Seite 1: Die Hardware steht Kopf - das Corsair Carbide Series 600C im Test

Corsair Carbide Series 600C

Die meisten Tower-Gehäuse von Corsair waren bisher ganz konventionell aufgebaut. Mit dem in zwei Varianten erhältlichen Carbide Series 600 wagt sich Corsair an ein Experiment: Das Mainboard wechselt die Seiten und steht Kopf, einen Laufwerksschacht im eigentlichen Sinne gibt es nicht mehr. Dadurch soll eine hohe Kühlleistung bei moderater Lautstärke erreicht werden. Ob das Experiment aufgeht, überprüfen wir anhand der Window-Variante, dem Carbide Series 600C. 

Seit Jahren werden die meisten Tower-Gehäuse nach Schema F aufgebaut. Das Mainboard wird mit dem CPU-Sockel nach oben und den Erweiterungskartenslots nach unten auf der rechten Gehäuseseite montiert. Das ATX-Netzteil findet seinen Platz am Gehäuseboden und die Laufwerke werden in einem Laufwerksschacht direkt hinter der Front untergebracht. Nur einzelne Hersteller experimentieren regelmäßig mit alternativen Konzepten - so beispielsweise SilverStone. Corsair fiel hingegen bisher nicht gerade durch innovative Tower-Gehäuse auf. Ungewöhnlichere Lösungen wurden noch am ehesten bei den Air-Cubes ausprobiert, konkret beim E-ATX-Cube Carbide Series Air 540 und beim Micro-ATX-Modell Carbide Series Air 240. Das Carbide Series 600 ist nun ein erster Versuch, auch bei einem Tower vom normalen Aufbau abzuweichen. Dabei bietet Corsair das neue E-ATX-Gehäuse vom Start weg in zwei unterschiedlich ausgerichteten Varianten an. Das von uns getestete Carbide Series 600C lässt durch ein großzügiges Window den Blick auf die Hardware zu. Das schallgedämmte Carbides Series 600Q soll hingegen noch etwas leiser sein als die Window-Variante.

Egal für welche Variante man sich entscheidet - das Carbides Series 600 weicht massiv von allen bisherigen Corsairgehäusen ab. Das liegt nicht nur an dem bemerkenswert schlichten Design, bei dem anthrazitfarbener und mutmaßlich pulverbeschichteter Stahl geradezu nahtlos von der Front in die Deckelpartie übergeht. Es liegt auch nicht nur daran, dass eines der Seitenteile sich wie eine Tür öffnen lässt - das gab es nämlich tatsächlich auch schon bei anderen Corsairmodellen. Nein, was das Carbide Series 600 vor allem auszeichnet, ist die Gestaltung des Innenraumes. Corsairs erklärtes Ziel ist es, dass der Nutzer keinen Kompromiss eingehen muss zwischen Kühlleistung auf der einen und Lautstärke auf der anderen Seite. Der Schlüssel zum erhofften Erfolg? Ein umgekehrtes ATX-Layout und der Verzicht auf Laufwerkskäfige, die den Luftstrom behindern können. Dazu spendiert Corsair dem Carbides Series 600 ab Werk drei 140-mm-Lüfter vom Typ AF140L und eine dreistufige Lüftersteuerung.

Corsair benennt einen offiziellen Kaufpreis von 159,90 Euro. Damit wäre der Full-Tower gemeinsam mit dem E-ATX-Cube Carbides Series Air 540 das teuerste Modell aus der Carbide Series und auch deutlich teurer als die meisten Konkurrenzmodelle. 

Corsair Carbide Series 600C

Im Lieferumfang spiegelt sich der Kaufpreis nicht wieder. Corsair legt auch dem Carbide Series 600 nur das nötigste Zubehör bei und spart sogar selbst beim Montagematerial, denn PSU-Schrauben sucht man vergeblich. Sie liegen aber in aller Regel auch dem Netzteil bei. Zusätzlich zu den Schrauben und dem einzelnen Mainboard-Abstandshalter erhält der Käufer nur noch einige Kabelbinder, die mehrsprachige (auch deutsche) Anleitung und einen Garantiehinweis.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Corsair Carbide Series 600C
Bezeichnung: Corsair Carbide Series 600C, Black, Window
Material: Stahl, Kunststoff
Maße: 260 x 535 x 454 mm (B x H x T)
Formfaktor: Mini-ITX, MicroATX, ATX, E-ATX
Laufwerke: 2x 5,25 Zoll (extern), 2x 3,5 Zoll (intern), 3x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 2x 140 mm (Front, vorinstalliert), 1x 140 mm (Rückwand, vorinstalliert), 3x 120 oder 2x 140 mm (Boden, optional)
Gewicht: etwa 11 kg
Preis: 159,90 Euro UVP

Einen ersten Eindruck vom Corsairgehäuse mit Inverse-Design bietet unser Ausgepackt & angefasst-Video: