Seite 1: Soundgil Cube - viel Klang aus würfeligem Raum

soundgil cube teaser

Man könnte meinen, der Markt für Soundsystem wäre schon gut gefüllt mit verschiedensten Anbietern in allen nur erdenklichen Preisklassen. Das Team rund um den taiwanesischen Anbieter Soundgil möchte sich aber eine interessante Nische sichern: Der audiophile Klang soll an eine junge Hörerschaft herangeführt werden. Wie gut dieses Vorhaben gelingt, klären wir in unserem Test der Soundgil Cube.

In den letzten Jahren hat der Audio-Markt eine Verwandlung erlebt. Gab es früher klassische Stereo-Anlagen samt einer CD-Sammlung, kann heutzutage behauptet werden, dass Streaming-Lösungen im heimischen Wohnzimmer angekommen sind. Damit einher geht aber nicht nur der Komfort, zu jeder Zeit auf eine schier endlose Anzahl an Musiktiteln zugreifen zu können, sondern auch eine Änderung im Hörverhalten. Gerade Smartspeaker konnten in den letzten Jahren in gehörigen Stückzahlen umgesetzt werden und machen den Zugang zu Spotify und Co. natürlich besonders komfortabel. Oftmals steht bei Echo und Co., die die heimischen Wohnzimmer nun rege bevölkern, aber nicht der Klang, sondern vielmehr der Smart-Aspekt im Vordergrund – und das hört man leider.

Der noch junge asiatische Anbieter Soundgil hat daher eine Nische für sich ausgemacht: Der jungen Generation soll ein audiophiler Klang nahegebracht werden. Entsprechend wurden erfahrene Sounddesigner verpflichtet, die mit kleinstem Volumen arbeiten mussten. Die Bedienung soll gleichzeitig vergleichsweise einfach über eine App zu erledigen sein. Smarte Aspekte werden aber ausgeklammert. Gleichzeitig soll auch die Optik ansprechend ausfallen, während sich das Volumen in Grenzen hält.

Eines steht aber recht schnell fest: Um eine Einstiegslösung handelt es sich bei unserem Testkandidaten keinesfalls. Noch ist das Set in Deutschland nicht verfügbar, der Preis dürfte aber jenseits der 1.000 Euro liegen. Wir gehen aktuell von 1.200 bis 1.300 Euro aus. Damit bewegt man sich bereits in Sphären, die deutlich über dem liegen, was oftmals auf dem Schreibtisch, aber auch in den meisten Wohnzimmern steht. Im Gegenzug ist aber natürlich auch ein Leichtes, ein Vielfaches in Sound-Equipment zu investieren.

Technische Daten der Soundgil Cube
EigenschaftWerte
Art:

2.1 Stereo-Lautsprecher

Preis: ca. 1.200 Euro
Frequenzbereich: 55 Hz -26.000 Hz
Ausgangsleistung: 4x 30 W
Chassisbestückung:

Je 3 Zoll Breitband

Eingänge: Analog: 1x 3,5 mm Klinke
Digital: USB, Bluetooth 4.0
Maße: 253 x 342 x 255 mm
Besonderheiten Sehr kompaktes Setup, mit zwei verschiedenen Kablsätzen

Gestapelt oder gereiht

Wie bereits angesprochen, soll einer der Schlüssel zur anvisierten Zielgruppe die Optik der Lautsprecher sein. Geboten werden soll klassischer audiophiler Klang, der aber nicht mit einer klassischen Optik versehen wird.

Diesen Ansatz realisiert Soundgil bei seinem Cube-Set über das namensgebende Würfelraster. Das Set besteht aus drei Elementen, von denen es sich bei zweien um Würfel mit einer Kantenlänge von je 11,6 cm handelt. Das dritte Element, die Tiefton-Box besitzt die doppelte Breite, kommt dafür aber auch mit zwei Treibern daher und besitzt zumindest eine optische Trennung auf der Front. So wirkt es, als wären auch dies zwei Würfel. 

Die Gehäuse bestehen aus Aluminium und hinterlassen den Eindruck aus dem Vollen gefräst zu sein – lediglich der Boden kann abgenommen werden. Haptik und Materialgüte befinden sich entsprechend auf einem sehr hohen Niveau. Darüber hinaus fällt auf, dass die einzelnen Cube-Module vergleichsweise schwer sind – auch das unterstreicht den hochwertigen Eindruck noch einmal. Damit den Breitband-Treibern nichts passiert, sitzen alle hinter einem robusten Metallgitter.

Soundgil setzt auf verschiedene Farben bei seinen Lautsprechern. Neben einer silbernen Version gibt es auch eine goldene Variante, wie wir sie im Test haben. 

Die zentrale Rolle nimmt dabei – wortwörtlich - das 23 cm breite Modul ein. Dort befindet sich der Strom-Anschluss, genau wie alle Sound-Eingänge. Diese fallen mit einem 3,5 mm-Eingang und einem USB-Anschluss aber sehr überschaubar aus. Drahtlos besteht außerdem die Möglichkeit, via Bluetooth zuzuspielen. Ebenso hat Soundgil dort den IR-Empfänger verbaut. Auch die zwei „externen“ Cube werden dort angeschlossen. Den aktuellen Status des Systems gibt das zentral positionierte Logo wieder, das je nach Modus in einer anderen Farbe leuchtet.

Die Bedienung

Gesteuert wird das System entweder über eine App oder die beiliegende Fernbedienung, die aus dem gleichen Aluminium besteht wie die Cube-Gehäuse selbst. Entsprechend hinterlässt sie einen hochwertigen Eindruck, auch wenn sie ein wenig kantig ist, um gut in der Hand zu liegen.

Als zweites Bedienelement steht die Soundgil App zur Verfügung, die es beispielsweise im App Store gibt. Die App ermöglicht es den Hochton- als auch den Tieftonbereich anzupassen. Darüber hinaus erlaubt sie direkt aus der App hinaus die Mediensteuerung, wenn die Musiktitel auf dem Gerät gespeichert sind.

Die App lässt bereits gute Ansätze erkennen, an der ein oder anderen Stelle wirkte sie aber noch etwas unrund. Darüber hinaus gab es den ein oder anderen Absturz.

Der akustische Aufbau

Bei der eigentlichen Aufstellung sieht Soundgil drei Optionen vor. Die beiden optisch saubersten Lösungen sind es natürlich, wenn das Trio direkt zusammengestellt wird. Dann stehen entweder vier Elemente nebeneinander oder es gibt einen 2x2-Raster, sodass verhältnismäßig wenig Platz im Regal beansprucht wird. Damit die Optik dann auch sauber und ordentlich ist, liegen konfektionierte Anschlusskabel bei. Das sorgt für Ordnung, gleichzeitig aber auch dafür, dass nur die Original-Kabel genutzt werden können, was gerade dann ärgerlich sein kann, wenn es einen Kabelbruch gibt.

Als zweite Option gibt es darüber hinaus Anschlusskabel mit einer Länge von rund 40 cm. Wenn diese eingesetzt werden, können der linke und der rechte Kanal weiter auseinandergerückt werden, was der Bühnenabbildung zugutekommt. Es wird aber klar, dass Soundgil bei seiner grundsätzlichen Konzeption von einem recht kompakten Aufbau ausgeht, was zum Charakter eines Nahfeld-Monitors passt. 

Trotz der kompakten Abmessungen ist das Cube-System als 2.1-Setup ausgelegt, wobei das zentrale Element mit seinen zwei Treibern den Tieftöner darstellt. 

Klar ist dadurch aber auch: Alle Chassis, die einen Durchmesser von 3 Zoll besitzen, müssen den gesamten Frequenzgang abdecken, der vom Hersteller mit einem Bereich von 55 Hz bis 26.000 Hz angegeben wird. Jeder Kanal wird mit einem separaten Verstärker bedacht, der 30 W an RMS-Leistung bereitstellt. Intern sollen Nichicon-Kondensatoren für eine möglichst hochwertige Verarbeitung sorgen.