Seite 2: Ausstattung und Technik

Seasonic hat beim X-400FL im Wesentlichen alle Features der ersten Modelle der X-Serie übernommen, so auch das grundsätzliche Design basierend auf einem LLC-Resonanzwandler, welches einen guten Anteil an der hohen Effizienz hat. Verglichen mit dem X-650 hat sich das Layout der Platine etwas verändert, aber die Verwandtschaft ist klar. Auffällig im Vergleich zu bisherigen voll-passiven Netzteilen ist die geringe Größe der Kühlkörper und die Aufgeräumtheit des Netzteilinneren. Seasonic scheint durch die hohe Effizienz und dadurch resultierende niedrige Abwärme die Kühlung ohne besondere Hilfsmittel bewerkstelligen zu können. Im Test wurde das Netzteil durchaus warm, aber das IR-Thermometer fand kaum wirklich heißse Stellen. Der Haupttransformator in der Netzteilmitte erreicht zwar bei Volllast durchaus schnell Temperaturen von gut 35°C über Raumtemperatur, aber insgesamt blieb das X-400FL recht "cool". 

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Ebenfalls mit an Bord ist die von Seasonic patentierte Anschlussplatine, auf der sowohl die Spannungsregler für die Nebenspannungen als auch direkt die Buchsen für die modularen Anschlusskabel untergebracht sind. Auf der Jagd nach einer möglichst hohen Effizienz werden jenseits der 90% auch kleine Verbesserungsschritte immer wichtiger. Einer davon ist die Reduzierung von Leitungswiderständen, welche sich am einfachsten durch möglichst kurze Leitungsführungen erreichen lässt. Seasonic hat zur allgemeinen Beschreibung folgende Grafik verwendet:

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Dargestellt ist der Unterschied zum herkömmlichen Ansatz, wo alle Ausgangsspannungen auf der Hauplatine erzeugt werden und erst danach auf die Tochterplatine mit den Anschlüssen geführt werden. Seasonic führt nur einen Teil der gesamten Ausgangsleistung über die Tochterplatine. Der Großteil der Ausgangsleistung eines modernen Netzteils entfällt auf die 12V-Spannung und wird über die PCI-Express-Anschlüsse sowie die Mainboardanschlüsse abgerufen. Die Anschlussbuchsen für diese meistbelasteten Verbindungen hat Seasonic direkt auf der Hauptplatine angeordnet, spart sich so also den widerstandsbelasteten Umweg über die Tochterplatine. Zur Tochterplatine mit den restlichen Anschlüssen wird nur ein kleinerer Teil der 12V-Schiene geführt, nämlich die 12 Volt für die Peripheriegeräte und die Spannungsregler, die 3,3 und 5 Volt erzeugen. Dies Prinzip lässt auch verstehen, warum das ATX-Hauptstromkabel auf Netzteilseite in zwei Stecker aufgeteilt ist. Bei guter Umsetzung kann dieser Ansatz sicher einige Zehntel Prozentpunkte an Wirkungsgrad bringen, denn bei den hohen Strömen in Netzteilen machen sich auch wenige Milliohm weniger bemerkbar.

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Die Leistungsdaten des X-400FL sind für ein 400 Watt starkes Passiv-Netzteil recht beeindruckend. Dank DC-DC-Topologie stehen auf der 12V-Schiene nominal 396 Watt zur Verfügung. Eine Combined-Power von 100 Watt auf 3,3 und 5 Volt sollte auch ausreichend sein. Im Testverlauf zeigte das X-400FL dann, dass es kurzzeitig auch mal ein paar Watt mehr verträgt.

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In Sachen Ausstattung ist das X-400FL ebenfalls gut aufgestellt. Es verfügt über Anschlussmöglichkeiten für bis zu 5 Molex- und bis zu 5 SATA-Geräte. Für Grafikkarten steht ein 8(6+2)-Pin PCI-Express-Stecker zur Verfügung. Die Mainboardversorgung wird über ein 24(20+4)-Pin ATX- und ein 8(4+4)-Pin AUX/EPS-Kabel bewerkstelligt.

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Das Stecksystem des modularen Kabelmanagements ist zwar nicht farblich codiert, aber gut beschriftet und relativ sicher in der Bedienung. Relativ sicher insofern, weil sich beispielsweise ein 6-Pin-Stecker eines Peripheriekabels auch in die 8-Pin-CPU-Buchse des Netzteils stecken lässt. Wer etwas mitdenkt, sollte hier aber die richtige Buchse finden.

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Da das X-400FL besitzt insgesamt drei Steckplätze für Peripheriekabel, was aufgrund von vier mitgelieferten Kabeln auch zwangsläufig bedeutet, dass sich nicht alle Peripherieanschlüsse gleichzeitig nutzen lassen. Mitgeliefert werden zwei Kabel mit SATA- und zwei mit Molex-Anschlüssen, wobei jeweils eines davon eine Kurzversion mit nur zwei Abgriffen ist. In der Praxis lassen sich also trotzdem noch 8 Peripheriegeräte anschließen, was für ein 400W-Passiv-Netzteil mehr als ausreichend sein dürfte. Wie auf dem folgenden Bild zu erkennen ist, sind die Kabel auch eher lang ausgeführt.  

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Weiterhin verfügt das Seasonic X-400FL über hochwertige Bauteile, darunter Kondensatoren "made in Japan" und auch Solid-state Kondensatoren. Die gängigen wichtigen Schutzschaltungen sollen ebenfalls vorhanden sein. Positiv ist weiterhin, dass Seasonic 5 Jahre Herstellergarantie verspricht.

Die technischen Daten und die Ausstattung des X-400FL in der Übersicht:

 

Seasonic X-400 Fanless
Modell SS-400FL
Straßenpreis ca. 120 Euro (Schätzung)
Homepage http://www.seasonicusa.com/NEW_X-series_Fanless.htm
Leistungswerte
+3,3V 20 A
+5V 20 A
+12V 33 A
+5Vsb 2,5 A
-12V 0,5 A
Leistung +12V 396 W
Leistung +3,3V & 5V 100 W
Gesamtleistung 400 W
Anschlüsse
ATX 24(20+4)-Pin
AUX/EPS 8(4/4)-Pin
PCI-Express 1x 8(6+2)-Pin
SATA bis zu 5x
Molex bis zu 5x
Features  
Effizienz 80PLUS Gold
Maße (LxBxH) 160 mm / 150 mm / 86 mm
Lüfter - (passiv)
Kabelmanagement ja, vollständig
Herstellergarantie 5 Jahre

Kommen wir nun zum Testsystem und einen ersten Blick auf die Spannungen des X-400FL: