Seite 6: Fazit

Mittelklassemodell zum Premiumpreis - so mag das Graphite Series 760T auf den ersten Blick wirken. Doch man kommt der Sache näher, wenn man sich weniger auf die gewohnte Serienordnung und mehr auf das Gehäuse selbst konzentriert. Dann kann der Full-Tower nämlich so viele Pluspunkte sammeln, dass der Verkaufspreis wesentlich nachvollziehbarer wird.

Gerade im Vergleich zur Obsidian Series, bei der zuletzt für alle Modelle vom Mini-ITX- bis zum HPTX-Gehäuse das immer gleiche Design recycelt wurde, sticht der frische Look des Full-Towers ins Auge. Mit dem Panoramawindow bietet das Gehäuse zudem ein in dieser Form noch ungewohntes Schmankerl. Bemerkenswert ist auch, dass die Seitenteile als Türen ausgeführt sind, die blitzschnell geöffnet und geschlossen werden können. Weil Corsair die Seitenteile komplett aus Kunststoff fertigt, leiden aber Verwindungssteifigkeit und Robustheit. 

Im Innenraum des Graphite Series 760T ist jede Menge Platz für High-End-Hardware vorhanden. Auch an Laufwerksplätzen besteht kein Mangel - vor allem dann nicht, wenn noch zwei weitere HDD/SSD-Käfige nachgerüstet werden. Die modularen Käfige stellen aber auch sicher, dass der Innenraum flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden kann. So ist auch die Montage eines 280- oder 240-mm-Radiators hinter der Front möglich. Bedenkt man, dass unter dem Deckel ein 360- oder 280-mm-Radiator und an der Rückwand sowie am Boden je ein Single-Radiator montiert werden kann, eignet sich das Gehäuse bestens als Basis für ein wassergekühltes System. Aber auch luftfgekühlt macht es eine gute Figur. Besonders positiv fällt auf, dass Corsair endlich einmal eine Lüftersteuerung verbaut. Sie ist zweistufig und ermöglicht  eine deutliche Absenkung der Lautstärke bei nur moderat sinkender Kühlleistung. 

Corsair-typisch ist auch das jüngste Modell der Graphites Series ein nutzerfreundliches Gehäuse. Eine unkomplizierte Montage, Kabelmanagement und die leicht zu reinigenden Staubfilter erleichtern den Hardwareeinbau und die Wartung des Full-Towers. Allerdings fehlt ein Staubfilter für den Bodenlüfterplatz. 

Der direkte Konkurrent aus eigenem Hause ist das Obsidian Series 750D (zu unserem Test). Mit seinem schnörkellosen Design, der Aluminiumfront und der tiefschwarzen Lackierung wirkt es je nach Geschmack entweder langweiliger oder deutlich seriöser als das Graphite Series 760T. Ansonsten ähneln sich die Spezifikationen beider Modelle verdächtig. Ein genauerer Blick in die Innenräume macht klar, dass sie weitgehend identisch sind. Obsidian Series 750D und Graphite Series 760T sind praktisch Designvarianten ein und desselben Gehäuses. Bei der Ausstattung gibt es nur kleine Unterschiede wie die Lüftersteuerung des Graphite Series 760T. Bei der aktuellen Preislage ist das Modell aus der Obsidian Series deshalb deutlich attraktiver. Allerdings ist davon auszugehen, dass es auch beim Graphite Series 760T einen deutlichen Unterschied zwischen der unverbindlichen Preisempfehlung und dem realen Marktpreis geben wird. 

Das Graphites Series 760T zieht die Blicke auf sich - und dank des riesigen Windows auch in den Gehäuseinnenraum. Mit luxuriösen Platzverhältnissen, hoher Nutzerfreundlichkeit und den beachtlichen Kühloptionen trumpft der Full-Tower auch in der Praxis richtig auf. 

Positive Aspekte des Corsair Graphite Series 760T:

  • frisches Design mit riesigem Window
  • Seitenteile öffnen als Türen 
  • viel Platz für High-End-Hardware
  • flexibles Kühlsystem mit vielen 140-mm-Lüfterplätzen und vier Radiatorenplätzen; schon werkseitig gute Kühlleistung
  • modulare HDD/SSD-Käfige, zusätzlich vier 2,5-Zoll-Laufwerksplätze hinter dem Mainboardtray
  • werkzeuglose Montage für Erweiterungskarten und alle Laufwerksformate (2,5 Zoll nur hinter dem Tray)
  • sehr gut ausgestattetes I/O-Panel, daneben zweistufige Lüftersteuerung
  • überzeugendes Kabelmanagement
  • vorhandene Staubfilter leicht zu reinigen 

Negative Aspekte des Corsair Graphite Series 760T:

  • optionaler Bodenlüfterplatz ohne Staubfilter (aber im Auslieferungszustand von HDD/SSD-Käfig verdeckt)
  • keine Entkopplung des Netzteiles