Seite 4: Fazit

Es ging in diesem Artikel nicht darum einzelne Kühllösungen diverser Hersteller direkt miteinander zu vergleichen. Immer wieder begegnen uns Leser mit der Frage: "Soll ich mir eine Referenzkarte kaufen oder lieber zu einem Modell der Boardpartner greifen und wo sind hier eigentlich die Unterschiede? Sind die Boardpartner-Karten wirklich besser und was machen diese Hersteller anders?"

Bei NVIDIA werden wir wohl auch in Zukunft weitere Founders Editions sehen. Ob und in wie weit NVIDIA weiter dazu umschwenkt diese auch nur noch selbst und nicht mehr durch seine Partner zu verkaufen, bleibt abzuwarten. NVIDIA nimmt damit einen Großteil der Verwertungskette unter die eigenen Fittiche, doch nicht jede Founders Edition wird die beste Lösung sein. Dies haben die zahlreichen Vergleiche bei uns gezeigt.

Folgt man der Argumentation von NVIDIA, dann ist eine Founders Edition eine extrem hochwertige Karte, was bis zu den Komponenten der Kühlung reicht. Wenn die Karte dann aber durch die Kühlung limitiert wird, sehen zumindest wir das anders. Laut NVIDIA hat man die Kühlung genau so konzipiert, dass zwar die 83 °C erreicht werden, dabei aber auch ein gewisser Takt anliegt, der leicht über dem angegebenen Boost-Takt liegt. Dieser Argumentation kann man folgen, Karten wie die GeForce GTX 1080 Xtreme Gaming zeigen aber, dass hier noch viel Potenzial vorhanden ist.

Dass ein überarbeitetes PCB und die stärkere Strom- und Spannungsversorgung nicht die einzigen Punkte sind, zeigt unser Test von Drittanbieter-Kühlern wie dem Alphacool Eiswolf GPX-Pro 120 AiO und Arctic Accelero Hybrid III-140. Hier haben wir die Referenzkarte verwendet und darauf einen alternativen Kühler verbaut. Die Leistungssteigerung und Verbesserungen bei Temperatur und Lautstärke sind also ausschließlich auf die Kühlung zurückzuführen. Eine Gigabyte GeForce GTX 1080 Xtreme Gaming reizt eine Luftkühlung bis zum Maximum aus, eine Wasserkühlung leistet hier noch deutlich mehr, ist aber auch deutlich teurer.

Was ist also die Essenz aus all dem Text und den Messungen? Die Konzeption und Konstruktion einer Luftkühlung ist mit der aktuellen Generation bei den Grafikkarten schwieriger geworden. Die Boardpartner müssen noch besser darauf achten, dass die kritischen Komponenten gut gekühlt werden. Es geht längst nicht mehr nur darum die GPU auf einem gewissen Niveau zu halten. Die Hersteller müssen auch auf andere Komponenten achten. Am Beispiel der Gigabyte GeForce GTX 1080 Xtreme Gaming konnten wir dies aufzeigen, aber dies ist nur ein Beispiel. Wer sich einfach nur eine Karte kauft, diese einbaut und sich nicht weiter damit beschäftigt, der wird allenfalls von Komplettausfällen gebremst, muss sich aber nicht mit jedem Detail beschäftigen. Wer aber etwas genauer hinschaut, wird Unterschiede erkennen können – nicht nur zwischen der Founders Edition und den Boardpartner-Karten, sondern auch zwischen den einzelnen Karten selbst. 

Neben der Leistung der Karte und der Kühlung spielt aber sicherlich auch weiterhin der Preis eine entscheiden Rolle bei der Kaufentscheidung. Eine GeForce GTX 1080 Founders Edition kostet derzeit ab 725 Euro. Eine Gigabyte GeForce GTX 1080 Xtreme Gaming ist beispielhaft mit rund 770 Euro aber keineswegs überteuert, sondern liefert durch die Bank bessere Ergebnisse, was den Aufpreis in jedem Fall rechtfertigt.