Seite 2: Laufzeit, Kamera, Gehäuse, Software

Smartphones mit Durchhaltevermögen

Wer den Akku lediglich um 2, bzw. 3 % vergrößert, die Laufzeit damit aber um gut ein Drittel verlängert, dürfte so einiges richtiggemacht haben. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass es sich dabei nur um ein ganz spezielles Szenario handelt, weshalb der Blick auf die Details lohnt.

Im Galaxy A3 (2017) steckt ein 2.350 mAh fassender Akku, im Galaxy A5 (2017) nimmt er 3.000 mAh auf; bei den Vorgängern waren es noch 2.300 und 2.900 mAh. Berücksichtigt man, dass sich an den Displays grundsätzlich nichts verändert hat, bleibt in beiden Fällen vor allem der SoC übrig, wenn es darum geht, die wichtigste Veränderung hinsichtlich des geringeren Energiebedarfs zu benennen.

Das Ergebnis sind in den beiden standardisierten Akku-Tests sehr gute Ergebnisse. Die Video-Schleife mit lokal hinterlegtem Full-HD-Material und einer Display-Helligkeit von 200 cd/m² konnte das Galaxy A3 (2017) fast 14,5 Stunden lang wiedergeben, das Galaxy A5 (2017) erreichte sogar mehr als 16,5 Stunden. Gegenüber den Vorgängern bedeutet dies das besagte Plus in Höhe von etwa einem Drittel. Aber auch im PCMark schneiden die beiden Smartphones besser ab: Beim Galaxy A3 (2017) war nach etwas mehr als 11,5 Stunden (+32 %) Schluss, beim Galaxy A5 (2017) nach knapp elf Stunden (+11 %).

Im praxisnahen Einsatz mit Telefonaten, dem Surfen per WLAN und LTE sowie dem Abgleich von Email-Konten hielten beide Geräte rund drei Tage durch, bevor zum Ladegerät gegriffen werden musste. Überbrückt man den täglichen Weg zur Arbeit, Schule oder Uni mit dem ein oder anderen Spiel, sollte am Abend des zweiten Tages wieder geladen werden. Und selbst bei sehr intensiver Nutzung kommen beide Smartphones über einen ganzen Tag.

Leider hält Samsung aber daran fest, den Akku innerhalb der eigenen Modellpalette als Differenzierungsmerkmal zu nutzen. Denn wie schon im vergangenen Jahr kann keines der Geräte drahtlos geladen werden und erneut verfügt nur das Galaxy A5 über einen Schnelllademechanismus. Wird das mitgelieferte Ladegerät (ausgangsseitig maximal 15,03 W) genutzt, ist der Energiespeicher nach rund einer Stunde wieder vollständig geladen; dem Galaxy A3 (2017) liegt ein deutlich schwächeres Ladegerät (7,75 W) bei. Selbstredend ist, dass die Akkus in beiden Modellen fest verbaut sind.

Verschlimmbesserte Kameras

Ob Absicht oder nicht, der Jahrgang 2016 der A-Reihe bot qualitativ recht unterschiedliche Foto- und Video-Aufnahmen. Das Galaxy A5 (2016) landete im Test klar über dem Durchschnitt, das Galaxy A3 (2016) ging in der Masse unter. Dementsprechend erscheint es zunächst nur logisch, dass man bei einem Modell die Hardware der Hauptkamera verändert hat.

Irritierend ist aber, dass dies das Galaxy A5 betrifft. Hier hat man den 13-Megapixel-Sensor gegen einen Chip mit 16 Megapixel getauscht, an Blende f/1.9 hat man festgehalten, der optische Bildstabilisator wurde hingegen kommentarlos gestrichen. Beim Galaxy A3 (2017) vertraut man hingegen weiterhin auf 13 Megapixel und ebenfalls Blende f/1.9 - jene Kombination, die vor einem Jahr nicht überzeugen konnte.

Und dennoch gefallen die Aufnahmen des kleinen Neulings besser als bei seinem Vorgänger - es zeigt sich, welch wichtige Rolle die Software spielen kann. Bei guten Lichtverhältnissen werden Farben und Details gut festgehalten, allenfalls an den Bildrändern fehlt ein wenig Schärfe. Anders sieht es aus, wenn die Lichtverhältnisse schlechter sind oder Kunstlicht zum Einsatz kommt. Die Kamera hat dann mit der passenden Abstimmung zwischen hell und dunkel zu kämpfen, worunter in erster Linie die Farben leiden, die teilweise nahezu komplett verloren gehen. Darüber hinaus wirken Fotos und Videos dann schnell matschig. Etwas Abhilfe schafft der HDR-Modus, der zumindest für eine bessere Farbabbildung sorgt. Eine regelrechte Schönwetterkamera ist die auf der Front des Galaxy A3 (2017). Hier werden nun 8 statt bislang 5 Megapixel geboten, es bleibt aber ebenfalls bei Blende f/1.9. Bei strahlendem Sonnenschein geschossene Fotos wirken gut, in allen anderen Situationen kann nicht einmal mehr von Schnappschüssen gesprochen werden.

Frei von Mängeln ist aber auch das Galaxy A5 (2017) nicht. Bei guten Lichtverhältnissen schneidet es zwar besser als das kleinere Schwestermodell ab, erreicht aber teilweise nicht ganz die Qualität des Vorgängers. Das ändert sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen nicht. Zwar gefallen die Aufnahmen besser als beim Galaxy A3 (2017), da Farben und Details besser festgehalten werden, bei näherer Betrachtung werden aber schnell Bildrauschen und fehlende Schärfe erkennbar. Das Problem verschluckter Farben - aus Grün wurde stellenweise Weiß - gibt es aber auch hier, der HDR-Modus kann ein wenig Abhilfe schaffen. Die Frontkamera schneidet ähnlich wie beim Galaxy A3 (2017) ab, was überrascht. Denn die Hardware ist eine völlig andere, mit 16 Megapixeln und Blende f/1.9 stimmen die Eckdaten mit denen der Hauptkamera überein. Dennoch wirken Aufnahmen schnell blass und matschig, Schärfe fehlt mitunter selbst bei optimalen Lichtverhältnissen.

Auf Video-Aufnahmen treffen die gleichen Stärken und Schwächen zu, Artefakte sind erst bei schnellen Schwenkbewegungen oder schlechten Lichtverhältnissen zu beobachten. Beide Hauptkameras zeichnen maximal in 1080p auf, die Frontkameras bieten 720p (A3) und 1080p (A5).

Gut gefällt hingegen die Kamera-App, bei der Samsung sich unübersehbar stellenweise an einigen Mitbewerbern orientiert. In der Hauptansicht konzentriert man sich auf Auslöser für Foto und Video sowie die Blitzsteuerung, ein Wisch nach rechts ruft die verfügbaren Modi (unter anderem Pro, Panorama, HDR und Nachtmodus) auf, ein Wisch nach links blendet die verfügbaren Filter ein. In den Kameraeinstellungen werden alle wichtigen Funktionen wie Auflösung, Raster und Timer geboten, interessant sind hier vor allem die Punkte Sprachsteuerung, dank derer bestimmte Kommandos den Auslöser aktivieren können, sowie schwebende Kamera-Schaltfläche. Damit ist es möglich, den Auslöser an eine beliebige Stelle des Bildschirms zu verschieben.

Kritik verdient Samsung hingegen für die fehlende HDR-Automatik sowie das, was man als Pro-Modus verkauft. Denn hier können nicht mehr als ISO, Weißabgleich sowie Belichtungskorrektur eingestellt werden.

Die Gehäuse halten mehr aus

Eigenständig, aber nicht ohne Anspielungen auf das Galaxy S6: So konnte das Design des Galaxy A3 und Galaxy A5 vor einem Jahr beschrieben werden. Mit dem Sprung von der vorletzten zur letzten Generation der A-Reihe versuchte Samsung den Spagat zwischen notwendiger Familienähnlichkeit und eigenem Auftritt. Das gelang nur in Teilen, am Ende war die Ähnlichkeit doch zu groß - nur Kenner dürften Galaxy A5 (2016) und Galaxy S6 auf den ersten Blick erkannt haben.

Anfang 2017 stellt sich nun die Frage, ob man das Galaxy A5 (2017) oder das Galaxy S7 vor sich hat. Natürlich gibt es Details, an denen sich der richtige Name sofort erkennen lässt. Doch die Gestaltung der Front sowie die grundlegende Linienführung auf der linken und rechten Seite wirken schon sehr vertraut. Was per se nicht schlecht ist, denn dadurch wirkt das Galaxy A5 (2017) ebenfalls sehr elegant und schlank. Mit 146,1 x 71,4 x 7,9 fällt es in allen drei Dimensionen etwas größer als der Vorgänger (144,8x 71,0 x 7,3 mm), das Gewicht hat sich mit 159 g aber kaum verändert (155 g). Minimal zugelegt hat aber auch das Galaxy A3 (2017), das es nun auf 135,4 x 66,2 x 7,9 mm und 135 g (Vorgänger: 134,5 x 65,2 x 7,3 mm, 132 g) bringt.

Die Formensprache ist hier die gleiche wie beim großen Schwestermodell, was am Ende aber dazu führt, dass es ungünstig proportioniert wirkt - das Galaxy A3 (2017) wirkt dicker und weniger elegant. Das liegt auch daran, dass die Vergleichsmerkmale, die der Betrachter zunächst erblickt, bei beiden Geräten die gleichen Maße haben - Samsung-Schriftzug, Home-Button, die Tasten am linken und rechten Rand und selbst das Kamera-Modul auf der Rückseite sind beim kleinen Galaxy A3 genauso groß wie beim Galaxy A5.

Immerhin wurde aber auf die Ergonomie Rücksicht genommen, die Platzierung der seitlichen Tasten wurde den Gehäuselängen angepasst. Dadurch lassen die sich bei beiden Geräten problemlos erreichen. Welches der Modelle besser in der Hand liegt, hängt von deren Größe ab, in einer durchschnittlich großen Männerhand ist das Galaxy A5 (2017) besser aufgehoben und andersherum. Dafür lässt sich das Galaxy A3 (2017) eher mit nur einer Hand bedienen - obwohl das Display hier nur knapp 68 % der Front einnimmt. Beim Galaxy A5 (2017) fällt das selbst mit langen Fingern schwer, auch das Display-zu-Front-Verhältnis von rund 72 % hilft da nicht.

An der Verarbeitung des wieder aus Aluminium und Glas bestehenden Gehäuses gibt es in beiden Fällen nichts zu kritisieren, Mängel waren nicht zu erkennen. Die seitlichen Tasten bieten einen satten Druckpunkt kein überflüssiges Spiel, der Träger der SIM- und microSD-Karte ist sauber eingefasst. Und zumindest beim schwarzen Modell gehen die farblich abweichenden obligatorischen Antennenisolatoren am unteren und oberen Rand als Design-Merkmal durch.

Die wohl wichtigste Änderung am Gehäuse gegenüber den Vorgängern gibt es zum Schluss. Erstmals setzt Samsung in der A-Reihe auf eine IP-Zertifizierung. IP68 verspricht die Dichtheit gegenüber Staub sowie den Schutz vor dem Eindringen von Wasser bei andauerndem Untertauchen. Wie üblich bezieht sich letzteres aber nur auf Frischwasser, schon der Fall in die gefüllte Badewanne mit Schaum wird von der Zertifizierung nicht mehr abgedeckt.

Kein Android 6

Unübersichtlich wird es beim Thema Software. Die im Dezember 2016 gezeigten Vorserienmodelle des Galaxy A3 (2017) und Galaxy A5 (2017) liefen noch unter Android 6.0.1, die Markteinführung sollte jedoch mit Android 7 erfolgen. Daraus ist allerdings nichts geworden, auch in puncto Sicherheits-Patch ist der Stand Dezember 2016. Für die eigentliche Verwirrung sorgt aber das, was Samsung über das Betriebssystem stülpt. Denn was hier als TouchWiz 2016 bezeichnet wird, ist eigentlich das bereits zusammen mit dem Galaxy Note 7 vorgestellte Grace UX, das das Galaxy S7 im Zuge des Android-7-Updates erhalten wird. Letztlich sind die beiden Testgeräte irgendwie irgendwo zwischen den beiden OS-Versionen angesiedelt.

Dem Nutzer dürfte das letztlich ziemlich egal sein, schließlich gefällt die Oberfläche erneut aufgrund der einfachen Handhabung und dem weitest gehenden Verzicht auf überflüssige optische Spielereien. Bestandteil von Grace UX sind unter anderem ein Blaulichtfilter, ein übersichtlicheres Optionsmenü sowie einer eigenen Shortcuts-Alternative, Googles Antwort auf Apples 3D Touch. Wird ein Icon längere Zeit berührt, erscheint eine Auflistung mit Optionen, darunter das Einblenden der App-Informationen oder das Deinstallieren des Programms.

Insgesamt wirkt die Oberfläche sehr aufgeräumt und Verbesserungswünsche gibt es kaum, eine Auslieferung mit Android 7 wäre allein aufgrund des verbesserten Energie-Managements aber wünschenswert gewesen. Wann Samsung das Update nachliefern wird, ist noch unbekannt.