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Auch wenn das Dezember-Update der Radeon Technologies Group keine konkreten Ankündigungen mit sich bringt, so ist doch zu sehen, dass man sich bei AMD bemüht die Marschrichtung nicht nur intern vorzugeben, sondern diese auch nach Außen zu kommunizieren. Die heutige Ankündigung konzentriert sich auf die Ausgabe, die Displays und die Übertragung der dazugehörigen Bildsignale.

High Dynamic Range

So wie die Auflösung und vor allem die Pixeldichte in jüngster Vergangenheit angezogen haben, wird HDR in nächster Zeit ein wichtiger Bestandteil der Darstellung auf Monitoren sein. Wer einmal vor einem HDR-Inhalt und hier vor allem vor einem Video gesessen hat, will den Schritt zurück nicht mehr. Die Parallele zu den Pixeldichten bei den mobilen Geräten (Smartphone, Tablet und Notebook – die Desktop-Displays hinken teilweise noch hinterher) ist hier naheliegend.

Allerdings ist das aktuelle Ökosystem noch nicht darauf vorbereitet und es reicht auch nicht aus, wenn die Grafikkarte dies intern beherrscht. An erster Stelle stehen die Inhalte, die zwar mit entsprechenden Aufnahmeverfahren (zumindest bei Kino- und professionellen TV-Produktionen) aufgezeichnet und in der Post-Produktion so verarbeitet werden, spätestens aber bei der Ausgabe und Darstellung gehen diese zusätzlichen Informationen meist aber wieder verloren. AMD kann zumindest das Encoding und die Ausgabe über die entsprechenden Anschlüsse sicherstellen. HDMI 1.4b bzw. HDMI 2.0a sowie DisplayPort 1.3 bieten die entsprechenden Voraussetzungen und AMD will diese Entwicklung 2016 weiter anführen.

Das größte Fragenzeichen befindet sich auf Seiten der Displays. Am deutschen Markt ist bisher nur ein einziger Monitor gelistet, der HDR unterstützt. Der Panasonic TX-65CZW954 bietet bei 65 Zoll eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel und eben die Unterstützung für HDR – kostet dafür aber auch etwa 9.500 Euro. Die neue Blu-rays sowie zahlreiche Streaming-Dienste wollen 2016 als Startschuss für HDR sehen. Bei den Monitor- und TV-Herstellern scheint dieser Ruf noch nicht angekommen zu sein.

FreeSync über HDMI

Bisher beschränkte sich die AMD mit FreeSync auf die DisplayPort-Verbindung. Damit soll nun Schluss sein und FreeSync soll auch per HDMI möglich sein. Die Frage nach der Offenheit des Standards ist sicherlich der Knackpunkt, denn mit FreeSync über DisplayPort wird eine frei zugängliche Technologie propagiert. FreeSync ist kein Bestandteil der HDMI-Spezifikation. Diese erlaubt aber eine Erweiterung der Standards und entkräftet damit das Argument des nicht mehr freien Standards. In welcher Form AMD FreeSync über HDMI dem Hersteller zugänglich macht, ist uns derzeit nicht bekannt.

Mit FreeSync über HDMI eröffnet AMD zumindest eine weitere Möglichkeit für die eigene Technologie, wenngleich es über DisplayPort keinerlei Einschränkungen gibt. Alle modernen disktreten Grafikkarten verwenden DisplayPort und für die Monitor-Hersteller dürfte es ebenfalls kein Problem sein, einen solchen Eingang zu verbauen. FreeSync für HDMI ist sicherlich eher eine Alternative für den mobilen Bereich, denn an Notebooks findet sich eher ein HDMI- als ein DisplayPort-Anschluss.

AMD Radeon Technologies Group Update Dezember 2015
AMD Radeon Technologies Group Update Dezember 2015

Low Framerate Compensation

Mit der Radeon Software Crimson Edition verbessert AMD die FreeSync-Technologie in Bereichen, die bisher problematisch waren. Über die Low Framerate Compensation soll verhindert werden, dass ein ständiges Schwanken zwischen 30 und 40 FPS dazu führt, dass sich FreeSync bei 35 Hz einsetzt und wieder abschaltet. Bei aktiver LFC wird der aktive Bereich von FreeSync bis auf 30 Hz verringert. Es geht allerdings weniger darum einen Extremfall ständig abzudecken, als vielmehr darum zu verhindern, dass kurze Framedrops zu einem Stottern führen.

Low Framerate Compensation steht allerdings nicht auf allen FreeSync-Monitoren zur Verfügung. Eine Bedingung ist die Spanne zwischen minimaler und maximaler Bildwiederholungsrate, die nicht bei allen Monitoren um den Faktor 2,5x gegeben ist.

DisplayPort 1.3

Um den zukünftigen Anforderungen an die Übertragung von Bildsignalen gerecht zu werden, plant AMD natürlich auch den Einsatz von DisplayPort 1.3. Die höheren Datenraten machen Displays mit 3.840 x 2.160 oder 5.120 x 2.880 Pixel bei hohen Bildwiederholungsraten erst möglich und sind außerdem eine Voraussetzung für Funktionen wie HDR bei solch hohen Auflösungen.

Mit DisplayPort 1.3 geht AMD nun konsequent einen Weg weiter, den man mit HDMI 2.0 bei den aktuellen Grafikkarten mit Fiji-GPU etwas verschlafen hat. Üblicherweise sind die Grafikkarten dem Markt an Monitoren und Fernsehern etwas voraus, was zuletzt bei AMD nicht immer der Fall war. Der Einsatz von DisplayPort 1.3 und eventuell HDMI 2.0, auch wenn sich AMD dazu nicht explizit geäußert hat, ist daher sicherlich wenig spektakulär, als vielmehr sinnvoll und notwendig, um bei der aktuellen Entwicklung mithalten zu können.