Seite 2: Altec Lansing Octiv 650 Praxistest

Bei der erstmaligen Verwendung wird auf dem Bildschirm des "gedockten" iPhones sofort auf eine App von Altec Lansing Music Mood hingewiesen, welche aus dem Store kostenlos heruntergeladen werden soll. Sie bietet im Grunde eigentlich nichts wirklich Besonderes: Ein Player, der auf der Standard Apple-Variante basiert, eine Visualizerfunktion, mit deren Hilfe man sich beispielsweise einen brennenden Kamin auf dem Display des iPhones anzeigen lassen kann, und ein Reiter mit rudimentären Einstellungsmöglichkeiten sind alles, was die App bereitstellt.


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Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des Tests, dem Klang. Schon im ersten Teststück fällt nach wenigen Sekunden eine ungeheure Basslastigkeit auf, die man so nicht erwarten würde. Die Drums von Johannes Oerdings "Repariern" veranlassen den 4-Zoll-Tieftöner an der Unterseite zu starker Auslastung. Schon bei geringer Lautstärke wird klar, dass die kleine Membran hart am Limit agiert und bei gesteigerter Lautstärke immer unkontrollierter aufspielt. Der Bass ist zwar stets stark betont, jedoch keines Falls tief oder trocken, sondern vielmehr ziemlich unpräzise und detailarm. Einzeln angestrichene Seiten eines Kontrabasses zum Beispiel verschwimmen ineinander. So kommt es, dass das Klangbild stets vom Bass dominiert wird, was einen dumpfen Eindruck erzeugt. Auch in anderen Tonlagen fällt es uns schwergefallen an dem Octiv 650 zu finden: Der Mittelton ist etwas unterpräsent und deutlich verfärbt. Besonders Männerstimmen wie die von Chad Kroeger, dem Frontmann von Nickelback, fehlt es im Grundton an Volumen und Charakter. E-Gittaren klingen weit weg und verhangen. Der Hochton unseres Probanden hingegen stellt sich durch die zurückgenommenen Mitten etwas in den Vordergrund. Leider löst auch er nicht besonders gut auf, sodass Violinen nicht spritzig und natürlich klingen. Eindeutig besser gefallen uns hingegen Songs aus dem Hip-Hop- und House-Bereich, welche von Natur aus nicht ganz so hohe Anforderungen an den Schallwandler stellen. David Guetta und Co. lassen sich also durchaus hören, da die beschriebenen Schwächen hier nicht so sehr hervorstechen.

Eine nennenswerte Bühnendarstellung bietet unser Testkandidat nicht wirklich, was aber auch zum Teil an der allgemeinen Bauform einer Dockingstation liegt. Es gibt einfach keine räumlich getrennten Lautsprecher, die dies bewerkstelligen könnten. Genau orten lassen sich die Instrumente damit also nicht. Sie sind da - wo genau bleibt dem Hörer allerdings verborgen.