Seite 19: Fazit

Mit der ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC haben wir die Möglichkeit einen ersten Blick auf eine Radeon R9 290X im Custom-Design zu werfen. Dabei spielt die Überarbeitung des PCBs weniger eine Rolle, hier erwarten wir in 1-2 Monaten Lösungen von ASUS, MSI und Co, die deutlich offensiver mit dem Thema Strom- und Spannungsversorgung umgehen. Viel spannender ist der Blick auf die Kühlung und die Frage, ob es die Hersteller schaffen, der Takt-Drossel zu entgehen. AMD muss sich aber die Frage gefallen lassen, warum man sich so viel Zeit gelassen hat Custom-Modelle zu erlauben. Möglich ist aber auch, dass AMD seine Partner erst sehr spät in die Entwicklung der "Hawaii"-Karten eingebunden hat und es daher länger als erwartet gedauert hat. Zuletzt zeigte sich NVIDIA bei der GeForce GTX 780 Ti deutlich offener und nur wenige Wochen nach dem Release der Referenzversion waren erste modifizierte Karten am Markt verfügbar.

Das Zusammenspiel von Kühlung und Performance ist bei der Radeon R9 290X (und auch der Radeon R9 290) derart eng miteinander verwoben, dass beides nicht getrennt voneinander betrachtet werden kann. Die Radeon R9 290X schaffte zwar ein Leistungsniveau einer GeForce GTX 780 bzw. GTX Titan (manches mal auch GTX 780 Ti), dies wurde aber mit hohen Temperarturen, einer hohen Leistungsaufnahme und eine ebenso hohen Lautstärke erkauft. Das Gefühl brachliegender Performance stellte sich durch die Takt-Drossel zusätzlich ein. Abhilfe schaffte hier die ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC. Sie erreicht in unserem gut belüfteten Gehäuse immer die maximalen 1.050 MHz und damit eine durchweg höhere Performance als die Referenzversion im Uber-Mode. Damit wird auch die Referenzversion der GeForce GTX 780 Ti des Öfteren geschlagen.

Ein wichtiger Kritikpunkt an der Radeon R9 290X in der Referenzversion ist also schon einmal beseitigt. Doch wie verhält sich die Lautstärke? Im Idle-Betrieb kann die ASUS Radeon R9 290X sich nicht sonderlich von der Referenzversion absetzen. Allerdings ist an dieser Stelle jede Verbesserung gerne genommen. Schon deutlich besser hat uns da die Last-Lautstärke gefallen. Gerade im Uber-Mode ist die Radeon R9 290X in der Referenzversion kaum zu ertragen und stieß in dB(A)-Regionen vor, die wir eigentlich schon lange hinter uns hatten. Nur wenig Potenzial ist bei der Leistungsaufnahme vorhanden. Im Idle-Betrieb liegen die aktuellen Karten ohnehin sehr dicht zusammen. Unter Last versprechen die modifizierte Strom- und Spannungsversorgung bzw. die darin verwendeten Komponenten zwar ein gewisses Einsparpotenzial, doch dieses dürfte nur sehr gering sein und wird selbst vom minimalen Overclocking bereits zunichte gemacht.

590 Euro sind ein happiger Preis, bedenkt man, dass die Referenzversion bereits ab 450 Euro zu haben ist. Derzeit ist dies aber auch nur eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers und unser Preisvergleich listet auch nur einen einzigen Shop, der dazu auch noch keinen Liefertermin angeben kann. Ursprünglich sollte die Karte noch in diesem Jahr erhältlich sein, damit wird es aber aufgrund des nahenden Jahreswechsel immer schwieriger. Vermutlich werden wir also erst im Januar eine finale Preisbeurteilung vollziehen können.

Alternativen? Bisher konnten wir uns noch keinen eigenhändigen Eindruck weiterer Custom-Modelle der Radeon R9 290X verschaffen. Insofern ist die ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC aufgrund mangelnder Vergleiche alternativlos. Natürlich aber besteht weiterhin die Möglichkeit sich eine Referenzversion anzuschaffen und diese eigenhändig mit einem Kühler eines Drittherstellers zu versehen. In den kommenden Wochen werden wir uns sicherlich noch weiter Modelle anschauen und dann werden die Alternativen auch immer vielfältiger.

Positive Aspekte der ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC:

  • ausreichende Performance für 2.560x1.600 und UltraHD/4K (letztgenannte mit Einschränkungen)
  • Anti-Aliasing und Anisotropische Filterung durchweg möglich
  • leise und kühl unter Last
  • voller DirectX-11.2-Support
  • erweiterte PowerTune-Einstellungen
  • 4.096 MB Grafikspeicher

Negative Aspekte der ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC:

  • hohe Leistungsaufnahme im Last-Betrieb
  • hoher Preis

Persönliche Meinung

Die ASUS Radeon R9 290X DirectCU II OC merzt die wichtigsten Fehler der Referenzversion aus. Unverständlich ist mir noch immer, warum sich AMD so viel Zeit gelassen hat bzw. warum erst jetzt langsam aber sicher die modifizierten Karten der Hersteller auf den Markt kommen. Ich hoffe noch bessere Versionen der Radeon R9 290X zu sehen, vor allem das werksseitige Overclocking dürfte gerne etwas üppiger ausfallen. Die Kühler dürften in der Lage sein die dazu nötige Temperatur zwischen 80 und 90 °C zu halten. Ebenso gespannt bin ich auf eventuelle Versionen der Radeon R9 290X, die etwas stärker auf ein Overclocking ausgelegt sind. Bisher halten sich die Hersteller hier noch stark zurück. (Andreas Schilling)