Seite 4: Bedienung und Klang

Puck oder Folie

Der deutlich angewachsene Funktionsumfang erfordert natürlich auch eine überarbeitete Bedienung. Teufel entscheidet sich dabei für zwei Wege. Der erste Weg ist direkt nach dem Auspacken klar ersichtlich. War der Subwoofer früher einmal nur mit ein paar kleinen Tasten bestückt, nimmt das große Bedienpanel nun einen Großteil der Front ein.

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Teufel Concept E Digital

Teufel setzt dabei lediglich auf Folientasten, im Test ließen diese sich aber sehr gut bedienen. So ist es auf der Front nicht nur möglich, die Lautstärke zu justieren, sondern auch den Eingang und die Art der Ausgabe, also 2.1 oder 5.1 zu wählen. Ebenso ist es an dieser Stelle möglich, die Pegel der einzelnen Kanäle zu justieren, um am Ende auf ein möglichst stimmiges Gesamtsetup zu kommen. Es ist hingegen nicht möglich, Laufzeitunterschiede zu korrigieren, also den Abstand zwischen Lautsprecher und Hörposition einzustellen. Wer auf solche Features Wert legt, muss noch immer zu einem Receiver bzw. Decoder greifen, wird dann vermutlich oftmals aber auch direkt auf ein größeres Soundsystem setzen.

Gemessen an der Preisklasse zeigt sich aber auch an dieser Stelle wieder einmal, dass Teufel viel bietet und insgesamt betrachtet ein sehr rundes Paket schnürt.

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Teufel Concept E Digital

Wer nun befürchtet, immer unter den Schreibtisch kriechen zu müssen, um eine Änderung vorzunehmen, der irrt – zumindest teilweise. Teufel legt dem Concept E Digital eine Puck-Fernbedienung bei, die praktischerweise über Funk angebunden wird, und entsprechend einfach auf dem Schreibtisch platziert werden kann, während der Subwoofer unauffällig darunter steht, einen Sichtkontakt zwischen den Komponenten muss es nicht geben. Die Fernbedienung ist massiv gearbeitet und steht fest auf dem Schreibtisch, die Lautstärke kann also mühelos mit einer Hand verändert werden. Ebenso kann das Set über die Fernbedienung stumm geschaltet oder der gewählte Eingang ausgesucht werden. Der volle Funktionsumfang wird hingegen nicht geboten, sodass es ab und an unabdingbar ist, unter den Schreibtisch zu krabbeln.

Klangcheck

Nun aber endlich zum wichtigsten Aspekt, dem Klang.

Prinzipiell gilt: Wer bereits ein Teufel Concept E kennt, wird beim neuen System keine Überraschungen erleben, denn der grundlegende Charakter der Teufel-Boxen bleibt auch bei der aktuellen Variante erhalten. Schlecht ist das keinesfalls, denn das Set bietet einen gefälligen Charakter, der eine Menge Spaß vermittelt.

Das zeigt sich schnell im aktuellen Marvel-Kracher Ant-Man, denn das Surround-Set beweist hier, dass es sowohl die leisen als auch die lauten Töne beherrscht. In Dialog-Szenen wartet der Center mit einer exzellenten Sprachverständlichkeit auf, auch feine Nuancen werden deutlich differenziert. Das führt zu einem angenehm natürlichen Klangbild. Dabei brauchen die vier Satelliten und der Center kein furioses Action-Feuerwerk, um zu beweisen, dass sie mit einer guten Räumlichkeit daherkommen und den Klang sowohl in der Breite als auch in der Tiefe gut staffeln.

Kommen die Action-Sequenzen in Fahrt, blüht das Surround-Set aber erst wirklich auf, denn dann legt die Kombination aus den kleinen Satelliten und dem potenten Subwoofer eine für die Preisklasse erstklassige Grobdynamik an den Tag. Das zeigt sich bei Ant-Man beispielsweise dann, wenn eine Kinderzimmer-Einrichtung in ihre Bruchstücke zerlegt wird. Wer hingegen Motoren-Action bevorzugt, der bekommt ebenfalls einiges geboten, denn in Fast 7 beweisen die Lautsprecher erneut, dass ihnen ein spektakulärer Auftritt am besten gefällt. Dabei ist es aber nicht nur der Subwoofer, der mit tiefen aber dennoch präzisen Bässen aufwarten kann, sondern auch die sehr guten Surround-Eigenschaften können gefallen. Die gesamte Klangkulisse wirkt wie aus einem Guss und befördert den Zuhörer so mitten in das Geschehen.

Wer also gerne Filme und Games über das Concept E Digital genießen möchte, der ist mit dem wuchtigen, spaßigen Klang des Surround-Sets bestens bedient. Aber wie sieht es bei der Musikwiedergabe aus.

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Teufel Concept E Digital

Hier greifen wir zu unserem Klassiker: „Forgiven not Forgotten“ der Geschwister Corr. Die Nummer ist zugegebenermaßen nicht mehr taufrisch, dafür konnten wir sie schon auf unzähligen Soundsystem hören. Das Concept E Digital kann auch hier mit einer sehr luftigen und schnellen Spielweise aufwarten, gleichzeitig fällt aber auf, dass es der Subwoofer etwas zu gut meint und sich gern etwas präsent darstellt. Teufel bietet die oftmals zu hörende „Badewannenabstimmung“ mit einem zurückgefahrenen Mitteltonbereich. Entsprechend gehen kleine Details oftmals unter. Dem steht jedoch erneut die sehr gute räumliche Staffelung entgegen, die für den gewissen „Mitte drin“-Effekt sorgt.

Prinzipiell gilt aber auch, dass vieles von der Aufstellung der Boxen abhängt. Profitieren wird derjenige, der sich die Zeit nimmt und die Lautsprecher so positioniert, wie dies von Dolby und DTS vorgesehen wurde. Ebenso gilt, dass die Satelliten und der Center nicht in beengten Regalen stehen sollten oder einem stark mitschwingenden Untergrund platziert werden sollten.

Insgesamt betrachtet macht das Teufel Concept E auch klanglich einen guten Job, gerade dann, wenn der aufgerufene Preis in Erinnerung gerufen wird. Das Surround-Set klingt deutlich erwachsener als man es von einer 400-Euro-Lösung erwarten würde. Auch hohe Pegel werden mühelos gefahren, sodass es kein Problem ist, auch mittelgroße Wohnzimmer zu beschallen.