Seite 3: Adam A5X - Praxistest

Da wir nicht über professionelle Räumlichkeiten und Messgeräte verfügen, spiegeln unsere Ergebnisse lediglich den Klangeindruck des Redakteurs wieder. Subjektivität lässt sich daher nicht vermeiden, auch wenn der testende Redakteur bereits Erfahrungen mit vielen Lautsprechern, Kopfhörern, Headsets und Soundkarten gemacht hat. Unser Testraum misst 4 m x 6 m, bei einer Deckenhöhe von 2,20 m. Die Wände der kürzeren Seiten bestehen aus Dachschrägen , welche bis knapp 30 cm an den Boden reichen. Die Teststücke liegen als Flac oder CD vor, einige aber auch als MP3, um auch das durchschnittliche Quellmaterial darzustellen. Ebenso befinden sich nicht nur hochqualitative Aufnahmen in unserem Test-Parcours, sondern auch Stücke schlechterer Qualität.

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Der X-ART Hochtöner der Adam A5X beweist schon nach dem Hören einiger weniger Teststücke, dass er in seiner Preisklasse, die im Studio-Bereich definitiv noch zum Einstiegssegment zählt, sehr viel bietet. Der Hochton ist leicht betont, zeigt sich aber trotzdem noch relativ angenehm und wird fast nie nervig. Ähnlich verhält es sich mit dem sich anschließendem Präsenzbereich. Insgesamt erzeugen die A5X ein sehr transparentes Klangbild, welches besonders in kleineren Heim-Studios helfen dürfte Fehler in der Aufnahme zu entlarven. Dieser transparente und fein auflösende Eindruck macht jedoch auch beim Musikhören ungemein Spaß. Zum Beispiel bei den Dire Straits - Your Latest Trick überzeugte uns dieser Hang zur Detailverliebtheit und Transparenz, sodass immer wieder hintergründig spielende Instrumente schön differenziert wiedergegeben werden.

Aufgrund der relativ starken Hochtonpräsenz erscheinen die Mitten allerdings etwas zurückhaltender. Zum einen steigert dies zwar den Eindruck der guten Durchhörbarkeit, allerdings erscheint das Klangbild dafür immer eher kühl und distanziert. Bei eher ruhigeren Interpreten wie Jack Johnson oder Xavier Naidoo könnte unserer Meinung nach deshalb der Grundton noch eine Spur üppiger ausfallen, obwohl dies sicher Kritik auf hohem Niveau ist.

Trotz der eher kompakten Ausmaße der einzelnen Lautsprecher beziehungsweise der Tieftöner schafft es die A5X einen erstaunlich voluminösen Bass abzuliefern - hier wurden wir durchaus positiv überrascht. Verständlich sollte aber sein, dass der Tiefgang sich eher in Grenzen hält und insbesondere bei basslastiger Elektro-Musik die Aufstellung eines zusätzlichen Subwoofers in Erwägung gezogen werden sollte. Die größeren Geschwister A7X/A8X dürften sich in dieser Disziplin besser schlagen, liegen aber auch wieder in einer anderen Preisklasse.

Die Bühnenabbildung ist für unseren Geschmack gelungen. In Katie Meluas - Secret Symphony vermittelt unser Test-Exemplar eine sehr breite Bühne, auf der die einzelnen Instrumente sehr schön räumlich angeordnet werden. Einige Instrumente erscheinen zum Greifen nahe, andere erklingen aus der Ferne - es stimmt also auch die Tiefenstaffelung.

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Im Multimedia-Einsatz präsentiert sich unser Kandidat natürlich ganz anders als übliche Soundsysteme, während 2.1 Systeme mit mehr Bassgewalt auf sich aufmerksam machen, verblüfft Adams A5X viel mehr extrem facettenreich und detailliert. In unserem Referenz-Film Transformers wurden Feinheiten sehr authentisch wiedergegeben: Jeder herabfallende Steinbrocken, egal wie klein er war, wurde auch akustisch dargestellt. Vor allem die Räumlichkeit konnte hier überzeugen, welche eine ungemein dichte Atmosphäre ermöglichte, obwohl wir den Test-Film bereits unzählige Male zuvor gesehen hatten.

Das nötige Fundament für Explosionen kann man unserem Probanden nur bedingt zusprechen. Hier hängt es ganz davon ab, was der jeweilige Käufer von seinem Neuerwerb erwartet. Im Vergleich zu einem ausgewachsenen Standlautsprecher oder gar einem dediziertem Subwoofer muss sich die A5X ganz klar hintenanstellen. Bombast-Sound will diese gar nicht versprechen, schließlich gehört unser Lautsprecherpaar aus dem Hause Adam eher ins Tonstudio, wo es gilt möglichst ausgeglichen zu klingen. Andererseits bietet die A5X gemessen an ihrer Größe und somit auch an der Grenze zum physikalisch machbaren, ein erstaunliches Bassvolumen.

Im Spieleinsatz bei Counter-Strike: Source zeichnete sich unser Test-Kandidat mit der guten Bühnenabbildung aus - insbesondere gewöhnlichen Satelliten-Subwoofer-Kombinationen ist er deutlich voraus. So gelang es uns stets Gegner gut zu orten und Entfernungen abzuschätzen. Die rückwärtige Ortung ist mit einem 2.0 System natürlich kaum bis nicht möglich.