Seite 2: AMD Radeon Software und die virtuelle Realität

Ebenfalls weiterhin im Fokus sieht AMD die Unterstützung für VR-Technologien. Im aktuellen Jahr sind die HTC Vive und die Oculus Rift erschienen, beide sind nun mit den Controllern verfügbar und bieten damit den vorerst vollen Funktionsumfang. Die Verkaufszahlen liegen aber hinter dem zurück, was viele erwartet haben. HTC sprach über mehreren 100.000 VR-Brillen, die verkauft werden konnten. Bei Oculus dürften die Zahlen ähnlich aussehen. Im kommenden Jahr soll es aber weitergehen und sicherlich stehen auch bald die zweite Generationen vor der Tür.

Zunächst einmal aber möchte AMD die Unterstützung im aktuellen Umfang ausbauen. Dazu gehört im Rahmen der LiquidVR-API die verbesserte und vor allem beschleunigte Vorstellung beim Einsatz von zwei GPUs. Damit möchte man vor allem die gefürchteten Framedrops minimieren und dies um den Faktor 20. Weiterhin verwendet AMD eine ähnliche Technologie wie NVIDIA, das sogenannte Simultaneous Multi Projection. Diese kann genutzt werden, um Objekte aus zwei Blickwinkeln in einem Durchlauf zu berechnen oder aber gewisse Bereiche des Bildes höher aufzulösen als zum Beispiel die Randbereiche.

Bisher noch nicht konkret umgesetzt, aber weiterhin im Fokus steht TrueAudio Next. Diese Technik wurde zusammen mit der Polaris-Generation in Form der Radeon RX 480 vorgestellt. Der Ansatz des neuen TrueAudio Next ist dem von NVIDIA mit VRWORKS Audio nicht ganz unähnlich. Die beiden Technologien haben sich aber unabhängig voneinander entwickelt. TrueAudio Next soll außerdem eine Art Raytracing für Audio darstellen, bei dem mehrere Audioquellen realistisch und mit möglichst vielen Reflektionen dargestellt werden können. Dabei sollen die Berechnungen auch von Asyncronous Compute profitieren, denn die dazugehörigen Berechnungen müssen gleichzeitig zu den Grafikberechnungen erfolgen.

Um die Aufteilung der Rechenlast nicht allein dem Hardware Scheduler zu überlassen, ermöglicht AMD via Compute Unit Reservation die Zuteilung einer dedizierten Anzahl von CUs zu einem bestimmten Prozess. So können von 36 CUs 28 der Grafikberechnung zugeteilt werden, während acht weitere der Audioberechnung zugeschrieben werden. Dabei sollen vier CUs in etwa die Rechenleistung eines Quad-Core-Prozessors bieten, wenn es um die Auslagerung von Rechenaufgaben geht.