Seite 2: Cooler Master V1000 - Allgemeines und Technik

Das Cooler Master V1000 tritt im High-End-Bereich an, wobei sich dort zu positionieren nicht immer einfach ist. Die erste Hürde ist trotz des Fokus auf die Technik immer noch die optische Erscheinung. Cooler Master hat hier den üblichen Weg gewählt und setzt auf ein schlichtes "technisches" Design, welches durch einige kleine Details individualisiert wird. Unserer Meinung nach ist der Look des V1000 durchaus als hochwertig zu bezeichnen.

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Das V1000 bietet eine hochwertige Optik.

Das anthrazitfarbene Gehäuse ist mit einer Beschichtung von mittlerer Rauigkeit versehen, die gegen feine Kratzer unanfällig ist. Mit 170 mm Länge ist es weder besonders kompakt noch über die Maße ausladend. Die gängigen Gehäuse für High-End-Systeme sind in der Regel für Netzteile bis 180 mm gut vorbereitet. Optisch ansprechend ist der abgesetzte Bereich rund um das Lüftergitter herum. Diese Aluminiumplatte gibt mit seiner Riefenstruktur in Längsrichtung und der metallischen Oberfläche dem V1000 einen hochwertigen Look.

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Ein voll-modulares Kabelmanagementsystem gehört zur Ausstattung des V1000.

Ein Lüftergitter in Wabengitter-Ausführung, ein Logo über der Lüfternabe und die Logos an den Seiten bilden kombiniert mit der Rillenstruktur weitere Designmerkmale, die dem V1000 ein eigenständiges Aussehen verpassen, was unserer Meinung nach als gelungen bezeichnet werden kann. Da das V1000 ein voll-modulares Kabelmanagement besitzt, wird die Innenseite vom Anschlussfeld mit seinen zahlreichen Buchsen dominiert.

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Die Innenseite mit Blick auf das voll-modulare Kabelmanagement.

Das voll-modulare Kabelmanagement ist in der Anzahl der Steckplätze an die Leistungsklasse angepasst und bringt sehr gute Anschlussmöglichkeiten mit. Die Anordnung der Buchsen, bei der die Anschlüsse mit potentiell hoher 12V-Last auf der unteren Ebene angeordnet sind, ist schon ein Hinweis auf die im V1000 zum Einsatz kommende Plattform von Seasonic. Für die Peripherieanschlüsse setzt Cooler Master hingegen ein abweichendes System mit 5-Pin-Verbindern ein. Da offensichtlich für eine Beschriftung direkt neben den Buchsen kein Platz war, hat Cooler Master eine Skizze zur einfacheren Zuordnung in den oberen Bereich der freien Fläche der Innenseite platziert. Hierauf ist ersichtlich, dass z.B. die 8-Pin-Buchsen ausschließlich für die bis zu zwei 8-Pin-EPS-Anschlüsse vorgesehen sind.

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Die Leistungswerte des Cooler Master V1000 in der Übersicht.

Das Cooler Master V1000 ist als Single-Rail-Netzteil ausgelegt. Es bietet auf seiner 12V-Schiene bis zu 83 Ampere, was einer nominalen Leistung von 996 Watt entspricht. Die Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt sind mit je 25 Ampere und einer kombinierten Leistung von 125 Watt auf üblichem Niveau ausgelegt. Von 80PLUS wurde das V1000 in der Stufe "80PLUS Gold" eingestuft, womit ihm das zumindest werbewirksame Attribut "Platinum" fehlt. Wie die Messungen zeigen, liegt das V1000 aber erwartungsgemäß in Sachen Effizienz auch ohne "Platinum"-Rating auf einem der vorderen Plätze unserer Effizienzcharts.

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Das Cooler-Master-Netzteil verfügt über eine leistungsfähige Technik und zeigt daher dezent auch seinen Namen nach außen.

Cooler Master gibt für die V-Series das Vorhandensein aller wichtigen Schutzschaltungen an: Überstromsicherung (OCP), Überlastsicherung (OPP), Überspannungssicherung (OVP), Kurzschlussschutz (SCP) und auch eine Temperatursicherung (OTP) sind mit an Bord. Die Überstromsicherung auf 3,3 Volt und 5 Volt konnten wir mit der Kurzschlussstrom-Einstellung (~ 40A) unserer Chroma-Lastmodule problemlos auslösen. Auf 12 Volt reichten die 105 Ampere unserer vier Chroma-Lasten für 12 Volt hingegen nicht aus, um die OCP auf 12 Volt auslösen. Beim Hinzuschalten von Last auf den Nebenspannungen löste dann bei ca. 1450 Watt die Überlastsicherung des Netzteils aus. Ob also auf 12 Volt eine OCP vorhanden ist, konnten wir nicht klären, aber eine OPP im Bereich von 1450 Watt sollte im Zusammenspiel mit der OTP für diese Plattform eine sichere Auslegung darstellen.

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Das Innenleben des Cooler Master V1000 von oben betrachtet.

Zum Einsatz kommt dank Seasonics "KM3"-Plattform ein Full-Bridge-Design mit LLC-Resonanzwandler mit Synchronous Rectification und nachgeschalteten DC-DC-Spannungswandlern auf der Sekundärseite, so wie es z.B. auch in Seasonics aktueller KM3-Version des X-Series 850 Watt zu finden ist.

Sowohl auf Primär- als auch Sekundärseite werden Elkos von Nippon Chemicon eingesetzt. Als Primärkondensatoren kommen zwei 390uF-Modelle mit 420V Spannungsfestigkeit und einer Auslegung auf 105 °C zum Einsatz. Auf der Sekundärseite findet man neben qualitativ hochwertigen Polymer-Kondensatoren auch einen 105 °C-Elko von Rubycon. Alles in allem also eine sehr gute Bauteilauswahl.

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Im Hintergrund die Tochterplatine den 3,3V- & 5V-Spannungsreglern zu sehen, welche gleichzeitig das Kabelmanagement beherbergt.

Seasonics aktuelle Plattform ist gut an dem aluminium-farbenen U-Kühlkörper zu erkennen, der zwischen den Transformatoren und der Anschluss-Tochterplatine positioniert ist. Dieser kühlt die 12V-Mosfets, die auf der kleinen Platine direkt daneben untergebracht sind. Die bessere Kühlung ist auch der wesentliche Grund seitens Seasonic gewesen, die Mosfets direkt von der Hauptplatine dahin zu verlegen.

Die bislang von uns getesteten Modelle auf Basis dieser Plattform von Seasonic konnten allesamt überzeugen und somit ist Seasonics KM3-Plattform für uns auch die inoffizielle Referenz, mit der wir andere Modelle oder Designs vergleichen. Vom technischen Standpunkt her hat Cooler Master mit dieser Plattform eine sehr gute Wahl getroffen, womit die wichtigste Anforderung an ein High-End-Netzteil erfüll sein sollte, nämlich hochwertige Technik einzusetzen.