Seite 19: Fazit

Mit der ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum versucht ASUS eine Speerspitze der GeForce-GTX-980-Generation zu stellen. In weiten Teilen gelingt dies auch. Schaut man sich zunächst einmal nur die werksseitige Übertaktung an, so kann das Modell bereits überzeugen. Mit einem maximaler Boost-Takt von 1.392 MHz gehört sie zu den schnellsten Karten. Sie liegt damit auf Niveau der Inno3D iChill GeForce GTX 980 X4 Air Boss Ultra. Bisher einzige schnellere Karte ist die EVGA GeForce GTX 980 Classified, die auf 1.430 MHz kommt. Damit zeigt die ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum ihr Potenzial, das ausreichen dürfte, alle aktuellen Bedürfnisse der Spielewelt zu decken. Ausnahmen können sicherlich einige UltraHD/4K-Konfigurationen sowie spezielle Grafik-Settings mit Downsampling sein.

In Sachen Leistung nun wirklich keine Wünsche offen lässt das SLI-Gespann zweier ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum. Abhängig von der jeweiligen Anwendung bzw. dem Spiel skaliert die Leistung mal mehr und mal weniger gut. Über das Mittel hinweg kann sich die Leistungssteigerung aber sehen lassen. Mit einem Multi-GPU-Gespann erkauft man sich aber auch einige Darstellungsprobleme - auch hier gibt es wieder Best-Case- und Worst-Case-Szenarien. Dem entgegenwirken kann man auf Seiten NVIDIAs mit einem G-Sync-Monitor, der bei einem Kaufpreis von zwei GeForce GTX 980 auch noch mit einberechnet werden sollte.

Die gute 3D-Performance kann natürlich nur dann greifen, wenn die Karte ihre maximale Leistung auch ausspielen kann. Die Kühlung muss also dafür sorgen, dass der maximale Boost-Takt auch erreicht wird. Mit 1.392 MHz ist dies in den Werkseinstellungen der Fall. Die GPU wird dabei nicht wärmer als 70 °C. Dies gilt auch für den SLI-Betrieb. Die Temperaturen hat der DirectCU-II-Kühler also im Griff. Bleibt noch die Frage nach der Lautstärke und auch hier kann die ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum überzeugen. Ihr fehlt es nur am kompletten Passiv-Betrieb, wie er bei der GeForce GTX 980 Strix OC Edition geboten wird.

Wer noch ein zusätzliches Leistungsplus erreichen möchte, der kann sich noch an ein manuelles Overclocking heranwagen. Auch wir haben das getan und konnten für eine einzelne Karte eine recht ordentliche Leistungssteigerung erreichen. Das Plus von etwas mehr als 8 Prozent und der stabile Betrieb bei 1.509 MHz ist ein guter Wert, auch wenn sicherlich noch etwas mehr möglich wäre. Im SLI-Betrieb können wir diese Werte zwar nicht bestätigen, allerdings bietet ein solches SLI-System bereits in den Standardeinstellungen eine mehr als ausreichende Performance.

Kommen wir zu den speziellen Overclocking-Features: Der LN2-Mode und die Speicherheizung sind nette Funktionen, sind bei einem Overclocking mittels Luftkühlung aber noch nicht wichtig. Gleiches gilt auch für die Spannungsmesspunkte, denn auch diese lassen sich per Software bequemer auslesen. Erst wenn die Spannungslimits via Modifikation ausgehebelt werden, bleibt nur noch die Anzeige via Multimeter, denn die Software steigt bei diesen Werten meist schon aus. Welche Vorteile die speziellen Overclocking-Features bieten, wird wohl erst ersichtlich, wenn man die Karte auch unter flüssigem Stickstoff betreibt.

Kommen wir zum Preis, der sicherlich neben der Performance die wichtigste Rolle spielt. Da die ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum noch nicht lieferbar ist, wird es noch einige Zeit dauern, bis sich ein finaler Preis einpegeln wird. ASUS spricht eine unverbindlich Preisempfehlung von 699 Euro aus. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Straßenpreis bei 670 Euro starten könnte. Ob er dann noch weiter fallen wird, wird sich zeigen müssen. Damit wäre das Modell gut 100 Euro teurer als ähnlich schnelle Karten. Für die speziellen Overclocking-Features wird aber gerne mal ein entsprechender Aufpreis fällig.

Alternativen? Wer auf der Suche nach einer ab Werk schnellen GeForce GTX 980 ist, der hat gleich mehrere Anlaufstellen. Neben der ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum stehen dann noch die EVGA GeForce GTX 980 Classified und die Inno3D iChill GeForce GTX 980 X4 Air Boss Ultra zur Wahl. Wer gesonderten Wert auf spezielle Overclocking-Features legt, der wird wohl zunächst einmal abwarten müssen, ob das Modell von ASUS auch wirklich das Potenzial ausschöpfen kann.

 

Positive Aspekte der ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum:

  • sehr gute Performance in hohen Auflösungen
  • Anti-Aliasing und anisotropische Filterung immer möglich
  • UltraHD/4K-Auflösung in weiten Teilen möglich
  • DSR
  • DirectX 12
  • HDMI 2.0
  • zahlreiche Overclocking-Features
  • leise im Idle- und Last-Betrieb

Negative Aspekte der ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Platinum:

  • hoher Preis
  • Overclocking-Features nur für Experten sinnvoll

 

Persönliche Meinung

Erst kürzlich konnten wir auf dem AOOC 2014 in Moskau einen Blick auf das aktuelle Overclocking-Geschehen mit Hardware aus dem Hause ASUS werfen. Damals zum Einsatz kam die ROG GeForce GTX 980 Strix OC Edition, die noch ohne einige spezielle Features auskommen muss. Interessant wäre nun zu wissen, wie sich das neue Matrix-Modell dagegen schlägt. ASUS scheint bei der GTX-980-Generation den richtige Riecher gehabt zu haben, aber auch EVGA kann mit Spitzenwerten glänzen. Derzeit wartet alles auf den größeren Maxwell-Ausbau, somit dürfte sich bei der GeForce GTX 980 nur noch wenig tun. MSI hat eine mögliche GeForce GTX 980 Lightning zu Gunsten einer GeForce GTX 980 Ti oder Titan II bereits gestrichen. Das Frühjahr dürfte also interessant werden. (Andreas Schilling)