Seite 5: Corsair Link und RGB-Beleuchtung in der Praxis

Corsair Link

Corsair Link ist eine Software, die Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten für unterschiedliche Komponenten unter einem Dach zusammenführt. Sie ist mittlerweile in Version 4.7 verfügbar.

Die Software sucht selbstständig nach unterstützten Komponenten. Im Startmenü zeigt sie unter anderem Prozessor-, GPU- und SSD-Temperatur, Speichersettings, Lüftergeschwindigkeiten, Spannungen und LED-Kanäle an. Was genau angezeigt wird, hängt vom jeweiligen System ab. Über Diagrammerstellung können zusätzlich Temperatur- und Lüftergeschwindigkeitsverläufe angezeigt und protokolliert werden. 

Die Konfigurieren-Ansicht zeigt beim Start ein typisches Corsair-Gehäuse in seitlicher Perspektive und dazu eine lange Leiste mit den unterschiedlichen Temperaturen, Lüftergeschwindigkeiten und LED-Settings. Für bessere Übersicht lassen sich die jeweiligen Felder per Drag and Drop auf die entsprechende Stelle in der Gehäusedarstellung ziehen. Es ist auch möglich, z.B. einzelne Lüfter zu benennen. 

Vor allem aber ist es möglich, die Lüfter einzeln zu steuern und zu verwalten. Sowohl die Corsairlüfter als auch Lüfter von Fremdherstellern wie Noctua und Cooler Master wurden im Testsystem problemlos erkannt. Die Lüfter lassen sich bei manueller Steuerung sogar ausschalten. Auch ein Anlaufen bei minimaler Drehzahl ist möglich. Die Noctua NF-F12 PWM starten z.B. bei den rund 300 U/min, die Noctua selbst als Minimaldrehzahl angibt. Die erreichbare maximale Drehzahl liegt allerdings sowohl bei den NF-F12 PWM als auch bei den NF-F14 PWM mit 1.350 statt 1.500 U/min 10 Prozent unter der Herstellerangabe (die bei anderer Ansteuerung auch erreicht wird). Bei einigen anderen Lüftern - darunter Corsairs eigenen HD140 RGB - gab es hingegen keine auffällige Abweichung bei der Maximaldrehzahl. An den Lüfteranschlüssen können unseren Eindrücken nach auch die Pumpen von AiO-Kühlungen geregelt werden - zumindest gilt das für die Pumpe der Cooler Master MasterLiquid 240 im Testsystem. Es ist allerdings Vorsicht angesagt, denn die Pumpe kann über die Software ebenfalls ausgeschaltet werden.

Es stehen für Lüfter und Pumpen gleich mehrere Steuerungsmodi zur Auswahl. Darunter sind vorgefertigte oder eigene Profile, die komplett manuelle Steuerung per Lüfterkurve, Festwert in Prozent, Festwert in U/min und ein Modus mit maximaler Drehzahl. Als Bezugsgröße für die Steuerung kann zwischen allen Temperaturen ausgewählt werden, die das System kennt - selbst die GPU- oder SSD-Temperatur. Der Nutzer kann auch definieren, was beim Unter- oder Überschreiten von Grenzwerten passieren soll. So lässt sich der PC automatisiert herunterfahren, alle Lüfter auf 100 Prozent setzen, alle RGB-LEDs aktivieren oder eine Datei ausführen. 

Ähnlich vielseitig zeigen sich die Beleuchtungseinstellungen. Es stehen eine ganze Reihe von Effekten zur Auswahl, bei denen teilweise weitere Parameter angepasst werden können. Der Temperatur-Effekt lässt die Lüfter beispielsweise je nach Temperatur in unterschiedlichen, konfigurierbaren Farben leuchten. Effekte können auch auf andere LED-Streifen oder LED-Lüfter kopiert werden. Und natürlich ist auch die Anpassung der Helligkeit möglich. Komplett eigene Effekte oder Beleuchtungsmuster lassen sich allerdings nicht erstellen. 

RGB-Beleuchtung in der Praxis

Das komplette Corsair Lüfter- und Beleuchtungssystem will erst einmal montiert werden. Wir haben dazu den LED-Controller des Crystal Series 570X RGB vom Bedienfeld getrennt und ihn als Verteiler genutzt, um die vier RGB-LED-Streifen und die beiden RGB-LED-Lüfter über die vier Kanäle von Commander PRO und Lighting Node PRO ansteuern zu können. Damit wurden dann aber auch drei S-ATA-Stromanschlüsse benötigt. Nach dem Einrichten der Kanäle unter Corsair Link leuchten die RGB LEDs erst einmal im Effekt "Regenbogenwelle" auf - dem wohl auch spektakulärsten Effekt. Die einzelnen LEDs leuchten gleichzetig und wechseln dabei wellenförmig ihre Farbe. 

Das getönte "tempered glass" des Corsair-Gehäuses dämpft die Beleuchtung leicht. Die RGB-LEDs kommen aber trotzdem sehr gut zur Geltung. Während die LED-Streifen eher punktuell wirken, zeigen die Lüfter einen regelrechten RGB LED-Flächeneffekt.