Seite 5: Fazit

Mit dem Panamera will Porsche das Beste vieler Welten bieten. Er soll kaum weniger sportlich als ein 911er sein, dabei als Familienwagen genügend Platz bieten und assistenztechnisch in einer Liga mit Mercedes-Benz, BMW und anderen spielen - ohne am Ende aber den Fahrer zu stark zu bevormunden.

Die gute Nachricht: Mit dem Panamera kann man durchaus sportlich unterwegs sein, was im Falle des Testwagens natürlich auch am leistungsstarken V8-Diesel sowie dem Allradantrieb liegt. Mit 310 kW und 850 Nm verfügt die Limousine zu jedem Zeitpunkt über genügend Reserven, überrascht gleichzeitig aber auch an der Tankstelle. Der Verbrauch lag über den gesamten Testzeitraum betrachtet bei etwa 9 l auf 100 km - trotz zahlreicher Passagen mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Beschränkt man sich auf 130 bis 140 km/h, kann der Panamera 4S Diesel auch mit knapp 7 l bewegt werden. Einzig bei hohem Stadtanteil kletterte der Durchschnittsverbrauch auf über 10 l.

PCM gefällt, die Assistenten haben Luft nach oben

Abseits des Antriebs überzeugt Porsche stellenweise nicht ganz. Das Porsche Communication Management bietet kurze Reaktionszeiten, tolle Displays, einen hohen Grad an Individualisierung und zahlreiche Funktionen, leidet aber etwas unter der nicht immer ganz durchdachten Menüstruktur und dem hier und da verbesserungsfähigen Aufbau der Benutzeroberfläche. Zudem wird der Innenraum nicht ganz den hohen Ansprüchen gerecht. Wer Premiumpreise bezahlen soll, darf auch Premiummaterialen erwarten - und eben nicht getarnten Kunststoff.

Bei den Assistenzsystemen bietet der Panamera 4S Diesel ab Werk nur einen sehr geringen Umfang - wer Hilfe möchte, muss in Summe tief in die Tasche greifen. Gerade deshalb ist es schade, dass die Qualität in fast allen Punkten hinter dem zurückbleibt, was unter anderem Mercedes-Benz derzeit bereits bieten kann. Das Argument, dass Porsche-Fahrer selber fahren wollen, ist ein gewichtiges - wer sich aber für Helfer entscheidet, sollte in diesem Preisbereich das technisch Beste erhalten.

Etwas anders sieht es aus, wenn man sich auf die Suche nach den direkten Konkurrenten begibt. Denn weder Audis RS7, noch das BMW M6 Gran Coupé, der Mercedes-Benz AMG CLS 63 oder der Maserati Quattroporte bewegen sich auf dem gleichen Niveau. Deren Basis ist teils deutlich älter als die der zweiten Panamera-Generation, wodurch einige der im Porsche verfügbaren Lösungen gar nicht verfügbar sind. Das dürfte sich mittelfristig allerdings ändern, sind Wachablösungen beim A7/RS7 und CLS doch absehbar. Ob es die dann aber mit V8-Diesel geben wird, ist angesichts der Diskussionen um Fahrverbote für Diesel-PKW eine andere Frage.

Der Selbstzünder ist für den Panamera 4S Diesel in seiner Form ein Alleinstellungsmerkmal. Damit wird aus der Sportlimousine eine genügsame Sportlimousine, die in Form des Porsche Communication Management über den derzeit wohl technisch interessantesten Cockpit- und Infotainment-Ansatz verfügt. Ob das die Ausgabe von rund 90.600 Euro - so viel kostet der günstigste Porsche Panamera der zweiten Generation - rechtfertigt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

Klar ist jedoch: Wer einen Sportwagen für mehr als zwei Personen sucht, der auch abseits von Beschleunigung und Kurvengeschwindigkeit über echte Qualitäten verfügt, sollte den Panamera berücksichtigen.