Seite 19: Fazit

Die Caseking KingMod GeForce GTX 1080 FE wird vermutlich die letzte Variante dieses Typs sein, die wir uns anschauen. Die Founders Edition mit einbezogen haben wir uns 15 Modelle der GeForce GTX 1080 angeschaut und decken diese Palette an Karten der verschiedensten Hersteller ganz gut ab. Auch wenn wir uns dabei schon einige hybrid- und wassergekühlte Karten angeschaut haben, ist die KingMod GeForce GTX 1080 FE sicherlich das Highlight, denn hier wird gänzlich auf die Wasserkühlung gesetzt – inklusive eines ausgewachsenen Custom-Wasserkühlers aus dem Hause EKWB.

Wer sich eine solche Karte anschafft und bereit ist den Aufpreis zu zahlen, tut dies aus einem Grund: Er möchte mit dem Umbau nichts zu tun haben, sich die Arbeit nicht machen und behält durch den Umbau bei Caseking auch seine Garantieansprüche dem Händler gegenüber.

Die günstigste Founders Edition der GeForce GTX 1080 kostet derzeit etwa 575 Euro. Der dazugehörige Wasserkühler aus dem Hause EKWB kostet etwa 100 Euro, die dazugehörige Kombination aus Pumpe und Ausgleichsbehälter noch einmal etwa 120 Euro. Ein Dual-Radiator kostet 30 Euro, so dass wir auf einen Preis der Komponenten von 825 Euro kommen. Caseking verlangt für die KingMod GeForce GTX 1080 FE 879,90 Euro, wird diesen Preis aber vielleicht bald zumindest geringfügig anpassen müssen, denn die GeForce GTX 1080 ist recht stark im Preis gefallen und in Anbetracht der GeForce GTX 1080 Ti lässt sich dieser Preis sicherlich nicht halten. Ob man bereit ist den Aufpreis von 65 Euro zu zahlen, hängt davon ab wie viel eigene Arbeit man investieren möchte und wie gut man finanziell aufgestellt ist - ein Gegenargument ist er aber nicht für jeden. Es gibt auch Kunden die bereit sind einen fünfstelligen Betrag für ein Komplettsystem zu investieren – ist ein Bedürfnis vorhanden, gibt es irgendwo einen Anbieter, der dieses Bedürfnis decken möchte.

Wir wollen uns aber nicht länger damit aufhalten, ob eine solche Karte sinnvoll ist oder nicht. Die meisten unserer Leser würden wohl lieber selbst Hand anlegen, den Kühler und die Karte getrennt kaufen und das gesparte Geld in anderen Komponenten stecken.

Nimmt man die KingMod GeForce GTX 1080 FE, schließt sie an einen Wasserkreislauf an und belässt alles wie es ist, erreicht die GPU bereits einen Takt von mehr als 2.000 MHz. Damit ist sie bereits schneller als die meisten Custom-Modelle, bleibt Kühler und verbraucht auch weniger, um diese Leistung zu erreichen. Dies ist aber sicherlich nicht das Ziel eines jeden, der sich eine solche Karte anschafft. Also haben wir uns auch angeschaut, was die Karte leistet, wenn man ihr sozusagen die Sporen gibt.

Letztendlich haben wir mit der Karte einen stabilen Boost-Takt von 2.154 MHz erreicht und damit setzt sich die Karte auch meist an die Spitze der Benchmarks – im Vergleich aller Modelle der GeForce GTX 1080 gibt es bei diesem Takt ohnehin keine Konkurrenz. Hin und wieder wird sogar eine GeForce GTX 1080 Ti geschlagen, wenngleich dies nur bei niedrigen Auflösungen und Qualitätseinstellungen der Fall ist. Sobald die Rohleistung der GP102-GPU auf der GeForce GTX 1080 Ti verlangt ist, setzt sie sich auch wieder an die Spitze. Dennoch, die KingMod GeForce GTX 1080 FE zeigt eindrucksvoll das Potenzial der Pascal-Architektur, wenn die Kühlung entsprechend leistungsstark ist.

Die Kühlung ist auch gleich das richtige Stichwort, denn auch wenn die Luftkühler immer besser und effektiver werden, den Möglichkeiten einer Custom-Wasserkühlung haben sie wenig entgegenzusetzen. Zum einen deckt der EKWB EK-FC1080 GTX alle wichtigen Komponenten mit einem massiven Kupferblock ab. Auch hier haben die Hersteller der Custom-Modelle mit Luftkühler inzwischen erkannt, dass nicht nur die GPU eine wichtige Komponente ist, dennoch bewegen sich die Wasserkühler noch auf einem anderen Niveau. Hinzu kommt aber auch, dass die Abwärme durch den Wasserfluss im Kühler selbst einfach besser abgeführt werden kann, als dies bei jeder Luftkühlung der Fall ist. Beides zusammengenommen sorgt dafür, dass die GPU-Temperatur niemals den Wert von 52 °C überschreitet. Damit spielt das Temperatur-Limit keinerlei Rolle. Entscheidend ist aber auch, dass bei einer solch niedrigen Temperatur die Leckströme niedriger sind und eine niedrigere Spannung notwendig ist, um den gleichen Takt wie mit einer Luftkühlung zu erreichen.

Die Temperaturen sind für eine Grafikkarte mit Wasserkühlung also erwartungsgemäß niedrig und lassen viel Spielraum für ein Overclocking. Mit einem GPU-Takt von 2.154 MHz haben wir dies recht gut ausreizen können. Die Mehrleistung gegenüber einem Standard-Modell einer GeForce GTX 1080 ist mehr als spürbar.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Caseking KingMod GeForce GTX 1080 FE eindrucksvoll darstellt, zu was eine solche Karte im Stande ist. Der Aufbau einer solchen Wasserkühlung, gerade im Zusammenspiel mit der Kühlung des Prozessors, macht für viele Nutzer noch immer Sinn. Die Leistung der Hardware kann gesteigert werden und bei entsprechenden Lüftern auf dem Radiator sowie einer leisen Pumpe bekommt man auch noch ein extrem leises System zusammengestellt. Ob man dafür nun 879,90 Euro ausgeben muss, steht sicherlich auf einem anderen Blatt.

Update:

Wir haben den Artikel wegen einer falschen Preisangabe unsererseits etwas angepasst und auch die entsprechenden Passagen verändern müssen, da die Einschätzung zum Preis nun eine andere ist.

Positive Aspekte der Caseking KingMod GeForce GTX 1080 FE:

  • GP104: zweitschnellste Single-GPU als Basis
  • Ultra HD mit einigen Einschränkungen spielbar
  • 8 GB GDDR5X
  • GPU Boost 3.0 mit zahlreichen Overclocking-Funktionen
  • vormontierter Custom-Full-Cover-Wasserkühler
  • niedrige GPU-Temperaturen
  • keine aktiven Geräuschquellen auf der Karte

Negative Aspekte der Caseking KingMod GeForce GTX 1080 FE:

  • relativ hoher Preis

Aufgrund der herausragenden Custom-Wasserkühlung und dem damit einhergehenden Leistungspotenzial, verleihen wir der Caseking KingMod GeForce GTX 1080 FE den Hardwareluxx-Technik-Award.

Persönliche Meinung

Die KingMod GeForce GTX 1080 FE stellt in gewisser Weise das Finale der Entwicklung bei der GeForce GTX 1080 dar und ja, es macht Spaß eine solche Karte zu testen, denn alleine schon der technische Aspekt um die Kühlung ist beeindruckend. Schaut man sich dann auch noch an, welche Leistung eine solche Karte entfalten kann, rückt der Preis zunächst einmal in den Hintergrund. Als Bastler macht das Zusammenspiel aus High-End-Hardware und Custom-Wasserkühlung einfach Eindruck, dem man sich auch als langjähriger Redakteur nicht entziehen kann. (Andreas Schilling)