Seite 6: Fazit

Eigentlich ist es falsch, die Dreambox als Gehäuse einzuordnen. Zum einen kann aus dem Bausatz so viel mehr zusammengesetzt werden. Dabei eröffnet der Mix aus Aluminiumrohren, Verbindern und Anbauteilen unzählige Bau- und Nutzungsmöglichkeiten. Zum anderen ist die Dreambox als Gehäuse letztlich doch nur eingeschränkt nutzbar. Im Alltag fehlen EMV-, Schall- und Staubschutz. Selbst im Midi-Tower-Aufbau lässt sich ein Dreambox-Gehäuse deshalb am ehesten mit einem Benchtable vergleichen. Die Hardware ist direkt zugänglich, Restriktionen bei Grafikkarten- und Prozessorkühlerwahl gibt es praktisch nicht und auch die Kühlung ist nicht das Thema. Weil das Dreambox-Gehäuse zudem zu großen Teilen aus griffigen Aluminiumröhren besteht, lässt es sich auch einfach anpacken und transportieren.

Damit eignet sich die Dreambox vor allem für Bastel- oder Showeinsätze und weniger als Grundlage für ein alltagstaugliches Gehäuse. Das macht aber nichts - solange man sie genau zu diesen Zwecken kauft, kann die Bastelbox nämlich überzeugen. Die Verbindungen sind einfach und sicher hergestellt (man sollte nur Zeit zum Schrauben einplanen) und der Fantasie werden kaum Grenzen gesetzt. Dabei lässt sich ein PC-System in diesem außergewöhnlichen Bastelgehäuse letztlich schon fast erstaunlich unkompliziert installieren. Man mag eine exakte Anleitung für das Basisgehäuse vermissen, mit dem Tutorialvideo von der Dreambox-Seite und etwas Experimentierfreude ist das aber kein Hindernis. Und eigentlich geht der Bastelspaß erst so richtig los, wenn man ausgetretene Pfade verlässt und eigene Lösungen ausprobiert. Dabei ist es allerdings schade, dass der Inhalt einer Dreambox gerade einmal für das Basisgehäuse ausreicht. Noch gibt es zudem keine Erweiterungssets - wer mehr Bauteile braucht, muss immer gleich das komplette Dreambox-Set kaufen.

Eine wirkliche Alternative zur Dreambox gibt es eigentlich nicht. Aerocools Lösung ist aktuell schlicht einzigartig. Von der Nutzung her am ehesten vergleichbar sind noch Benchtables, die teilweise auch modular aufgebaut sind. Wer einen reinen Benchtable sucht, wird meist auch mit einer solchen spezialisierten Lösung besser bedient sein. Die Gestaltungsfreiheit der Dreambox kann aber auch ein Benchtable nicht bieten.

Aerocool Dreambox

Die Dreambox ist kein wirkliches Gehäuse, im Alltagseinsatz nötigt sie einem eigentlich zu viele Kompromisse ab. Als Bausatzlösung ist sie aber überzeugend und so vielseitig nutzbar, dass wir sie als aktuell einzigartiges Produkt mit unserem Technik-Award auszeichnen.

Aerocool Dreambox

Positive Aspekte des Aerocool Dreambox:

  • als Bausatz vielseitig nutzbar, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt
  • ausreichender Lieferumfang für ein Basisgehäuse im Midi-Tower-Format
  • Basisgehäuse leicht transportabel, Komponentenwechsel einfach
  • als Freiluftgehäuse mit viel Platz für hohe Kühler/Grafikkarten, unkompliziert zu kühlen

Negative Aspekte des Aerocool Dreambox:

  • für den Alltagseinsatz fehlen EMV-, Schall- und Staubschutz
  • kleinere Montageschwächen (v.a. bei Netzteil- und Laufwerksmontage), Kabelmanagement eingeschränkt