Seite 19: Fazit

Die GeForce GTX 1050 soll an das Ti-Modell anknüpfen. Diese bietet eine für den Preis sehr gute Leistung, wird aber von der Radeon RX 470 geschlagen. Doch diese Karte soll auch nicht der direkte Konkurrent sein. Da die GeForce GTX 1050 Ti eine Lücke im Angebot schließt, wollte NVIDIA wohl auch noch einen Gegenspieler zur Radeon RX 460 schaffen und eben dies ist die GeForce GTX 1050 ohne Namenszusatz.

Sowohl die Variante von EVGA als auch die von Gigabyte zeigen, dass NVIDIA mit der GP107-GPU in der angespeckten Form eine sehr energieeffiziente Hardware geschaffen hat. Der Leistungsverbrauch unter Last stellt neue Rekorde auf. Samsung kann solch weniger komplexe GPUs offenbar derart gut fertigen, dass solche Verbrauchswerte erreicht werden. Schaut man sich dann noch an, welche Leistung in den Benchmarks erreicht wird, dann dreht NVIDIA bei niedrigerem Stromverbrauch die Leistungsschraube nach oben. Die GeForce GTX 1050 bietet sich daher als Update der letzten oder vorletzten Generation an. Allerdings haben die Karten einen großen Makel und diesen sozusagen per Design, denn NVIDIA sieht für die GeForce GTX 1050 nur 2 GB Grafikspeicher vor.

Auf Overclocking-Tests haben wir bewusst verzichtet. Sicherlich lässt sich auch die GP107-GPU auf einer GeForce GTX 1050 etwas übertakten, große Leistungssprünge sind aber nicht zu erwarten. Hauptgrund dafür ist die mit 2 GB recht eingeschränkte Speicherkapazität. Wunder sind also nicht zu erwarten. Die GeForce GTX 1050 ist, egal ob von EVGA oder Gigabyte, eine Karte mit Einschränkungen.

EVGA GeForce GTX 1050 SC Gaming

Mit der SC Gaming bietet EVGA eine äußerst kompakte Variante der GeForce GTX 1050, die dabei allerdings etwas an Leistung einsparen muss. Dies ist zum einen der Kühlung geschuldet, zum anderen aber auch dem Design der Karte, denn diese kommt ohne zusätzlichen Stromanschluss aus. Damit kann die Karte nicht mehr als 75 W, plus/minus ein paar Watt Toleranz, aufnehmen. Dies hat Vor- und Nachteile. Zum einen hält sich der Verbrauch in Grenzen und sorgt außerdem dafür, dass nicht zwingend ein zusätzlicher Stromstecker am Netzteil vorhanden sein muss. Auf der anderen Seiten wird die Leistung der Karte in gewisser Weise limitiert, was wir in unserem Test auch gesehen haben.

Keinerlei Einschränkung für die Leistung sehen wir durch die Kühlung. Die GPU-Temperaturen bleiben immer in einem Bereich, in dem die Karte ihre maximale Leistung abrufen kann. Das Limit besteht wie gesagt in der Stromversorgung. Leider verzichtet EVGA bei der Kühlung auf ein Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb. Schade eigentlich, denn dies hätte die Karte zu einem echten Alrounder unter den kompakten Grafikkarten machen können. Hinsichtlich der Leistung liegt die EVGA GeForce GTX 1050 SC Gaming etwas hinter der Konkurrenz von Gigabyte. Leider kann auch EVGA nichts an dem geringen Speicherausbau ändern, der alle GeForce GTX 1050 in gewissen Spielen an ihre Grenzen treibt – egal wie niedrig die Auflösung auch sein mag.

Die EVGA GeForce GTX 1050 SC Gaming bietet sich für all diejenigen an, die eine besonders kompakte Karte suchen, die für wenig anspruchsvolle Spiele ausreicht und zudem auch ohne zusätzlichen Stromanschluss auskommt. Der Preis der Karte liegt bei etwa 145 Euro.

Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G

Grundsätzlich gelten für die Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G die gleichen Voraussetzungen wie für all Modelle auf Basis der GP107-GPU mit 2 GB Grafikspeicher: So richtig voll ausspielen kann die GPU ihre Stärken nicht, da der Speicher ein klares Limit darstellt. Anders als EVGA bestückt Gigabyte seine Karte mit einem zusätzlichen Stromanschluss. Dies sorgt wohl letztendlich auch dafür, dass die Karte einen etwas höheren Boost-Takt erreicht. Bei den Abmessungen bewegt sich die Karte in üblichen Rahmen.

Die Kühlung hat die Abwärme der GPU und der übrigen Komponenten immer im Griff. Positiv zu beurteilen ist das Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb, was zum Beispiel die Variante von EVGA nicht bieten kann. Bei der Leistung ist sie etwas besser positioniert als die SC Gaming von EVGA, der Abstand zur Ti-Variante beträgt aber immer 10 bis 15 %. In jedem im Fall im Griff hat die Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G die Konkurrenz in Form der Radeon RX 460, aber dies gilt auch schon für das Modell von EVGA. Die Einschränkungen hinsichtlich der Auflösung und des Speichers gelten auch für Gigabyte und so kann diese Karte nur diejenigen empfohlen werden, die genau wissen, was sie benötigen und was nicht.

Die Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G ist ein sehr ausgewogenes Modell. Für einen Preis ab 139 Euro bietet sie eine 1080p-Leistungsklasse mit einigen Einschränkungen durch den Speicherausbau. Mit diesem Preis gehört sie aber auch zu den günstigsten Varianten der GeForce GTX 1050.

Persönliche Meinung

So spannend die 14-nm-Fertigung bei Samsung sein mag und so gut die Energieeffizienz letztendlich auch ist, umso schwerer macht es sich NVIDIA bei der GeForce GTX 1050 selbst, da man diese Karte auf 2 GB Grafikspeicher limitert. Sicherlich, man will sich etwas Luft hinter der GeForce GTX 1050 Ti verschaffen, aber so wirklich geholfen hat diese Maßnahme nicht, denn für nur wenige Euro mehr kann der sich der potentielle Kunde bereits für eine GeForce GTX 1050 Ti entscheiden und dies macht die Non-Ti-Variante weitestgehend obsolet. Zurück zu den Karten: Es gibt sicherlich spannendere Grafikkarten als eine GeForce GTX 1050, aber auch nicht jeder spielt die aktuelle AAA-Titel in 4K-Auflösung und den höchsten Grafikeinstellungen. Eben hier kann eine GeForce GTX 1050 (Ti) eine Alternative sein. (Andreas Schilling)