Seite 3: Soundsystem und Klangcheck

Die Trillium-Technik macht den Unterschied

Das eigentliche Highlight des Turbo X liegt unter der Haube der Glossy-Abdeckung. Riva Audio hat dem kleinen Bluetooth-Lautsprecher eine beachtliche Anzahl von Chassis spendiert. Insgesamt verfügt der Turbo X über drei Kanäle. Zwei werden auf den rechten und linken Seitenteilen untergebracht, während der dritte Kanal zentral auf der Front positioniert wurde. Riva Audio setzt bei allen Kanälen auf 60 mm-Treiber der Mutterfirma ADX, die das gesamte Frequenzspektrum abdecken sollen. Zusätzlich gibt es noch einmal vier Basstreiber, die passiv angetrieben werden. Einen Frequenzbereich gibt Riva Audio für seinen Turbo X aber leider nicht an.

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Riva Audio Turbo X

Angetrieben werden die Chassis von einer Endstufe mit einer RMS-Leistung von 45 Watt. Das ist für einen so großen Lautsprecher durchaus ordentlich und erweist sich in der Praxis auch als ausreichend, um große Räume zu beschallen.

Die Besonderheit des Turbo X ist dabei, wie die drei aktiven Chassis genutzt werden, die zusammen mit dem Trillium-Algorithmus zu zwei Kanälen verschmelzen. Auf diesem Wege möchte der Hersteller es erreichen, dass trotz eines einzelnen kompakten Lautsprechers eine klare Rechts-Links-Unterscheidung getroffen werden kann, was natürlich der Bühnenabbildung zugutekommt.

Damit die Trillium-Technik ihre Vorteile aber ausspielen kann, sollte der Lautsprecher im Idealfall schräg in einer Ecke des Raums stehen. Der Hintergrund ist natürlich, dass die beiden seitlichen Treiber so diagonal über die Wände abstrahlen können, was zum einem großen Klangfeld führt. Ebenso führt die Position in der Ecke zu einer Überhöhung des Tieftonbereich, was in einem wuchtigeren Klang resultiert. Wie all dies mit dem Versprechen des Herstellers zusammenpasst, einen möglichst neutralen Klang liefern zu wollen, werden wir uns im Folgenden ansehen, schließlich sollte für eine möglichst neutrale Wiedergabe eigentlich die Raumakustik vollkommen ausgeblendet werden, da sie für den Hersteller ein ungewisser Faktor ist.

Klangcheck

Hinterlässt der Turbo X optisch noch einen recht austauschbaren Eindruck, schlägt die große Stunde des kleinen Lautsprechers im Soundcheck, denn um es vorweg zu nehmen: Der Turbo X gehört aktuell aus mehreren Gründen zu den überzeugendsten, kompakten Bluetooth-Lautsprechern.

Als Referenz-Song kommt auch nach vielen Jahren noch immer „Forgiven not forgotten“ der Corrs zum Einsatz, den wir bereits auf zahlreichen Soundsystemen aller Preisklasse hören konnten. Bereits ab den ersten Takten fällt auf, dass der Turbo X deutlich voluminöser klingt, als er eigentlich ist. Die zu Beginn spielende Geige wird sauber intoniert und klingt weder spitz noch unnatürlich. Das etwas später einsetzende Schlagzeug kann dann den positiven Eindruck unterstreichen, denn es ist durchaus ein gewisser Punch vorhanden, ohne dass der Bass gleichzeitig zu dick aufträgt. Gleiches gilt wenig später auch für die Gesangsstimme von Andrea Corr, die angenehm natürlich wiedergegeben wird. Gleichzeitig verschweigt der Turbo X auch kleinere Details nicht, was zu einem großen Teil daran liegt, dass Riva Audio nicht wie viele andere den Mitteltonbereich „unter den Tisch fallen lässt“. Stimmen werden klar artikuliert, klingen aber auch bei hohen Lautstärken nie angestrengt oder gar nervig.

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Riva Audio Turbo X

Aber auch an anderer Stelle kann der Turbo X überzeugen, denn der kleine Bluetooth-Lautsprecher zeigt sich zwar als äußerst neutral abgestimmt, lässt eine gewisse Spielfreude aber nicht verleugnen und macht schlichtweg eine Menge Spaß.

Wird der Turbo X mit etwas basslastigerer Musik konfrontiert, zeigt sich, dass erstaunlich viel Bass aus dem kleinen Speaker kommt, dieser aber nicht, wie es oft der Fall ist, übertrieben aufgedickt ist. Eines kann Riva Audio in jedem Fall attestiert werden, die aktuell so häufig gewählte Badewannen-Abstimmung kommt nicht zum Einsatz.

Interessant ist natürlich auch, ob die Trillium-Technik am Ende wirklich das liefern kann, was versprochen wurde. Der Turbo X kann eine angenehm große Bühne generieren und bietet dabei auch eine prinzipielle Rechts-Links-Differenzierung. Man sollte aber nicht davon ausgehen, den gleichen Effekt zu erreichen, der mit zwei dedizierten Lautsprechern möglich ist. Wer es noch etwas räumlicher mag, für den bietet Riva Audio einen Surround-Mode, allzu viel „Surround“ sollte man nicht erwarten. Ob das etwas anders justierte Sounding am Ende gefällt, hängt vom persönlichen Geschmack ab.

Wer es besonders laut mag, für den bietet Riva den Turbo-Modus. Damit soll der Lautsprecher mehr als 100 dB erreichen. In unseren Tests zeigte sich, dass der Turbo X wirklich laut kann, ohne dabei unangenehm zu klingen. Das bietet sich für die übliche Party-Beschallung an. Rein tonal fallen die Bässe bei hohen Lautstärken aber natürlich merklich ab, was den eigentlich ausgewogenen Klang stört.

Über den Klang hinaus

Dank eines integrierten Mikrofons kann der Turbo X nicht allein als Lautsprecher genutzt werden, sondern auch als Freisprecheinrichtung. Das funktionierte in unseren Tests gut, so lange der Lautsprecher nicht allzu weit entfernt steht.

Dank des integrierten Akkus ist der Betrieb auch problemlos fernab einer Steckdose möglich. Riva gibt offiziell eine Laufzeit von 26 Stunden und mehr bei einer Lautstärke von 75 dB(A) an. In unserem Test hielt der Turbo X einen ganzen Arbeitstag auch bei teils gesteigerter Lautstärke durch. Die genaue Stundenanzahl hängt am Ende doch von zahlreichen Faktoren ab.