Seite 6: Fazit

SteamOS steht vermutlich eine schwere Zukunft bevor. Auch wenn Valve die Installations-Routine bis zur finalen Version noch vereinfachen möchte, stehen mit Windows 10 und DirectX 12 schwere Gegner im Ring. Während die neue DirectX-Version die Hardware besser auslasten und so die Performance von Spielen weiter erhöhen dürfte, läuft Windows 10 plattformübergreifend auf verschiedenen Endgeräten. Da SteamOS auf Linux basiert, ist die Verfügbarkeit von passenden Spielen eher begrenzt. Hauptsächlich finden sich Indie-Titel in der Linux-Datenbank von Steam und nur sehr wenige Triple-A-Title wie Metro 2033: Last Light oder Civilization: Beyond Earth. 

Seine Stärken spielt SteamOS aber in In-Home-Streaming und der Tatsache aus, dass es kostenlos auf den Markt kommen wird. Damit kann man auch ein nicht ganz so leistungsstarkes und folglich günstigeres System zum Fernseher stellen und braucht sich keine zusätzliche, kostenpflichtige Windows-Lizenz anzuschaffen. Der Stand heute hat jedoch noch einige Hürden, die es zu überwinden gilt. Die Installation ist noch alles andere als einfach und auch nach dieser müssen unter Umständen noch verschiedene Treiber mühevoll per Hand nachinstalliert werden. Gerade User, die nicht über Linux-Kenntnisse verfügen, dürften hier sehr schnell an ihre Grenzen kommen. 

Der ASUS ROG GR8 macht hingegen durchgehend eine gute Figur. Dank der flotten "Haswell"-CPU und der NVIDIA GeForce GTX 750 Ti ist das System auch für aktuelle Spiele ausreichend schnell, wenngleich je nach Titel die Auflösung reduziert oder aber die Qualitätseinstellung zurückgefahren werden müssen. Spiele wie Tomb Raider oder Bioshock: Infinite lassen sich jedoch hervorragend darauf spielen. Bei der Leistungsaufnahme und Lautstärke weiß der kleine ASUS-Rechner ebenfalls zu gefallen. Dank der aktuellen Architekturen für CPU und GPU zeigt sich das System vor allem im Leerlauf sehr genügsam und bleibt mit knapp über 20 dB(A) in dieser Disziplin erfreulich laufruhig und mit rund 16 Watt sehr sparsam. Unter Last steigen Leistungsaufnahme und Abwärme allerdings etwas an. Mehr als 90 Watt bzw. 41,4 dB(A) werden es allerdings nicht.

Größter Kritikpunkt des ASUS ROG GR8 ist allerdings sein Preis. Denn obwohl man mit den aktuellen Spielekonsolen konkurrieren möchte, bezahlt man doch fast das Doppelte als für eine Sony PlayStation 4 oder Microsoft Xbox One. Dafür bekommt man ein Komplett-Paket, das man nur noch an ein Display anschließen muss, denn Tastatur, Maus und Betriebssystem liefert ASUS gleich mit. Für unsere Ausstattungs-Variante werden etwa 999 Euro fällig.

 

Persönliche Meinung

Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht! Neben meinem Fernseher steht seit einiger Zeit ein kleiner Windows-Rechner, der eigentlich nicht viel kann. Für ein bisschen Surfen im Internet bequem vom Sofa aus, YouTube, Amazon Prime Instant Video oder Steam-In-Home-Streaming aber reicht es allemal. Da ich ohnehin keine schnellen Spiele spiele, funktioniert das Streaming auch über Wireless-LAN tadellos. Mein Favorit sind ein paar Runden Worms gegen Freunde nach Feierabend - da kann es durchaus längere Latenz-Zeiten geben und dank eines 450-Mbits-Netzwerkes funktioniert das auch schnell genug. Zwar könnte ich mir die kostenpflichtige Windows-Lizenz durch SteamOS sparen, allerdings war auf meinem Gerät ohnehin Windows 8.1 mit Bing vorinstalliert. Für mich ist SteamOS keine Alternative - vor allem im Hinblick auf die nervenaufreibende Installation.

Der ASUS ROG GR8 aber gefällt mir. Dank der NVIDIA GeForce GTX 750 Ti könnte ich dann auch ein paar leistungshungrigere Spieletitel direkt auf dem Wohnzimmer-Rechner installieren, denn für Worms: Clan Wars stellt mein jetziges System leider nicht genug Ressourcen bereit und schnelle Rennspiele direkt vom Sofa aus würden auch noch richtig Spaß machen! :-) (Andreas Stegmüller)