Seite 3: Klangcheck + Fazit

Klangcheck

Wie üblich gilt auch beim Ozone Rage Z90 die Devise, dass am Ende zählt, was an den Ohren ankommt. Wie üblich handelt es sich bei der Klangbeurteilung um eine subjektive Beschreibung des Klangs.

Beim grundsätzlichen Aufbau geht Ozone dabei kompromissloser vor, als es bei Surround-Headsets ansonsten oftmals der Fall ist. Bei den meisten Headsets wird in jeder Ohrmuschel ein Treiber genutzt, der virtuelle Raumklang wird von der Software berechnet. Beim Rage Z90 sieht es hingegen anders aus. Es kommen in jeder Ohrmuschel mehrere reale Lautsprecher zum Einsatz. Für die Front-Kanäle sind jeweils 40-mm-Treiber verantwortlich, die einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz abdecken. Um den Center und den Rear-Bereich kümmern sich 30-mm-Treiber mit einem Spektrum von 100 Hz bis 10 kHz. Entsprechend darf man gespannt sein, wie gut sich das Rage Z90 im Surround-Bereich schlägt.

Zunächst muss sich unser Testkandidat, den wir natürlich über USB angeschlossen haben, mit unserem Referenz-Song „Forgiven not Forgotten“ messen lassen. Hier zeigt recht schnell, dass auch das Ozone Rage Z90 keine Ausnahme im Bereich der Gaming-Headsets darstellt. Ab Werk wird eine klassische Badewannen-Abstimmung mit deutlich angehobenen Höhen und Bässen geboten. Entsprechend kann das Z90 anfänglich mit einer recht klaren, aber leider auch etwas spitzen Darstellung aufwarten und auch die nach einigen Sekunden einsetzenden Drums werden mit Nachdruck in den Raum geworfen. Da die feinen Details im Mittelton-Bereich aber untergehen, wirkt das Headset bei der Musikwiedergabe unausgewogen und nicht so differenziert, wie wir uns das wünschen würden. Mit dieser Grundabstimmung ist Ozone aber nicht allein, vielmehr ist sie im Gaming-Segment leider der Standard. Empfehlenswert ist es daher, den Equalizer zu bemühen, denn wenn der Mitteltonbereich etwas angehoben wird, entsteht ein deutlich runderes Klangbild. Darüber hinaus kann das Z90 dann auch zeigen, dass auch die Detailauflösung im Bereich des guten Durchschnitts liegt.

Seine Stärken kann das Grundsetup dann ausspielen, wenn keine feingeistigen Qualitäten benötigt werden, sondern es bei Games oder Action-Filmen heiß hergeht. Dann wartet das Z90 mit einer überzeugenden Grob-Dynamik auf und bearbeitet den Zuhörer mit satten Bässen. Je nach Geschmack kann es aber angebracht sein, den Tieftonanteil etwas zu reduzieren, da es ansonsten mit der Zeit etwas einseitig wird.

Gut gefallen kann die Räumlichkeit, gerade dann, wenn die Surround-Fähigkeiten aktiviert werden. Mit dem Raumklang und Kopfhörern ist es immer so eine Sache. Zwar lässt sich das Hirn von modernen Algorithmen besser austricksen, als man oftmals glauben würden, am Ende limitieren aber doch die physikalischen Grundlagen. Das Rage Z90 hat gegenüber den meisten Headsets den Vorteil, das der Surround-Sound nicht nur aus je einem Chassis pro Ohrmuschel berechnet werden muss. Das kann es in der Praxis ausspielen und sorgt dafür, das Surroundmaterial noch räumlicher wirkt, als man es normalerweise gewöhnt ist. Surround-Effekte lassen sich recht gut zuordnen, was bei Filmen für den nötigen spektakulären Auftritt sorgt und bei Games von Vorteil sein kann. Allerdings gilt auch beim Z90, dass man nicht zu viel erwarten sollte – ein echtes Surround-Setup mit 5 bis 7 Lautsprechern im Raum liefert am Ende natürlich immer noch bessere Ergebnisse.

Fazit

In unserem Test kann das Ozone Rage Z90 mit einem sehr hohen Tragekomfort gefallen, der durch die voluminös ausgeführten Polster im Bereich der Ohrmuscheln und des Bügels ermöglicht wird. Darüber hinaus wählen die Spanier eine angenehme Bügelspannung, sodass einem längeren Einsatz nichts im Wege steht.

Die Optik wurde gleichzeitig Gaming-typisch auffällig gewählt. Neben dem an sich massiven Auftreten zieht das Rage Z90 mit einer kantigen Formensprache und einer roten LED-Beleuchtung viele Blicke auf sich. Letztere kann jedoch ausgeschaltet werden, was in Kombination mit dem Softtouch-Lack zu einem Stealth-Look führt. Die Verarbeitungsqualität und die Materialgüte liegen auf einem guten Niveau uns sind dem Preis von rund 100 Euro angemessen.

Ungewohnte Wege geht Ozone bei der Bedienung, denn es gibt eine große Kabelfernbedienung, mit der sogar die Pegel der einzelnen Surround-Kanäle angepasst werden können. Ob das nötig ist, kann durchaus infrage gestellt werden, zumal die Fernbedienung bei der Schlüsselkompetenz, der eigentlichen Lautstärke-Regulierung, nicht glänzen kann. Wirklich störend ist hingegen die rote LED, die im Betrieb permanent rot blinkt. Der Funktionsumfang des Treibers fällt vorbildlich aus und lädt dazu ein, viel mit verschiedenen Optionen auszuprobieren.

Beim akustischen Aufbau unterscheidet sich das Ozone Rage Z90 von vielen Mitbewerbern grundlegend, denn die verschiedenen Surround-Kanäle werden durch mehrere Treiber pro Ohrmuschel realisiert. Das sorgt für eine gute Räumlichkeit und führt dazu, dass die Kanaltrennung deutlich differenzierter ausfällt, als es bei Headsets mit virtuellem Surroundsound der Fall ist. Das grundlegende akustische Setup ist gaming-typisch basslastig ausgelegt, was beim Gaming viel Spaß machen kann, bei der Musikwiedergabe aber zu einer unausgewogenen Darstellung führt. Wer den Equalizer bemüht, kann noch etwas mehr aus dem Rage Z90 herauskitzeln.

Alles in allem ist das Ozone Rage Z90 ein solides Gaming-Headset, das mit einem erstklassigen Tragekomfort aufwarten kann, mit seinem basslastigen Sounding aber eindeutig in der Spiele-Ecke zuhause ist, während Musik-Fans weniger auf ihre Kosten kommen.

Positive Aspekte des Ozone Rage Z90:

  • sehr bequem
  • sehr räumlicher Klang
  • umfassende Optimierung im Treiber möglich
  • gute Verarbeitungsqualität

Negative Aspekte des Ozone Rage Z90:

  • Grundsetting zu basslastig
  • Treiber könnte übersichtlicher sein
  • Kabelfernbedinung nur bedingt zweckmäßig