Seite 21: Fazit

In die großen und teuren Fußstapfen der Vorgänger wollte ASUS mit der ROG MARS 760 nicht treten. Entsprechende Ansprüche darauf schließt man direkt mit der Namensgebung aus. Zwei GeForce GTX 760 auf einem PCB unterzubringen klingen nach einer relativ einfachen Aufgabe - zumal wenn man die älteren MARS- und ARES-Karten im Gedächtnis hat. Kompromisse ist man aber allenfalls bei der Wahl der GPUs eingegangen, nicht aber bei der technischen Umsetzung. Eine hochwertige Materialwahl und gute Verarbeitung der Komponenten sprechen hier für sich. Dies setzt sich auch in den SMD-Bauteilen auf dem PCB fort.

Auf die reinen technischen Daten reduziert schafft es ASUS nicht nur zwei GeForce GTX 760 auf ein PCB zu packen, sondern erhöht deren Takt sogar noch. Normalweise sind solche Dual-GPU-Karten immer etwas langsamer getaktet als ihr Single-GPU-Gegenstück. Über 1 GHz im Basis-Takt und 1.072 MHz als minimaler Boostwert liegen deutlich über den Werten einer GeForce GTX 760. In den meisten Anwendungen schafft die GPU 1.124 MHz. Zusammen mit dem 1.502 MHz schnellen GDDR5-Speicher braucht sich die ASUS ROG MARS 760 nicht hinter anderen aktuellen High-End-Karten zu verstecken. Einziger Kritikpunkt könnte der 4.096 MB große Speicher sein, den sich beide GPUs allerdings teilen müssen, sodass nur noch 2.048 MB pro GPU zur Verfügung stehen.

In den Benchmarks kämpft die ASUS ROG MARS 760 mit der GeForce GTX Titan, 780 Ti und AMD Radeon R9 290X im Quiet- und Uber-Mode. Anhand der technischen Daten konnte man sich bereits ausmalen, dass gegen die GeForce GTX 690 und Radeon HD 7990 nichts zu machen sein wird. Klar zu erkennen ist in den Benchmarks auch eine Tendenz zu Gunsten der ROG MARS 760 in niedrigen Auflösungen. Bei hohen Auflösungen und entsprechend großen Texturen scheint der nur 2.048 MB große GDDR5-Speicher pro GPU zum Flaschenhals zu werden. In einigen Spielen fällt die Performance dann auch gerne einmal hinter die einer GeForce GTX 780 oder Radeon R9 290 zurück.

Bei der Leistungsaufnahme muss man sich einfach im Klaren sein, welche Karte man hier erworben hat. Zwei übertaktete GeForce GTX 760 können nicht sonderlich sparsam sein und gleich 100 Watt einsparen. Dies weiß auch ASUS und gibt gleich eine TDP von 340 Watt an. Unter Last zeigt sich dann auch die Richtigkeit dieser Angabe, denn mit über 420 Watt liegen wir auf Niveau AMD Radeon R9 290X im Quiet-Mode. Den Performance-Abstand zur Radeon HD 7990 hält die ROG MARS 760 allerdings ein. Im Vergleich zur GeForce GTX Titan und GTX 780 Ti ist der Verbrauch aber etwas zu hoch.

Sehr gut gefallen hat uns die Kühlung. Sowohl im Idle- wie auch Last-Betrieb bleibt diese kühl und leise. Besonders positiv zu bewerten ist die Lautstärke unter Last im Zusammenspiel mit den ermittelten Verbrauchswerten. Leider sorgen diese auch dafür, dass sich das PC-Gehäuse recht schnell aufheizt. Hier hätte uns eine Kühlung mit etwas mehr Abluft durch die Slotblende besser gefallen.

620 Euro ruft ASUS für die ROG MARS 760 auf. In Anbetracht dessen, dass für die Vorgänger ein vierstelliger Betrag hingeblättert werden musste, die richtige Entwicklung nicht nur absolute Enthusiasten anzusprechen. Legt man nun das Performance-Level der GeForce GTX 780 Ti zu Grunde, sind 620 Euro zudem auch noch ein fairer Preis. 

Alternativen? Alles im gleichen Performance-Bereich der ASUS ROG MARS 760 kann als Alternative empfohlen werden. Die ersten Modelle der GeForce GTX 780 Ti mit alternativer Kühlung sind hier sicherlich ebenso interessant wie die in Kürze erwartete Custom-Karten der Radeon R9 290X. Geht es aber darum ein exklusives Stück Hardware zu erwerben, das dieses mal sogar das Prädikat "unvernünftig" nicht verdient hat, so sind die Alternativen zur ROG MARS 760 schwer zu finden.

 

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Persönliche Meinung

ASUS gehört zu den Unternehmen, das bei den Komponenten immer wieder mit solchen Special-Editions aufwarten kann. Nicht immer sind diese sinnvoll oder als Kassenschlager gedacht, aber sie sorgen immer wieder für Aufsehen. Mit der ROG MARS 760 könnte ASUS erstmals ein Kompromiss zwischen "Auffallen um jeden Preis" und vernünftig konzeptionierter und preislich gut gestalteter Hardware gelungen sein. Sicher hat die Karte auch ihre Schwächen und dazu gehört der zu geringe Speicher pro GPU. Auch an die anderen Hersteller gerichtet möchte ich sagen: Mehr davon! (Andreas Schilling)

 

Positive Aspekte der ASUS ROG MARS 760:

  • Performance auf Niveau der GeForce GTX 780 (Ti)
  • sehr gute weil niedrige Temperaturen
  • leise im Idle- und Last-Betrieb

Negative Aspekte der ASUS ROG MARS 760:

  • relativ hoher Stromverbrauch im Idle-Betrieb
  • hoher Stromverbrauch im Last-Betrieb