Äußere ist nur wenig verwindungssteif, schon mit mäßigem Krafteinsatz können Verformungen im Bereich der Tastatur sowie der Handballenablage provoziert werden. Während Sony hinsichtlich des Gewichts sicherlich eine richtige Entscheidung getroffen hat, hätte man in Hinblick auf die Stabilität eher zu anderen Materialien greifen sollen - was wohl in vielen Fällen wieder mit einem Mehrgewicht gleichbedeutend gewesen wäre.

Immerhin erweist sich der Deckel mitsamt Display als weniger leicht verformbar, hier bewegt man sich im Rahmen des Üblichen. Aber auch die Verarbeitung fällt bei weitem nicht so negativ auf. Unterschiedliche Spaltmaße oder Grate sucht man vergebens, trotz der zahlreichen Übergänge zwischen den Gehäusebauteilen. Störend ist hingegen ein Design-Merkmal: Die unteren Kanten der Handballenablage fallen vergleichsweise spitz aus. 

Leichtes und dünnes Ultrabook
Leichtes und dünnes Ultrabook

Generell muss man hinsichtlich der Optik vorsichtig mit Bewertungen sein. Sony setzt hier weniger auf klassische als mehr auf futuristische Gestaltungsmerkmale. Trotz zahlreicher Rundungen wirkt das Ultrabook insgesamt eher eckig, unterstrichen wird dieser Eindruck von der mehr als deutlichen Keilform im geschlossenen Zustand. Ein interessantes Detail sind die hinteren Stützen, die man in den Deckel integriert hat. Wird dieser geöffnet, bockt der Nutzer das Gerät sprichwörtlich auf - das kennt man schon von der Vorgänger-Serie, den Vaio-Z-Modellen. Ebenfalls einen Blick wert ist Beschaffenheit der Oberflächen. Hier wechselt Sony zwischen glatten und leicht texturierten Elementen, letztere erweisen sich jedoch als Schmutzfänger; Fingerabdrücke und ähnliches lassen sich nur schwer wieder entfernen. Gleiches gilt für den Deckel, der schon wenigen Minuten nach einem Putztuch verlangt.

Harte Tastatur, schwaches Touchpad 

Dieses wird für die Tastatur eher selten benötigt, einen guten Eindruck hinterlässt sie dennoch nicht. Denn zum einen fallen die Tasten mit 12 x 12 mm vergleichsweise klein aus, was gerade zu Beginn der Nutzung für zahlreiche Fehleingaben sorgen dürfte, zum anderen ist der Schreibkomfort nicht ideal. Denn während der Hub noch zu gefallen weiß, ist der Druckpunkt deutlich zu hart gewählt. Hier würde eine minimal weichere Einstellung eine deutliche Besserung bedeuten. Zugute halten muss man Sony aber, dass die Beschriftung der Elemente keinerlei Fragen aufwirft und die Hintergrundbeleuchtung die Nutzung in dunklen Räumen wesentlich vereinfacht.

Den eher durchwachsenen Eindruck hinsichtlich der integrierten Eingabegeräte verstärkt das Touchpad. Dieses bietet eine ausreichende Fläche sowie gute Gleiteigenschaften, verhindert eine gute Note aber durch eine nicht immer zuverlässige Gestenerkennung sowie den deutlich zu langen Hub der beiden Tasten; diesen fehlt zudem eine optische Unterteilung. 

In den Deckel integrierter Fuss
In den Deckel integrierter Fuss

Deutlich besser hat es Sony bei den Schnittstellen gemacht. Mit zwei USB-3.0-Ports, einem HDMI-Ausgang sowie einer kombinierten Audio-Buchse ist man hinsichtlich der physischen Anschlüsse auf der sicheren Seite. Drahtlos kommen Bluetooth 4.0, NFC und WLAN nach ac-Standard hinzu. Im Test fielen in Bezug auf den drahtlosen Netzwerkzugang häufige Schwankungen den Übertragungsraten auf, auch die Empfangsstärke wechselte mitunter im Minutentakt zwischen einem und fünf Balken. 

Einzig das Netzteil findet auf der linken Seite Anschluss
Einzig das Netzteil findet auf der linken Seite Anschluss

Zudem sind ein Kartenleser sowie eine HD-fähige Webcam vorhanden. Letzterer merkt man den Einsatz eines Exmor-Sensors an, denn auch bei schlechteren Lichtverhältnissen werden noch akzeptable bis gute Ergebnisse erreicht. Hingegen sollte man die Nutzung der Lautsprecher auf das Nötigste beschränken, denn sowohl mittlere als auch tiefe Lagen fehlen deutlich. Positiv zu vermerken ist das Beilegen von zwei Adaptern. Über diese stehen VGA und Ethernet zur Verfügung.

Audio-Buchse, USB 3.0 und HDMI sind rechts untergebracht
Audio-Buchse, USB 3.0 und HDMI sind rechts untergebracht